Technologischer Meilenstein für Zeitungsverlage

Die beiden oberösterreichischen Forschungseinrichtungen Software Competence Center Hagenberg GmbH (SCCH) und RISC Software GmbH haben gemeinsam mit dem Tech-Unternehmen Newsadoo große Fortschritte im Rahmen eines Forschungsprojekts erzielt. Dadurch wird es Verlagen ermöglicht, in digitalen Kanälen datenbasiert zu arbeiten und neue Funktionen und Monetarisierungsmodelle inhouse zu entwickeln. Das große Ziel von Newsadoo liegt darin, die Vielfalt und Unabhängigkeit der europäischen Medienlandschaft zu erhalten und sie bei der Digitalisierung und Monetarisierung ihres Contents durch datenbasierte Technologien zu unterstützen.

News, News, News, überall und jederzeit News – wir werden regelrecht damit überflutet. Wie wäre das denn, wenn es einen Algorithmus gäbe, der vollautomatisch erkennt, welcher Newscontent für private User oder innerhalb von Unternehmen oder Institutionen tatsächlich relevant ist? Genau darum geht es beim Projekt TIDE (Transparent Intelligent Diverse European News-Recommendation Algorithm). Mit unterschiedlichen Methoden im Bereich künstlicher Intelligenz wurde in den vergangenen beiden Jahren daran geforscht. Die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie das Land Oberösterreich und Business Upper Austria haben das Forschungsprojekt unterstützt. Die Forschungsergebnisse ermöglichen nun umfassende Anwendungsmöglichkeiten der Technologie innerhalb von Verlagen und auch für Unternehmen und Institutionen. Der Algorithmus extrahiert vollautomatisch den relevanten Kontext aus Newsbeiträgen und ermöglicht beispielsweise Verlagen damit qualitative und strukturierte Daten hinter den Newsartikeln aufzubauen, die zur Monetarisierung und für neue Funktionen genutzt werden können.

Vollautomatische Themenzeitungen entstehen

Neben Funktionen, die innerhalb der News-Plattform Newsadoo den Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt werden, gibt es nun für Unternehmen und Institutionen im öffentlichen Sektor die Möglichkeit, vollautomatische Themenzeitungen auf Basis der entstandenen Algorithmen erstellen zu lassen und in eigenen Apps, Webseiten oder im Intranet zu integrieren. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von vollautomatischen, digitalen Unternehmens- und Konzernzeitungen, über digitale Gemeinde- oder Parteizeitungen, bis zu Anwendungen in den Bereichen Tourismus, Sport oder in Interessensverbänden. Newsadoo Geschäftsführer David Böhm betont die Notwendigkeit des Forschungsprojekts für die Medienindustrie: „Nur auf Basis von Technologien und strukturierten Daten wird eine unabhängige und vielfältige Medienlandschaft in Europa erhalten werden können. Bisher kommen diese Technologien nur aus Amerika, China oder Japan. Uns ist wichtig, dass wir nach europäischen Grundsätzen eigene Lösungen für die Branche entwickeln, die neue, digitale Monetarisierungsformen ermöglichen und die Unabhängigkeit der Verlage gewährleisten.“

Nächste Forschungsfelder bereits identifiziert

Aufgrund der guten Zusammenarbeit und der großen technologischen Fortschritte haben die Forschungspartner bereits ein neues Projekt gestartet und treiben mit dem Projekt NEEED (News-Extracted Evolving European Datasphere) die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz in der europäischen Medienindustrie weiter voran. Schon im vergangenen Jahr wurde Newsadoo mit dem „Landespreis für Innovation“ von Landesrat Markus Achleitner ausgezeichnet. „Newsadoo arbeitet derzeit an der Entwicklung einer kontinuierlich wachsenden News-Datensphäre, die eine europäische Alternative zu den amerikanischen Konzernen wie Google News bieten soll. Die Software Competence Center Hagenberg (SCCH) unterstützt Newsadoo einerseits mit Expertise auf dem Gebiet der Datenqualität und nimmt eine wichtige Rolle beim Aufbau eines Tag-Kategorisierungs-Knowledge-Graphen ein“, sagt Markus Manz, CEO der SCCH.

