Von Quoten, Kämpfen und Überzeugungsarbeit

Warum Quoten in der Wirtschaft keinen Platz haben, wofür aktuell in der Arbeitswelt gekämpft wird und wo noch Überzeugungsarbeit notwendig ist, erzählen drei Persönlichkeiten, die in neuen Führungspositionen vor großen Herausforderungen stehen.

Andrea Domberger

Geschäftsführerin, Miba Gleitlager Austria

Geboren_ 1976

Ausbildung und Karriere_ Studierte an der TU Wien Technische Chemie. Begann ihre Karriere bei Mondi Business Paper. Zuletzt als Bereichsleiterin Technik beim Salzburger Beschläge-Hersteller Maco tätig und seit 1. November Geschäftsführerin der Miba Gleitlager Austria. Neben ihrer Berufstätigkeit absolvierte sie zahlreiche Zusatzausbildungen – unter anderem Supervision und Coaching für internationales Projektmanagement – und macht aktuell ein MBA-Studium.

„Kein Industriebetrieb kann sich eine Quotenfrau leisten – der Wettbewerb ist hart, jeder braucht die bestqualifizierte Person.“

Frauen in die Technik, so lautet eine jahrelange Forderung in Österreich. Und gerade in Zeiten des akuten Fachkräftemangels, der im technischen Bereich noch stärker ist, wird die Forderung noch einmal lauter. Andrea Domberger liegt das Thema ebenfalls „sehr am Herzen“: „Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Frauen Richtung technische Berufe gehen. In der Technik gibt es viele interessante Positionen und hervorragende Karrieremöglichkeiten für Frauen.“ Und Domberger weiß, wovon sie spricht, sie hat nach 20 Jahren Berufserfahrung in verschiedenen technischen Bereichen als erste Frau beim Industrie- und Technologie-Konzern Miba eine Werksleitung übernommen. Die 42-Jährige ist seit Anfang November als Geschäftsführerin der Miba Gleitlager Austria für 700 Mitarbeiter verantwortlich und leitet damit einen der größten unter den weltweit 27 Produktionsstandorten der Gruppe.

Der Berufsweg in den technischen Bereich „ist einfach so gekommen“. Domberger studierte Technische Chemie und blieb nach einem Ferialpraktikum bei Mondi Business Paper hängen. Von dort ging sie nach Leitungsfunktionen bei zwei weiteren Industrieunternehmen nun zum Familienunternehmen Miba nach Laakirchen. Am neuen Job reizt sie die Gesamtverantwortung für den Unternehmensprozess: „Ich bin mehr die Generalistin, mich hat schon immer der Blick für das Ganze ausgezeichnet.“ Als zwei ihrer wesentlichen Aufgaben nennt Domberger, die Technologieführerschaft weiter auszubauen und für den aktuellen Wachstumskurs die richtigen Mitarbeiter zu finden. Mit Ausdrücken wie „Quotenfrau“ und „durchkämpfen in der Männerwelt“, die in Zusammenhang mit Frauen in technischen Bereichen immer wieder fallen, kann Domberger nichts anfangen. Sie habe diesbezüglich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht und es komme auch drauf an, wie man damit umgeht: „Für mich ist es immer schon um die gemeinsame Zielerreichung gegangen und über diese Ausrichtung kommt man nicht in einen Kampf, denn von einer Zusammenarbeit profitiert jeder. Natürlich ist nicht immer alles eitel Wonne und super einfach, aber das ist es auch für die Männer nicht, das hat überhaupt nichts mit dem Geschlecht zu tun.“ Und zum Thema „Quotenfrau“ sagt Domberger: „Kein Industriebetrieb kann sich eine Quotenfrau leisten – der Wettbewerb ist hart und dementsprechend braucht jeder die am besten qualifizierte Person.“

Neue Führungskräfte würden am Anfang immer beäugt werden – wenn nun das erste Mal eine Frau eine Position einnimmt, würden die Mitarbeiter sicher noch ein bisschen genauer schauen. Gleichzeitig sieht Domberger es aber als große Chance, als erste Frau in dieser Funktion keinen Weg nachgehen zu müssen: „Ich schätze es sehr, meinen eigenen Weg zu gehen.“ Dafür sei Selbstdisziplin und Konsequenz notwendig: „Wenn der erste Versuch misslingt, darf man nicht gleich aufgeben. Speziell in der Technik gibt es bei Inbetriebnahmen sehr viele Hindernisse und da liegt – wie bei ganz vielen Themen – die Herausforderung immer im Detail.“

gedanken

3 Eigenschaften, die eine Führungskraft haben sollte_ authentisch, resultatsorientiert, prozessorientiert

3 Eigenschaften, die sie nicht haben sollte_ launisch, bevorzugend, entscheidungsschwach

Laut werde ich_ nie.

Später soll mir einmal nachgesagt werden_ dass wir die richtigen Weichen gestellt haben.

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