Von wegen mystisch

Cranio-Sacral-Balancing,Yoga, Meditation, Kinesiologie – was früher als esoterischer Schnickschnack abgetan wurde,ist heute ganz normal. Dennoch haftet der Energetik-Branche immer noch ein mystisches Image an, Kritiker behaupten nach wie vor, es sei schlichtweg Blödsinn. „Zu Recht“, sagt Michael Stingeder, Fachgruppenobmann der persönlichen Dienstleister (Wirtschaftsbund), es gebe noch vieles zu tun, um Energetik als seriösen Berufsstand zu etablieren. Genau das möchte er in seiner Funktion als Berufsgruppensprecher der OÖ Energetiker der Wirtschaftskammer erreichen.

Bei einem gebrochenen Bein ist der Weg klar – man muss zum Arzt. „Probleme auf der materiellen Ebene gehören in die Hände von Ärzten, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Masseuren sowie Lebens- und Sozialberatern“, sagt Michael Stingeder. Für Probleme im feinstofflichen Bereich kann der Weg zum Energetiker hingegen der richtige sein. Energetik sei kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur Schulmedizin und könne vor allem auch präventiv eingesetzt werden. Es gehe dabei darum, Lebensqualität zu schaffen. „Die Grenzen zur Medizin und anderen Berufsgruppen müssen wir wahren, das ist ein ganz intensives Anliegen von mir, welches wir unseren Mitgliedern bewusst machen wollen“, erzählt der diplomierte Radioniker und Humanenergetiker, der sich seit 2003 mit seiner Praxis „Wege fürs Leben“ in Gallneukirchen hauptberuflich selbständig gemacht hat. „Ich möchte in meiner Praxis den Klienten so weit bringen, dass er selbst weiß, was zu tun ist, damit seine Selbstheilungskräfte wieder funktionieren. Der Körper hat diese Kraft, man muss nur wissen, wie man’s aktiviert“, sagt Stingeder, der einst in der Spitzengastronomie erfolgreich Fuß gefasst hatte. Bis er selbst mit Energetik in Berührung kam und seine Berufung fand.

Die Marke „Ich“

Damit ist er einer von insgesamt 3.300 Energetikern in Oberösterreich, die einen aktiven Gewerbeschein besitzen, wobei circa 800 tatsächlich in diesem Bereich beruflich tätig sind, davon geschätzte 200 hauptberuflich. Österreichweit sind 18.000 Energetiker gemeldet. Einen Gewerbeschein könne grundsätzlich jeder anmelden, das sei „einerseits schlecht, weil dadurch keine Qualitätsstandards vorgegeben sind, andererseits ist die Energetik so vielfältig – im Moment gibt es 250 verschiedene Methoden und es werden immer mehr, weil es eben so viele verschiedene Wege gibt, um Systeme wieder in Einklang zu bringen“, weiß Stingeder, der auch am WIFI unterrichtet. Sein Anliegen, Energetikern bewusst zu machen, die Marke „Ich“ in den Vordergrund zu stellen, um sich am Markt etablieren zu können, komme bei einigen Branchen-Kollegen im Moment noch nicht gut an, aber „ich habe bemerkt, dass ich auch Dinge ansprechen muss, die nicht populär sind, um etwas zu bewegen.“

"Wir müssen die Grenzen zur Medizin und anderen Berufsgruppen wahren."

