Vertrauenssache

Um wertvolle Geschäftsbeziehungen aufzubauen, bedarf es mehr als etwas Smalltalk und Visitenkarten-Tauschen. Die verlässlichsten Geschäftspartner lernt man oft schon während der Studienzeit oder in der Jugend kennen.

Wie netzwerkt man eigentlich richtig? Wie vermeide ich es, zu aufdringlich zu wirken oder einen schüchternen Eindruck zu machen? Gerade Berufseinsteiger betrifft dieses Thema. Oft ist es am Anfag der Karrere nicht einfach, sich Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Weniger kontaktfreudige Menschen tun sich oft besonders schwer.

Aller Anfang ist schwer

„So etwas geht nicht von heute auf morgen“, sagt Bernhard Aichinger von der Jungen Wirtschaft Wels. Die Bezirksgruppe wurde von der Organisation in der Kategorie „Bestes Lobbying“ ausgezeichnet. Aichinger rät, Netzwerken auch als Arbeitszeit zu sehen und geduldig zu sein. „Man sollte versuchen, auf vielen Veranstaltungen präsent zu sein. Wenn mich jemand immer wieder sieht, steigt der Wiedererkennungswert und die Bekanntheit“. Geht man alleine zu Veranstaltungen, ist es anfangs manchmal nicht leicht, einen Anschluss zu finden. Sobald man aber schon mit einigen in Kontakt getreten ist, bekommt man neue Personen vorgestellt.

Eine Frage des Eindrucks

Beim Kennenlernen neuer Menschen sei es zuerst wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen.„Die Kompetenzen müssen anfangs gar nicht im Vordergrund stehen, Weiterempfehlungen werden nach Sympathien ausgesprochen“. Wer also gleich mit seinen Fähigkeiten prahlt anstatt ein gemeinsames Gesprächsthema zu finden, hat schlechte Karten. Auf Veranstaltungen sei es oft ratsam, nicht immer neue Personen anzusprechen, sondern stattdessen lieber die Beziehungen der vergangenen Events zu intensivieren. „Wenn ich mit jemandem schon eine halbe Stunde geredet habe und dann wieder mit ihm spreche, dann bleibe ich im Gedächtnis“, sagt Aichinger. Immer wieder bemerkt er, dass manche nur Kontakte knüpfen wollen, um schnelle Geschäfte abzuschließen. Das würde aber nicht funktionieren, man müsse behutsam vorgehen. „Anfangs sollten die Erwartungen nicht so hoch sein. Niemand hat nach einem oder zwei Jahren hunderte Weiterempfehlungen bekommen“, sagt Aichinger.

„Besonders wenn ich noch unerfahren bin, sollte ich mich zuerst fragen, wo ich überhaupt Leute treffe, mit denen ich in Kontakt kommen will?“, rät Florian Hippesroither. Der 31-Jährige ist Geschäftsführer des JKU-Alumni-Clubs Kepler Society. Der Verein dient zum parteiunabhängigen Networking unter Absolventen und hilft ehemaligen Studenten unter anderem, Geschäftspartner kennenzulernen. Das Netzwerken ist für ihn auch eine Aufgabe seines Jobs. „Was viele falsch machen: Sie handeln rein aus beruflichen Interessen“, sagt Hippesroither. Seiner Ansicht nach müsse nicht nur die berufliche Komponente, sondern auch die persönliche passen. Stimmt die Chemie zwischen den Personen, ist es leichter, thematisch und inhaltlich zu einem gemeinsamen Nenner zu kommen. Der überwiegende Teil von Hippesroithers Netzwerk kommt aus der Studienzeit. „Ich habe einiges ehrenamtlich und nebenberuflich gearbeitet, da lernt man viele Menschen kennen“, sagt er. „Diese Kontakte – ich würde sie mittlerweile als Freunde bezeichnen – erreichen dann unterschiedliche Positionen“, erklärt Hippesroither.

Eine Pflege der alten Verbindungen ist also oftmals viel wertvoller als neue, oberflächliche Bekanntschaften. Das zeigt sich häufig bei Firmenchefs, Top-Managern oder Politikern, die sich mit Verbündeten aus ihrer Jugend umgeben und in das Unternehmen holen. Auch der französische Feldherr Napoleon war dafür bekannt, enge Freunde in wichtigen Positionen einzusetzen – weil er ihnen vertrauen konnte.

