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(Nicht) auf dem Holzweg

Bauen, und zwar nachhaltig, ressourcenschonend und für Generationen – ein Widerspruch? Für Helmut Möseneder, Geschäftsführer von Genböck Haus, keinesfalls. Er verrät uns im Gespräch, warum Holz schon immer der beste Baustoff für ihn war, auf welche Innovationen sein Unternehmen setzt und wie die kommenden Generationen den Fortbestand des Familienunternehmens sichern.

Das Büro von Helmut Möseneder ist – wie sollte es anders sein – mit einer Massivholzdecke ausgestattet, die ein angenehmes Raumklima schafft. Das gesamte Firmengebäude von Genböck Haus wurde vor Kurzem einem kompletten Umbau unterzogen. Auf 60 Prozent mehr Fläche entstanden neben dem Produktions- und Bürogebäude auch zusätzliche Ausstellungsflächen und ein Veranstaltungsbereich. Das Besondere: Durch eine neue Gebäudehülle, neue Fenster und Lüftungssysteme braucht der Firmensitz weniger als die Hälfte der ursprünglichen Heizenergie. Ob auch dort der neue von Genböck Haus entwickelte Wandaufbau „climateSkin“ zum Einsatz kommt? „Natürlich“, sagt Möseneder und lacht. Für ihn der Beweis, warum die eigenen Produkte von den Kund:innen so gut angenommen werden.

Wieso er und seine Mitgründer:innen sich bereits bei der Gründung im Jahr 1987 für die ressourcenschonende Holzriegelbauweise bei ihren Fertigteilhäusern entschieden haben? „Einerseits aufgrund der Möglichkeit der Vorfertigung. Andererseits hatten Holzhäuser schon vor 36 Jahren sehr gute Dämmwerte und einen niedrigen Energieverbrauch.“ Holz hat darüber hinaus den Vorteil, dass es zum Wachsen CO2 der Luft entzieht und den Kohlenstoff einbindet. Gleichzeitig wird Sauerstoff in der Luft wieder freigesetzt. Und auch bei An- und Umbauten ist Holz viel einfacher zu bearbeiten, man kann Bauteile ergänzen, schneiden und durch die Holzrahmenbauweise Installationen leichter nachziehen.

Ressourcenschonendes Bauen

Nachhaltigkeit, das merkt man im Gespräch sofort, ist Möseneder und seiner Familie ein großes Anliegen. Nicht nur, dass das Unternehmen am Firmensitz mittlerweile eine PV-Anlage am Dach hat, die Energie für die Produktion selbst herstellt und mit Hackschnitzel aus eigener Erzeugung heizt, auch in seinem Produktportfolio finden sich gleich mehrere Möglichkeiten, nachhaltig zu bauen und der Flächenversiegelung entgegenzuwirken. Zum einen bietet Genböck Haus Plus-Energiehäuser an, die über Photovoltaik mehr Energie produzieren, als zum Betrieb gebraucht wird. Zum anderen baut die Firma sogenannte Microhomes, die auf Punkt- oder Schraubfundamenten entstehen. Die Häuser mit rund 70 bis 80 Quadratmetern Wohnfläche können sogar ganz einfach wieder abtransportiert werden und auch die Fundamente sind wieder verwendbar. Eine dritte Option, die das Unternehmen bietet, ist, dass alte Häuser abgerissen werden und auf deren Fundamentplatten neue Häuser errichtet werden. Dadurch werden keine neuen Flächen versiegelt.

Von und für Generationen

Die nächste Generation bei Genböck Haus steht übrigens schon in den Startlöchern. Möseneders Tochter Birgit und sein Neffe Martin arbeiten schon seit einigen Jahren im Unternehmen und werden in vier Jahren nach seiner Pensionierung übernehmen. Schon immer war für die Familie der direkte Kontakt zu den Mitarbeitenden ein wichtiger Faktor und durch die sehr guten Fachkräfte sowie das Know-how im Haus können sie den Kund:innen als regionaler Partner, der auch in Österreich produziert, zur Seite stehen. Doch nicht nur die eigene Familie steht für Möseneder im Fokus – er hat auch an die Politik eine klare Forderung für generationenübergreifendes Denken: „Jungen Menschen soll ermöglicht werden, Eigentum aufzubauen. Und ich wünsche mir eine stabilere Wirtschaftspolitik mit einem partnerschaftlichen Gedanken. Ansonsten wird es für uns, aber auch für unsere Kund:innen sehr schwierig, für die Zukunft zu planen.“_

Holz ist als nachwachsender Rohstoff prädestiniert zum Hausbauen.

Helmut Möseneder Geschäftsführer, Genböck Haus

So gelingt der Wandaufbau

mit der von Genböck Haus entwickelten „climateSkin“

  • 1 Wärme- und Kälteschutz gleichzeitig : Im Sommer gibt es durch die sogenannte Phasenverschiebung keine Überhitzung der Bauteile. Die Wärme der Mittagssonne kommt erst zu Mitternacht im Rauminneren an.
  • 2 Schallschutz durch den mehrschichtigen Aufbau und die hinterlüftete Fassade
  • 3 beliebige Kombinationsmöglichkeiten mit Materialien wie Putz-, Platten- und PV-Fassaden oder raumhohen Verglasungen
  • 4 Die Wand ist diffusionsoffen , das heißt, Raumfeuchte kann durch die Wand diffundieren und sauber abtrocknen.
  • 5 hohe Sicherheit und die Möglichkeit, die Fassade nach ein paar Jahren wieder zu ändern und die Teile sauber zu trennen und zu recyceln

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