Weiterer Forschungspartner ist die RISC Software GmbH, die auf die Lösung von Problemstellungen mit mathematischem und softwaretechnischem Hintergrund spezialisiert ist und KI-gestützte Lösungen für unterschiedliche Bereiche entwickelt. Im Schwerpunkt Natural Language Processing werden seit circa drei Jahren mit Hilfe von neuronalen Netzen oder klassischen maschinenlernenden Modellen Texte automatisiert verarbeitet und analysiert.

„Wir bringen im Projekt unser Fachwissen aus den Bereichen Data Engineering und Natural Language Processing ein. Konkret geht es um den prototypischen Aufbau von textuellen Netzwerken zur Modellierung von Beziehungen zwischen Tags und Topics in News-Artikeln“, so Sandra Wartner, Projektverantwortliche und Data Scientist innerhalb der RISC Software._

#Ähnliche Artikel

Der Siegeszug der KI

Auch wenn die Digitalisierung langsamer voranschreitet als in den USA und Asien: In der heimischen Wirtschaft kommt KI immer öfter zum Einsatz. Weil sich industrieübergreifende Trends global meist schnell durchsetzen, ist Künstliche Intelligenz besonders in großen Unternehmen bereits alltäglich. Meist wird sie zur Steigerung der Effizienz eingesetzt – aber auch in anderen Anwendungsbereichen gibt es gewaltiges Potential.

PR

Kreativer Brückenbau zwischen den Branchen

Kreativität ist das Fundament für alle Innovationen. Sie gilt als Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach nicht-routinemäßigen, zwischenmenschlichen und analytischen Fähigkeiten als eine der vier wichtigsten Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts. Die Creative Region Linz & Upper Austria mit Sitz in der Tabakfabrik Linz fordert und fördert Kreativität in der oberösterreichischen Wirtschaft und inspiriert, initiiert und vernetzt seit über zehn Jahren Ideen, Menschen und Unternehmen sowohl aus der Kreativwirtschaft als auch aus anderen Branchen.

„Eine Maschine kann nie so empathisch sein wie ein Mensch“

Wie verändert Künstliche Intelligenz unseren Arbeitsalltag? Und wie bereitet man sich am besten als Arbeitgeber:in oder Arbeitnehmer:in auf die bevorstehenden Veränderungen vor? Diese und viele weitere Fragen werden am Kongress „Powercouple: Mensch & Maschine“ der ARS Akademie am 14. September behandelt.

Können wir der KI vertrauen?

In Oberösterreich entsteht am Software Competence Center Hagenberg (SCCH) eine der ersten Zertifizierungsstellen für vertrauenswürdige und „riskante“ KI-Anwendungen. Unter welchen Bedingungen kann man einer KI vertrauen? Bei der Beantwortung dieser Frage geht es nicht etwa um das Abwenden einer Gefahr für die Menschheit – sondern um Systeme, die zuverlässig und vorurteilsfrei arbeiten.

Wie drei Gründer den Tourismus neu denken

Einen Businessplan gab es bei der Gründung von Incert eTourismus im Jahr 2007 nicht. Dafür waren die Zwillingsbrüder Günther und Peter Praher sowie Gerhard Lengauer fest davon überzeugt, mit ihrem eigenen E-Commerce-System einen wertvollen Beitrag für die Tourismusbranche leisten zu können. Fünfzehn Jahre später sind sie Marktführer im Bereich „Schenken“ im Gutscheinhandling und stellen mit ihren digitalen Lösungen tagtäglich ihre Kreativität und Innovationskraft unter Beweis. Sie wollen damit die Art und Weise des digitalen Verkaufs und der Gästebindung im Tourismus neu denken.

Gestatten, hier operiert der Robo-Doc!

Gesteuert mittels einer Konsole sind weltweit immer mehr Roboter bei Operationen im Einsatz. Ein Linzer Topchirurg hat mit dem Robo-Doc schon 100 Mal zusammengearbeitet und erklärt uns die Vorteile.

Willkommen in der Schule von morgen

Schulschließungen, Distance-Learning oder Präsenzunterricht mit Maske – unser Bildungssystem hat während der Pandemie verschiedenste Stadien durchlaufen. Wie sieht das Klassenzimmer der Zukunft aus und was kann man aus der Krise mitnehmen? Wir haben bei einer Schülerin, einer Lehrerin bis hin zum Unidirektor nachgefragt, wo die Reise im Bildungssystem hingeht.