Vertrauenssache

Persönliche Kontakten in der ganzen Welt hat wie kaum ein anderer Georg Starhemberg. „Das ist aber kein wirklicher Verdienst von mir alleine, ich habe schon mit der Ausgangslage viel Glück gehabt, da waren von Anfang an gute Beziehungen der Familie vorhanden“, sagt Starhemberg. Er war mehrere Jahre im Ausland aktiv und verwaltet die Starhemberg’sche Familienstiftung. Starhemberg selbst betreibt kein Networking im klassischen Sinn. „Mein Beziehungsgeflecht ist aus dem Leben heraus entstanden, nicht aus einer Notwendigkeit, möglichst viele oder bestimmte Leute kennenzulernen“, sagt Starhemberg und fügt hinzu: „Ich war schon immer ein Mensch, der gern andere Menschen kennenlernt“. Er könne jedoch nachvollziehen, dass Netzwerken in der heutigen Zeit für viele Personen unerlässlich ist. Ein besonders wichtiger Aspekt in Beziehungen aller Art ist für ihn das gegenseitige Grundvertrauen. Ist das vorhanden, könnten daraus die verschiedensten Dinge entstehen: etwa eine persönliche Freundschaft, ein gemeinnütziges Engagement oder geschäftliche Beziehungen. „Man sollte nicht versuchen, sich krampfhaft möglichst viele Freunde aufzubauen. Das kann man nicht erzwingen. Aber wenn man sich sozial verhält, ehrlich auf die Leute zugeht und offen für sie ist, dann kann sich daraus die eine oder andere nähere Beziehung und in weiterer Folge auch starke Bindung entwickeln“.

Das 1x1 des Netzwerken

Geduld_ Oft dauert es jahrelang, bis man sich ein Netzwerk aufgebaut hat.

Qualität statt Quantität_ Lieber wenige Kontakte intensivieren als dauernd neue, lose zu knüpfen.

Weiterempfehlungen_ werden nicht nur durch Know-How sondern auch durch Sympathien ausgesprochen

Das beste Netzwerk ist oft_ der eigene Freundeskreis

#Ähnliche Artikel

40 Fragen rund ums Bewerbungsgespräch

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist eingetrudelt? Gratulation! Der Traumjob ist bereits ein großes Stück näher. Zum Feiern ist es aber noch zu früh – Vorbereitung ist jetzt angesagt. Nun gilt es noch einmal richtig zu punkten und Fettnäpfchen zu vermeiden. Mit diesen Fragen wird die Unterschrift am Dienstvertrag nur noch zur Formalität.

„Häng dich rein!“

Frauen an der Spitze? (K)ein Thema bei LeitnerLeitner. Nikola Leitner-Bommer, Rechtsanwältin bei Leitner Law Rechtsanwälte, und Maria Schlagnitweit, Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin bei LeitnerLeitner, erzählen, warum Frauen ihren (Karriere-)Weg selbst in der Hand haben.

Zuhause ist es doch am schönsten?

Corona verändert unsere Arbeitswelt rasant – besonders deutlich zeigt sich das beim Thema Homeoffice. Die Meinungen gehen auseinander, ob durch das Arbeiten daheim Vor- oder Nachteile für Arbeitgeber entstehen. Sicher ist: Auch nach der Krise werden viele Arbeitnehmer nicht mehr auf die neu gewonnenen Freiheiten verzichten wollen.

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: Österreichische Post

Die Österreichische Post ist der landesweit führende Logistik- und Postdienstleister. So wie sich die österreichische Bevölkerung und Wirtschaft auf die flächendeckende und zuverlässige Versorgung mit Postdienstleistungen verlassen kann, so können das auch die Mitarbeiter. Selbst in schwierigen Zeiten wie der aktuellen Pandemie hält man hier zu seiner wichtigsten Ressource: den Menschen mit ihren Talenten.

„Es ist nie zu spät, neue Wege einzuschlagen“

Die Coronakrise hat den Arbeitsmarkt schwer getroffen und sorgt für hohe Arbeitslosigkeit. Gefordert ist jetzt nicht nur das Sozialsystem, sondern auch die Betroffenen selbst. Denn die Wartezeit, bis die Wirtschaft wieder anläuft und Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, kann produktiv genutzt werden. Das AMS hat einige Tipps parat.

Bewerbungstrends: mit den richtigen Tipps zum Traumberuf

Jobplattformen, Firmenwebsites, Social Media oder doch ganz oldschool per Post? Die Möglichkeiten sich zu bewerben sind vielfältiger denn je. Auch bei der Gestaltung der (digitalen) Bewerbungsmappe gibt es unterschiedlichste Ansätze. Aber welche Unterlagen lesen sich Personalisten tatsächlich durch? Und worauf achten sie besonders? Zwei Recruiter sprechen über aktuelle Trends im Bewerbungsprozess und Fähigkeiten, die der Arbeitsmarkt der Zukunft erfordern wird.

Hallo, ich bin WERNA!

Sie können mich aber auch beim ganzen Namen nennen: Gütesiegel für wertschätzende und nachhaltige Arbeitgeber. Ins Leben gerufen haben mich vier Personalexperten aus unterschiedlichen Branchen. Ihre Motivation dahinter: einen Beitrag zu leisten, dass sich die Arbeitswelt positiv weiterentwickelt.

X, Y, Z und BOOM!

Im Arbeitsleben prallen Generationenwelten aufeinander. Und diese lassen viele spannende Chancen für Unternehmen entstehen. Wenn man versteht, wie sie ticken.

Kinder und Karriere: ein Entweder-oder?

Oder ist beides möglich? „Ja!“, sagen Kati Bellowitsch, Mama zweier Jungs und Peter Huebauer, Papa von zwei Mädchen. Beide erzählen, wie sie alle(s) unter einen Hut bekommen. Wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt werden kann, zeigen die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und Maschinenbau Fill.