Michael Stingeder

Bewegung sei schließlich der Motivationsgrund, warum er sich seit zwei Jahren als Berufsgruppensprecher der Wirtschaftskammer Oberösterreich und seit Juni 2015 auch als Bundessprecher einsetzt. „Starre Dinge kann ich nicht akzeptieren, es gibt immer den nächsten Schritt zu tun.“ Strukturen für das noch relativ junge Gewerbe zu schaffen, von den angrenzenden Berufsgruppen akzeptiert zu werden und Aufklärungsarbeit unter den Kollegen zu leisten, sind solche wesentlichen Schritte. Dass sich sein Einsatz (etwa 60 Prozent seiner Zeit widmet er im Moment dieser ehrenamtlichen Tätigkeit) lohnt, erkennt er an der steigenden Toleranz der Berufsgruppe gegenüber. Bei einem konstruktiven Gespräch mit den Bundesphysiotherapeuten ist es ihm zum Beispiel gelungen, deren Akzeptanz zu gewinnen. „Das ist schon mal ein wunderbarer Erfolg. Es wäre wünschenswert, auch mit den Ärzten eine ähnliche Annäherung zu erreichen.“, sagt Stingeder. Davor sei noch viel Aufklärung intern bei den Mitgliedern nötig. „Erst wenn man auf Homepages von Energetikern nicht mehr Mystisches wie ‚Ich heile Krebs’ findet, wird man uns als seriösen Berufsstand wahrnehmen.“

Qualitätszertifikat

Über die WKO können OÖ Energetiker seit 2009 freiwillig die Qualität ihrer Arbeit überprüfen lassen – Mystery Tester achten dabei sowohl auf Hard Facts als auch auf Kompetenz. Mit diesem Qualitätszertifikat soll es Interessenten leichter gemacht werden, bei der Fülle von Angeboten eine Wahl zu treffen. Groß ist aber nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage – seit einigen Jahren beobachtet Stingeder einen Wertewandel: „Die Selbstverantwortung gegenüber der eigenen Gesundheit wird immer größer. Früher ging man halt zum Arzt, wenn man krank war. Heute achtet man darauf, mit Bewegung, Ernährung und verschiedenen energetischen Methoden vorbeugend etwas zu tun.“

Selbst Firmeninhaber und Geschäftsführer setzen immer mehr auf die Unterstützung von Energetikern. Michael Stingeder arbeitet seit zehn Jahren als Organisationsenergetiker – sowohl Ein-Personen-Unternehmen als auch Industriebetriebe wenden sich an ihn. „Wenn etwa ein Firmenchef zu mir kommt, weil gewisse Dinge nicht passen oder es irgendwo eckt, dann kann ich mittels geräteunterstützter Energetik – Radionik – Probleme im feinstofflichen Bereich erkennen, etwa zwischenmenschliche Dinge, die einem nicht bewusst sind“, erklärt Stingeder. Man könne damit den „Firmengeist“ sichtbar machen und Probleme aufklären. Klingt irgendwie mystisch? „Ist es aber nicht – Energetik ist nachvollziehbar und leicht erklärbar“, sagt Stingeder. Genau deshalb möchte er aufklären.

#Ähnliche Artikel

Brummende Wirtschaft

Ohne sie funktioniert so gut wie gar nichts. Wir konsumieren deren Dienstleistung beinahe rund um die Uhr und zwar, ohne viel darüber nachzudenken. Die Rede ist von der Sparte Transport und Verkehr mit über 5.000 Betrieben in Oberösterreich. Warum es diese aber in mehrfacher Hinsicht besonders schwer haben und wie sich die Aufgaben der Fahrer zukünftig verändern werden, wissen Johannes Hödlmayr, WKOÖ-Spartenobmann und Franz Danninger, WKOÖ-Fachgruppenobmann für das Güterbeförderungsgewerbe (beide VP-Wirtschaftsbund).

„Wir haben zu wenig Zeit für den Gast“

Oberösterreich habe große Chancen im Tourismus: Alle Schlüsselfaktoren für die zukünftigen Trends bei Urlaubsreisen sind vorhanden. Um das volle Potential aber auch ausschöpfen zu können, müssen die Betriebe ihr Kirchturmdenken ablegen und mehr kooperieren. Und von Seiten der Politik braucht es mehr Wertschätzung für die Unternehmen, so der Spartenobmann und Vorsitzende im Landes-Tourismusrat, Robert Seeber (Wirtschaftsbund).

Bestellen wir unseren Wohlstand weg?

