Qualitätssiegel „Made in Austria“

Produziert in Österreich, geliefert in die weite Welt. Schon seit geraumer Zeit liegt das im Trend. Mehr als zehn Jahre durfte man sich über eine wachsende Außenwirtschaft freuen und das Siegel „Made in Austria“ steht in vielen Teilen der Welt für eine Qualität, die ihresgleichen sucht. Sei es bei Maschinen und Fahrzeugen, Nahrungsmitteln oder anderen Produkten aus der Alpenrepublik, die global stark gefragt sind. Naheliegend, dass die Exportquote jedes Jahr auf ein Neues stieg – bis 2020 …

… denn dann kam Corona und gefühlt die ganze Welt stand erst mal still. Hat die Krise vor allem 2020 heimische Lieferungen ins Ausland spürbar eingeschränkt, lautet die gute Nachricht heute: Die Exporte lagen im vergangenen Jahr nicht nur über Vorkrisenniveau, sie erreichten zugleich einen neuen Spitzenwert. Dennoch sind die Nachwirkungen bis heute zu spüren. Durch den furchtbaren Krieg in der Ukraine und das erneute Aufbäumen des Virus in China schlittert man gewissermaßen vom Regen in die Traufe. Also was denn nun … Erlebt unsere Außenwirtschaft einen Boom oder befindet sich unsere Exportstärke in der Krise? Darüber sprechen wir mit Michael Otter, Leiter der Außenwirtschaft Austria der Wirtschaftskammer Österreich, Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, und zwei echten „Exportschlagern“, die sich den großen Herausforderungen unserer Zeit entschieden entgegenstellen.

Das extrem schwierige Jahr 2022 stimmt mich, trotz aller Vorsicht, optimistisch.

Michael Otter Leiter der Außenwirtschaft Austria, Wirtschaftskammer Österreich

3 Fragen an …

die Wirtschaftskammer Österreich

Mit Exporten in Höhe von mehr als 165 Milliarden Euro erzielte man 2021 einen neuen Allzeitrekord. Lassen wir die Krise damit wirtschaftlich etwa hinter uns?

Michael OtterDie Exportwirtschaft war im Begriff, die Coronakrise inklusive all ihrer Folgen hinter sich zu lassen. So sind die Auftragsbücher der exportierenden Unternehmen durchaus gefüllt. Allerdings änderte Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine die Situation. Dieser schreckliche Krieg ist eine humanitäre Katastrophe auf so vielen Ebenen und hat natürlich die Weltwirtschaft und damit auch unsere Exporteur:innen massiv in Mitleidenschaft gezogen – insbesondere durch steigende Energiepreise, Sanktionen und Lieferengpässe. Aktuell wird die Lage durch die Coronasituation in China und die auch damit verbundenen Lieferkettenprobleme noch zusätzlich verschärft. Also kann von Entspannung leider keine Rede sein. Aber gerade in schwierigen Zeiten zeigen unsere Exporteur:innen, wie anpassungs- und wettbewerbsfähig sie sind. Daher stimmt mich das extrem schwierige Jahr 2022, trotz aller Vorsicht, optimistisch.

Abgesehen von 2020 als erstem Coronajahr steigt die Exportleistung seit über zehn Jahren konstant. Inwiefern hat sich „Made in Austria“ als globales Qualitätssiegel etabliert?

Michael OtterDie Exportwirtschaft war im Begriff, die Coronakrise inklusive all ihrer Folgen hinter sich Österreichs Exportwirtschaft ist traditionell eine Triebfeder für Wachstum und Wohlstand sowie der verlässlichste Motor der österreichischen Wirtschaft. Durch unsere innovativen Unternehmen und strengen regulatorischen Rahmenbedingungen zählen wir darüber hinaus zu führenden Nationen im Bereich Umwelttechnik, erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz. Neun von zehn ausländische Wirtschaftsdelegationen, die nach Österreich kommen, verbindet das Hauptinteresse Umwelttechnologien und Nachhaltigkeit.

Weltweit zählt Österreich zu den Top-10-Nationen der Pro-Kopf-Exporte. Was hält die Zukunft der heimischen Außenwirtschaft noch bereit?

Michael OtterDie Exportwirtschaft war im Begriff, die Coronakrise inklusive all ihrer Folgen hinter sich Mit dem 750 Milliarden Euro umfassenden europäischen Wiederaufbaufonds entstehen für österreichische Unternehmen insbesondere in den Nahmärkten der EU spannende Geschäftschancen und Möglichkeiten – auch in den traditionellen Märkten. Außerdem sehen wir den Bereich Green Technologies weltweit als die Zukunftsbranche und bei Umweltgütern die größten nutzbaren Exportpotentiale für heimische Exporteur:innen. Österreichische Unternehmen gehören dort heute schon zur Weltklasse. Unser weltweites Netzwerk der Außenwirtschaft Austria positioniert deshalb bereits jetzt Österreich als internationalen Vorreiter bei Umwelttechnologien und erhöht damit Geschäftspotentiale für unsere Unternehmen.

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