Flexibilität als Erfolgsfaktor?

Funktioniert. Und hat dem Gebäudetechnik und Industrieanlagenbauer Molin im letzten Coronajahr viele Pluspunkte beschert, wie die beiden Prokuristen des Unternehmens, Miriam Zauner-Brutter und Andreas Haider, im Interview berichten.

Am Anfang der Coronakrise war die Unsicherheit groß. Überall – quer durch alle Branchen. Auch die Gebäudetechnik hatte mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. „Wir mussten zu Beginn der Krise viel umdenken und umstrukturieren“, sagt Zauner-Brutter und ergänzt: „Aber unser großer Vorteil ist, dass wir ein eingespieltes Team sind, das flexibel auf neue Situationen reagiert.“ Wie hat sich die Gebäudetechnik durch die Coronakrise verändert? Welche Trends dominieren die Branche? Und wie reagiert man bei Molin bei guter Auftragslage auf explodierende Rohstoffpreise?

Was hat sich durch die Coronakrise in Ihrem Unternehmen verändert?

ZAUNER-BRUTTERWir hatten in unserer Branche das Glück, dass wir fast die ganze Zeit durcharbeiten konnten, dadurch läuft alles so wie vor der Coronakrise. Zu Beginn der Krise mussten wir, wie viele andere Unternehmen auch, Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, aber im Mai konnte der Großteil unserer Belegschaft wieder normal seiner Tätigkeit nachgehen. Wir mussten nur vereinzelt Baustellen in Österreich einstellen, weil dort die Arbeit aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht mehr möglich war. Unser herausforderndstes Projekt war in Finnland, wo wir zuerst die Baustelle sperren mussten und alle Arbeiter nach Hause geholt haben. Wir waren aber im Gegenzug eines der ersten Unternehmen, das kurz nach Ostern seine Mitarbeiter wieder über Umwege nach Finnland gebracht hat, was eine große Herausforderung wegen der Reisebeschränkungen und Sicherheitsvorkehrungen gewesen ist. Ich glaube, dass die Krise Unternehmen, bei denen es in der Baubranche vor Corona gut lief, wenig geschadet hat. Wir haben Ende letzten Jahres sogar einen unserer größten Aufträge in der Geschichte von Molin bekommen: ein höchst innovatives Projekt mit modernen Gebäudetechniklösungen und effizienten Energietechnologien. Die aktuell größten Herausforderungen in unserer Branche sind die Ressourcenknappheit und der Fachkräftemangel.

Wie ist Ihr Unternehmen von den Lieferengpässen und den steigenden Rohstoffpreisen betroffen?

HAIDERDie gesamte Gebäudetechnikbranche ist davon getroffen worden. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Lieferanten zusammen und hatten bis dato noch keine nennenswerten Schwierigkeiten durch Lieferengpässe oder Verzögerungen am Bau. Im Bereich Stahl kämpfen wir zur Zeit mit Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent. Durch die vielen Großprojekte haben die Preisverhandlungen mit unseren Kunden bereits vor mehreren Monaten stattgefunden, als die aktuelle Preisentwicklung noch nicht vorhersehbar war und wir Fixpreise zugesichert haben. Wir pflegen partnerschaftliche Verhältnisse zu unseren Kunden und Lieferanten und versuchen so die Auswirkungen der Preiserhöhungen für alle Beteiligten fair zu gestalten. Wir hoffen aber, dass sich der Rohstoffmarkt bald wieder beruhigt und die Produktionszahlen weltweit wieder steigen und sich die Situation bald entspannt.

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