Die MACHERinnen von morgen

Ein Talent ist geschlechtsneutral, schließlich sagt man auch DAS Talent. Betrachtet man die Managementebenen, könnte man jedoch vermuten, dass der Duden hier einem Irrtum unterliegt – DER Talent scheint viel treffender. Deshalb ein Tipp: Es heißt DIE Begabung und davon gibt es mehr als genug in den heimischen Ausbildungsstätten.

Einer dieser „Geheimtipps“ ist der JKU-Lehrgang „MBA Management und Leadership für Frauen“, der in Kooperation mit der Volkshochschule Linz stattfindet. Der Lehrgang richtet sich an Frauen, die sich bereits in Führungspositionen befinden oder sich künftig dafür qualifizieren wollen. „Wir alle kommunizieren unterschiedlich, jede und jeder mit individuellen Schwerpunkten und Charakteristiken. Dabei haben das Umfeld und die jeweiligen Kommunikationspartnerinnen und Kommunikationspartner einen wesentlichen Einfluss. Setzt sich eine Ausbildungsgruppe ausschließlich aus Frauen zusammen, werden Fragen aus deren Blickwinkel gestellt und Themen aus weiblicher Perspektive diskutiert. Das trifft sowohl auf klassische Managementfunktionen als auch auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung zu“, erklärt Absolventin Doris Rom und ergänzt: „Die Ausrichtung auf Frauen war für mich kein Entscheidungskriterium, sondern eher ein Anlass zur Skepsis. Im Laufe des Lehrgangs habe ich jedoch viele für mich neue und unglaublich wertvolle Erkenntnisse in diesem Zusammenhang gewonnen. Deshalb bin ich heute gerade von diesem Aspekt absolut überzeugt.“

Die Ausbildung beinhaltet wichtige wirtschaftliche Grundlagen und führungsrelevante Inhalte. „Unglaublich positiv habe ich dabei die allgegenwärtige Verbindung zur Praxis erlebt. Die eigene berufliche Erfahrung hilft im Verständnis der Theorie und die bunte Zusammensetzung der Lehrgangsgruppe eröffnet Einblicke in sehr unterschiedliche Arbeitswelten und damit neue Perspektiven“, so Doris Rom. „Durch den Lehrgang habe ich mein berufliches Selbstverständnis neu geordnet und weiterentwickelt. Daraus erwächst für mich Selbstbewusstsein, Neugier und Zuversicht für künftige Herausforderungen.

Start_ 5. November 2020 im Wissensturm

Dauer_ 4 Semester, 18 Module

Seminarzeiten_ Donnerstag (abends), Freitag und Samstag (ganztags)

Kosten_ 16.700 Euro

Teilnehmerinnen_ Maximal 20 pro Lehrgang (alle zwei Jahre)

Infoabende_ 7. September 2020 und 1. Oktober 2020 jeweils um 18:30 Uhr im Wissensturm

3 Fragen an ...

... Svea Mayer, Werkstoffwissenschaftlerin an der Montanuniversität Leoben

Frau Mayer, Ihr Lebenslauf liest sich wie eine einzige Erfolgsgeschichte. Alleine die Auszeichnungen, die Sie seit 2005 erhalten haben, nehmen eine eigene A4-Seite ein.

Ich versuche einfach nur, zu jeder Zeit mein Bestes zu geben und Neues zu lernen. Vielleicht fällt es mir tatsächlich leichter als anderen, mein theoretisches Verständnis komplexer metallkundlicher und metallphysikalischer Vorgänge auf praktische Fragestellungen anzuwenden und mit industriellen Partnern in Produktentwicklungen umzusetzen. Bewusst wurde mir das erst durch Stipendien, Preise und Auszeichnungen. Mein „Talent“ erlaubte es mir, bei meinen wissenschaftlichen Arbeiten bereits einige Werkstoffe zu etablieren – etwa einen Hochtemperaturleichtbauwerkstoff aus einer Titanaluminid-Legierung zum Einsatz in der neuesten Generation von Flugzeugtriebwerken und Abgasturboladern. Ich würde das allerdings nicht einer besonderen Begabung zuschreiben, sondern eher als langen Reifeprozess sehen, der viel Fleiß erfordert. Deshalb bin ich auch überzeugt davon, dass jeder mit seinen Aufgaben wachsen kann.

Wieso sind Frauen in technischen Berufen immer noch unterrepräsentiert? Welche Anreize könnten das ändern?

Ich versuche selbst einen Beitrag zu leisten, um Schülerinnen für technische Berufe zu begeistern, indem ich meine Erfahrungen bei Informationsveranstaltungen wie „Frauen in die Technik“ vermittle. Es ist mir wichtig, junge Frauen zu ermutigen und zu zeigen, dass berufliche Karrieren in naturwissenschaftlichen Bereichen auch als Frau mit Kind möglich sind. Denn das ist nach wie vor ein großes Hindernis für viele weibliche Nachwuchstalente.

Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft noch gesetzt? Für welche Erfindung würden Sie gerne berühmt werden?

Das nächste Ziel ist die Professur. Am Weg dorthin möchte ich mein internationales Netzwerk weiter ausbauen, um meinen wissenschaftlichen Horizont laufend zu erweitern und meinen Forschungsbereich voranzutreiben. Mein Fokus liegt dabei auf der anwendungsorientierten Grundlagenforschung, wobei ich zu diesem Zeitpunkt noch keine spezifische Erfindungsidee mit kommerzieller Nutzung im Kopf habe. Ich würde aber gerne mit einer Werkstoffinnovation für intelligente und nachhaltige Mobilität zum Klimaschutz beitragen. Die Belohnung für Erfolg in der Forschung ist für mich nicht Weltruhm, sondern die akademische Anerkennung in der wissenschaftlichen Community!

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