„Wir verstehen die Digitalisierung breiter …"

… und deshalb haben wir in Oberösterreich die Chance, Großes zu schaffen“, sagt Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer. Die neue Technische Universität in Linz soll zu diesem Schaffen einiges beitragen. Wie man Studierende anlocken möchte und international Aufmerksamkeit erregen will, erzählt er uns im – passenderweise – virtuellen Interview.

Wie man den Daten- und Geheimnisschutz elegant meistert

Auf der Welle der steigenden Datenflut zu surfen ist eine Kunst. Oder doch nur eine Frage der Vorbereitung? Für Ronald Kopecky steht jedenfalls fest: „Datenschutz ist kein reines IT-Thema.“ Mit seinem Unternehmen [Komdat](https://www.komdat.at/) setzt er sich daher für ganzheitliche Lösungen ein, die den Umgang mit Daten nicht nur sicherer machen, sondern auch interne Prozesse effizienter gestalten.

Wie ein „digitaler Bodyguard“ Hackern den Kampf ansagt

Auswandern. Einfach raus. Am besten in eine kleine, beschauliche Blockhütte irgendwo am Rande dieser Welt. Ohne Strom und ganz gewiss ohne Smartphone, Computer, Tablet und andere „digitale Risikofaktoren“. Achtung! Dieses Verlangen kann ein Gespräch mit Jürgen Weiss durchaus auslösen. Gemeinsam mit seinem Team sagt der sonst so sympathische Oberösterreicher Hackerangriffen und anderen Schattenseiten der Digitalisierung den Kampf an.

Digitale Sicherheit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Sonnenseiten der Digitalisierung? Liegen auf der Hand. Doch wo Licht ist, rechnet man besser auch mit Schatten. Die „dunkle Seite“ der Digitalisierung lauert dabei längst nicht mehr nur im Darknet. Probleme beim Datenschutz, Hackerangriffe sowie Cryptocrime und andere Gefahren tauchen in alltäglichen digitalen Gewässern immer häufiger auf. Gemeinsam mit den positiven Seiten des Wandels wachsen auch sie. Sie verändern sich. Werden raffinierter und bedrohlicher.

Mittelstand am Sprung zur Künstlichen Intelligenz

Zwei visionäre Praktiker sind davon überzeugt, dass die österreichischen Betriebe zum Großteil im Zeitalter der Digitalisierung angekommen sind. Im nächsten Schritt gehe es um die Optimierung der digitalen Strukturen durch Künstliche Intelligenz, sind sich der Softwareentwickler und der Maschinenbauer einig.

In diesem Pflegeheim übernimmt Roboter Pepper

Er misst gerade einmal 120 Zentimeter, ist aber trotzdem der große Star. Die Rede ist von Roboter Pepper, der sich im Altenheim in Wolfern um die Bewohner:innen kümmerte. Und zwar so gut, dass nun ein weiteres Modell des digitalen Mitarbeiters bestellt wurde.

Wie leicht geht Digitalisierung?

Mit ihren simplen und smarten Lösungen bietet die in Graz ansässige Marke [Digital2Go](https://digital-2-go.com/) Digitalisierungsschritte für KMU. Im Portfolio finden sich Produkte, die auch Unternehmen wie Zalando und L’Oréal ihren Prozessen täglich unterstützen. Das Motto dabei: „Weil Digitalisierung auch einfach geht.“ Oliver Lehner, Vice President BU Partner & Products, spricht im Interview über entscheidende Skills im digitalen Zeitalter, spannende Innovationen und den Mehrwert smarter Lösungen.

Revolution am Energiemarkt

Mit Gridpulse eine nachhaltige Sensorentechnik zur Marktreife zu bringen, so lautete das Ziel und die Aufgabe von BDO Austria und der Knill Gruppe. Wie es ihnen gelungen ist? Durch eine Partnerschaft auf Augenhöhe, den Mut, nahe am Markt zu arbeiten, und nicht zuletzt Dank eines ebenso kompetenten wie neugierigen Teams.

„Die digitale Zukunft wird vor allem intelligent“

Einfach nur Digitalisierung war gestern. Am Software Competence Center Hagenberg zählt die Arbeit am nächsten Level der digitalen Transformation zu den täglichen Aufgaben. CEO Markus Manz und Lukas Fischer, Research Manager Data Science, nehmen uns mit auf eine Reise in die digitale Zukunft Österreichs.