Anders als geplant

Strukturiert, geordnet und lange vorbereitet – so stellt man sich die Übernahme einer Führungsposition vor. Klaus Schörghofer und Harald Föttinger sind die personifizierten Ausnahmen, die berühmte Bestätigung der Regel. Die beiden Führungskräfte erzählen ihre persönliche Geschichte und zeigen, wie schnell sich geplante Situationen unvorhersehbar ändern können.

#1 Wer nicht sucht, der findet

Dass Harald Föttinger heute die Business Unit Gebäudelösungen bei Peneder Bau-Elemente GmbH leitet, könnte man als eine Art Fügung des Schicksals bezeichnen. Die beiden Brüder Franz und Karl Peneder ziehen sich im Vorjahr aus der Geschäftsführung des Familienunternehmens zurück, um die Geschicke an die Nachfolgegeneration zu übergeben. Christian Peneder ist fortan alleine für die Firma verantwortlich. „Wir haben zwei Business Units, Gebäudelösungen und Brandschutz. Die Leitung beider Geschäftsbereiche ist für eine einzelne Person eine immens große Aufgabe, weshalb sich Christian auf die Suche nach einem zweiten Geschäftsführer gemacht hat. Dabei wurde er aber nicht so richtig fündig“, erzählt Föttinger. Doch ausgerechnet als sich Christian Peneder bereits auf die Geschäftsführung beider Business Units vorbereitet, erklärt Harald Föttinger seine berufliche Auszeit für beendet und schickt eine Initiativbewerbung. „Ich habe ein paar Monate pausiert und war in der Zeit viel unterwegs. Aber ich gestalte und entwickle eben auch gerne Geschäfte, für die ich brenne. Und deshalb habe ich mich bei Peneder beworben“, so Föttinger. Von der erfolglosen Suche nach einem zweiten Geschäftsführer weiß er zu diesem Zeitpunkt nichts. „Christian hatte die aktive Suche eigentlich schon beendet, wollte mich aber trotzdem kennenlernen.“ Und es hat auf Anhieb klick gemacht!

„Ich bin in meiner neuen Position auf eine bestehende Teamleiter-Organisation gestoßen, die sehr selbstständig und eigenverantwortlich arbeitet“, resümiert Föttinger seine ersten Monate. „So kann ich mich auf Themen wie Networking, Markenauftritt und Marktdurchdringung fokussieren.“ Dabei verfolgt er ein klares Ziel: „Wir sind sehr bekannt für Brandschutz, das ist neben dem Stahlbau der Ursprung der Firma. Hier haben wir einen etablierten Namen. Wir sind aber auch im Industrie- und Gewerbebau tätig und errichten vom Autohaus übers Bürogebäude bis hin zum kompletten Industriestandort individuelle Lösungen mit einer starken architektonischen Komponente. Langfristig möchte ich, dass dieser Bereich in einem Atemzug mit unserem Brandschutz genannt wird.“

Genauso individuell wie die Gebäudelösungen nimmt er seine Führungsaufgabe wahr: „Es gibt kein Patentrezept. Ich biete meine Unterstützung an, wenn ich glaube, dass sie förderlich ist, gebe Feedback und versuche stets, wertschätzend zu sein. Es ist mir sehr wichtig, dass ich die Leistung all meiner Mitarbeiter wahrnehme und anerkenne. Nur so kann man jeden Einzelnen ‚mitnehmen‘.“ Und wenn jemand Kritik äußern möchte? „Dann am besten ehrlich, wertschätzend und direkt, also unter vier Augen. So ergibt sich eigentlich immer ein offenes und verständnisvolles Gespräch, in dem gute Lösungen gefunden werden“, so Föttinger. Generell hat der persönliche Kontakt einen hohen Stellenwert für ihn. „Meine Bürotür steht fast immer offen. Ich möchte für meine Mitarbeiter leicht greifbar sein. Deshalb habe ich mir auch wieder angewöhnt, weniger Mails zu schreiben und stattdessen direkt zu den Kollegen zu gehen.“

Was viele Leute aus dem beruflichen Umfeld nicht wissen, ist, dass Harald Föttinger im elterlichen Landgasthaus aufgewachsen ist. „Ich habe von frühester Kindheit an gelernt, mit den verschiedensten Charakteren umzugehen – auch mit Stammgästen, die mir schon das dritte Mal in der Woche dasselbe erzählen“, erinnert er sich lachend. Privat zählt sich der erfahrene Geschäftsführer nicht zu den „Getriebenen“. „Nach einer fordernden Arbeitswoche lasse ich mir gerne auf der Terrasse die Sonne ins Gesicht scheinen oder gehe meiner Kochleidenschaft nach. Mein Klassiker ist Lasagne, die wird von Familie und Freunden häufig eingefordert.“ Was die Lasagne so köstlich macht? „Eine Geheimzutat, die einen unvergleichlichen Geschmack verleiht. Die verrate ich aber immer erst nach einer Kostprobe.“

Harald Föttinger

Harald Föttinger

Geschäftsführer Business Unit Gebäudelösungen bei Peneder Bau-Elemente

Geboren_ 1971

Ausbildung und Karriere_ HAK Vöcklabruck, danach Studium der Handelswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz; ab 1999 Führungspositionen bei der Miba AG, Hainzl Industriesysteme GmbH und Hirtenberger AG, seit Juni 2019 bei Peneder und seit 01. Februar 2020 Geschäftsführer Business Unit Gebäudelösungen bei Peneder Bau-Elemente GmbH

#Gedanken

Eine gute Führungskraft_ ist für seine Mitarbeiter spürbar.

Ich weiß es zu schätzen_ wenn ich von den MACHERN zum Interview geladen werde.

Wenn ich eine Sache ändern könnte, dann_ würde ich die Bürokratie abschaffen, der wir täglich ausgesetzt sind.

Lebensmotto_ Mach das, wofür du wirklich brennst!

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