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: Gesundheitszentrum Revital Aspach

Gesundheit schaffen und erhalten, ganzheitlich und mit fast 30-jähriger Erfahrung. Dafür steht das Revital Aspach – Zentrum für modernes Gesundheitsmanagement. Neben einer Klinik für orthopädische Rehabilitation und einem Ambulatorium für physikalische Medizin betreibt das Revital Aspach außerdem ein Gesundheitsrefugium (Villa Vitalis) für modernes, zeitgemäßes Stress- und Stoffwechselmanagement.

Talentfrei? Gibt es nicht!!

Was fällt Ihnen leicht? Bei welcher Tätigkeit vergeht für Sie die Zeit wie im Flug? Und bei welcher Sache, die Sie stundenlang ausführen, denken Sie sich: „Hey, ich habe mehr Energie als davor!“? Voilà, Sie haben soeben Ihr Talent entdeckt, meint Keynote-Speaker und Unternehmer Ali Mahlodji. In zwei Unternehmen – ÖAMTC und Aspöck Systems – haben wir uns umgesehen, wie dort Mitarbeiter ihre Talente einsetzen.

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: HABAU Group

Die Habau-Unternehmensgruppe mit Sitz in Perg ist ein jahrzehntelang erfolgreich gewachsenes Familienunternehmen und zählt zu den Top vier der österreichischen Bauindustrie – mit Tätigkeitsschwerpunkt auf Österreich und Deutschland. Worauf man hier baut: auf Empowerment. Mitarbeiter werden ständig gefördert und dazu ermutigt, sich weiterzuentwickeln und ihren Mut zu Innovation und Kreativität zu leben. Dazu setzt man auf gegenseitiges Vertrauen, Kooperation und offene Kommunikation.

PR

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sicherer Arbeitsplatz mit Wohlfühlfaktor.

Die Nähe zum Kunden und die damit verbundene besondere Kundenorientierung sowie die Vorreiterrolle in Sachen Digitalisierung machen die Raiffeisenlandesbank OÖ gemeinsam mit den oberösterreichischen Raiffeisenbanken zur digitalen Regionalbank. Wir begleiten unsere Kunden quer durch alle Zielgruppen als verlässlicher und kompetenter Bank-Partner, wollen Schrittmacher bei Innovationen sein und mit kundenfreundlichen Lösungen die Zukunft des Bankgeschäfts sowie unseres Unternehmens aktiv gestalten.

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: FILL

„Wer die beste Lösung sucht, entwickelt gemeinsam mit Fill seine Zukunft.“ Das ist die Mission des international tätigen Maschinen- und Anlagenbauunternehmens in Gurten im Innviertel. Zur Umsetzung der innovativen Projekte sind unterschiedlichste Kompetenzen gefragt. Die Mitarbeiter genießen sehr viel Freiraum, bekommen aber auch die notwendige Unterstützung, um sich in der jeweiligen Disziplin fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.

Erfolgsfaktor Wertschätzung

Ja, genau, überall sollen Führungskräfte Wertschätzung zeigen, um Mitarbeiter zu halten und zu begeistern. Hier und da ein kleines Lob, gelegentlich eine Belohnung und alle Mitarbeiter sollen sich bitte mit Kusshand über die entgegengebrachte Wertschätzung freuen und selbstverständlich besser, lieber und länger arbeiten. Naja, nicht ganz. Was Wertschätzung tatsächlich bedeutet, erklärt „die Wertschätzerin“ Manuela Wenger. Und was bringt sie? Wir haben uns bei drei Unternehmen umgehört …

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: Prachtwerk

Im Prachtwerk THE ONE in Gallneukirchen und im Prachtwerk ORIGIN in Linz geht es vor allem um eines: Menschen zum Strahlen zu bringen. Äußerlich mit der ganzen Bandbreite an Beauty-Behandlungen und innerlich, weil Julia Maria Moser hier zwei Orte geschaffen hat, wo man sich – als Kunde genauso wie als Mitarbeiter – wohlfühlt. 2020 hat sich die junge Gründerin ihren großen Lebenstraum erfüllt und in Gallneukirchen einen zweiten Standort aufgebaut.

Endlich Stille?

Ein Gründer, der möglicherweise die Heilung für ein weltweit stark verbreitetes Krankheitssymptom gefunden hat, eine Brille, die das eigene Smartphone zum 3D-Display macht, und ein Weinenthusiast, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat: drei spannende Gründungsgeschichten im Überblick.

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: Hypo Oberösterreich

Menschlichkeit und Leistung, passt das zusammen? Bei der Hypo Oberösterreich passt das sogar sehr gut zusammen: Die Bank zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Regionalbanken, sondern auch seit vielen Jahren zu den besten und beliebtesten Arbeitgebern Österreichs. 2007 war die Hypo etwa die erste Bank Oberösterreichs, die das staatliche Gütesiegel als familienfreundliches Unternehmen erhalten hat.