Die Umsätze des Online-Handels wachsen seit vielen Jahren und sind derzeit bei rund fünf Prozent vom gesamten Handelsumsatz. Einige Experten rechnen mit einem Anstieg auf bis zu 30 Prozent. „Die Kunden bestellen dabei ihren eigenen Wohlstand weg“, warnt Christian Kutsam, Spartenobmann des Handels (VP-Wirtschaftsbund). Der Markt wird härter, die Kunden fordern eine höhere Leistung – die Unternehmen müssen der zweiten Revolution im Handel Stand halten.

„Es ist fünf nach zwölf“

Die Sparte Gewerbe und Handwerk ist der größte Arbeitgeber im Land. Die Unternehmen bilden fast die Hälfte aller Lehrlinge aus. Dies werde aber immer mehr zu einer Herausforderung, erklären Leo Jindrak, Gerda Kainberger und Gerhard Spitzbart vom Spartenpräsidium der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Und auch daneben haben die fast 45.000 Betriebe eine Reihe von Herausforderungen zu meistern, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Rückenwind für die Wirtschaft

Die Wirtschaft hat mit Gegenwind zu kämpfen und braucht deshalb auch Rückenwind, um das Tempo halten zu können. Um sich für die Rahmenbedingungen für Unternehmen im Land einzusetzen, sind zahlreiche Topunternehmer in der WKO ehrenamtlich aktiv. Als stärkste Fraktion bei den Kammerwahlen Ende Februar ist mit 65,4 Prozent der Wirtschaftsbund hervorgegangen, weshalb sämtliche Spartenobleute weiterhin vom Wirtschaftsbund gestellt werden. Wir haben sie gefragt, was ihre Motivation ist, sich für die Branche einzusetzen. Ihre Ziele im Überblick.

Digitale Transformation. Aber anders.

München, 1994. Mit der Gründung der mgm technology partners schafft CEO Hamarz Mehmanesh das Fundament für die heute international tätige Unternehmensgruppe aus Technologie- und Beratungsexpert:innen. In den vergangenen 28 Jahren hat sich vieles getan: Inzwischen beschäftigt mgm über 900 Mitarbeitende an 19 (inter-)nationalen Standorten. Und obwohl man den Kinderschuhen längst entwachsen ist, spricht Thomas Brugger, Geschäftsführer der mgm consulting partners austria mit Sitz in Salzburg, gerade im ausklingenden Jahr von Aufbruchstimmung.

Wie wir in (die) Zukunft führen

„Gute Führungskräfte zeichnen sich in schwierigen Situationen aus“, sagt Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy. Schönwetter-Kapitän:innen gebe es genug, wer jetzt und in Zukunft durch herausfordernde Zeiten führen möchte, brauche vor allem drei Dinge: Resilienz, Zuversicht und Humor. Wie das gelingt? 5 Tipps für moderne Führungskräfte.

Erfolgreich(er) durch Wissen

Ob Lehre, Akademie, Universität oder Hochschule: Lebenslanges Lernen liegt im Trend. Worauf es am neuen Arbeitsmarkt der 2020er ankommen wird und warum die Investition in eine Ausbildung immer ein wichtiger Grundstein für die eigene Zukunft ist, erzählen uns sechs innovative Ausbildungsstätten und Unternehmen.

Wir unterstützen Macherinnen! Sie auch?

Im Frühjahr 2023 startet ein neuer Lehrgang an der Frauenfachakademie Schloss Mondsee. In sechs Modulen lernen Frauen, ihr volles Potential als (angehende) Führungskraft und/oder als wertvolle Mitarbeiterin auszuschöpfen. Wir verlosen zwei Teilstipendien.

„Alle sollen Spaß bei der Arbeit haben“

Veränderung: Diese zeigt sich bei Sirocco, Teil der SCHAKO Group, nicht nur durch den Wechsel in der Geschäftsleitung. Die neue Führungskraft, Roger Hafenscherer, möchte die Vielfalt und Buntheit seines Teams am Standort Wien-Liesing weiterhin ausbauen. Dass seine Sparte als männlich dominiert gilt, hindert ihn nicht daran. Mit sozial kompetentem Auftreten, wechselseitiger Wertschätzung und Freude am Job möchte er schneller an dieses Ziel.

„Flexibilität und sinnhafte Tätigkeiten rücken in den Vordergrund“

Wer am Arbeitnehmermarkt um die Gunst von Fachkräften buhlt, weiß idealerweise im Wettbewerb der Benefits zu überzeugen. Das international tätige Unternehmen KPMG legt seinen Fokus darauf nicht erst, seit der Arbeitskräftemangel akut ist. Und schaffte es so, heuer den 500. Mitarbeiter in Linz einzustellen.

„Vielfalt ist immer eine Bereicherung“

Bei IBM iX ist so einiges vielfältig: von den Standorten über die Kundschaft bis hin zu den Mitarbeitenden. Für Markus Dietrich, Geschäftsführer für Düsseldorf, Österreich und Kroatien, ist ganz klar: Diversität wird immer mehr zum Differenzierungsmerkmal von Unternehmen und trägt maßgeblich zu deren Erfolg bei. Was sein Unternehmen tut, um am Puls der Zeit zu bleiben, und warum Diversität und Inklusion dabei eine zentrale Rolle spielen, erzählt er im Gespräch.

Was wäre, wenn …

… sich der Fachkräftemangel noch weiter intensivieren würde? Wenn wir aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt unseren Status als Wohlstandsgesellschaft aufgeben müssten? Oder wenn Künstliche Intelligenzunsere Arbeitskraft ablösen würde?Wir haben Gerhard Straßer, Landesgeschäftsführer des AMS Oberösterreich, zum beruflichen und privaten Philosophieren eingeladen und sehr persönliche Einblicke erhalten.

„Wir nehmen uns selbst als Zukunftsarchitekten wahr“

Was für ein schönes Gefühl, wenn Träume in Erfüllung gehen. Besonders, wenn es darum geht, seinen Traumjob zu finden, da wir im Schnitt rund 40 Jahre unseres Lebens der Arbeit widmen. Genau dabei helfen die Recruiter:innen von Kern engineering careers – spezialisiert auf die Bereiche Technik und IT, vermitteln die Recruiter:innen tagtäglich zwischen Unternehmen und Talenten. Was dabei heutzutage keinesfalls fehlen darf: eine starke Brand Personality.

Die Zukunft beginnt jetzt

Und zwar die Zukunft des Arbeitsmarktes. In der braucht es nämlich neue Pfade und kreative Lösungen, um den Zug in Richtung New Work nicht zu verpassen. Wie kann das gelingen? Und wie stellen mutige Unternehmen und Führungskräfte die Arbeitswelt gehörig auf den Kopf? Wir haben nachgefragt und einige Inspirationen gesammelt.

PR

Karrierechancen bei Stoelzle Oberglas

Ausgehend von der kleinen Glashütte Oberdorf, die 1805 in Bärnbach gegründet wurde, hat sich bis heute vieles getan. Bei Stoelzle Oberglas eint heute 500 Mitarbeitende allein in Österreich die Faszination für einen der ältesten Werkstoffe der Welt.

„Wir alle haben unterschiedliche Lebensläufe und Backgrounds …“

... genau deshalb funktioniert die Zusammenarbeit so gut. Zumindest, wenn es nach Karin Schnirch geht. Mittlerweile Senior Consultant bei mgm consulting partners austria, ist die sympathische Salzburgerin als Quereinsteigerin das beste Beispiel dafür, wie wichtig Offenheit und Flexibilität am modernen Arbeitsmarkt sind – sowohl auf Seiten der Arbeitnehmer:innen als auch der Arbeitgeber:innen. Mit uns spricht sie über das Erfolgskonzept „Freiheit im Job“ und den echten mgm-Spirit.