Oberösterreich aufgetischt

Linzer Torte, Selchfleisch und Knödel – die Dreifaltigkeit der oberösterreichischen Küche. Richtig interessant wird es aber erst abseits dieser Klassiker. Denn im Land ob der Enns ist man äußerst emsig, wenn es um ungewöhnliche Lebensmittel geht.

Name_ Franz und Ingrid Prinz

Ort_ Naarn im Machland

Produkte_ Mehl, Cracker, Müsli, Nudeln und Kekse aus Buchweizen

„Wenn wir etwas anfangen, hat das Hand und Fuß“, sagen Franz und Ingrid Prinz. Dass da etwas dran sein muss, beweist die Fülle an Buchweizenprodukten, die die beiden schon entwickelt haben, obwohl sie das Getreide erst seit rund eineinhalb Jahren wirklich nutzen. „Wir betreiben eine Schweinezucht. Der Buchweizen war als Zwischenfrucht gedacht, die eingeackert wird, um den Boden mit Nährstoffen anzureichern, damit andere, ertragreichere Futterkulturen besser wachsen.“ Ingrid hatte die Idee, mehr daraus zu machen und so wird der Buchweizen jetzt eben geerntet, geschält und dann zu Mehl, Crackern, Nudeln, Müsli oder Keksen weiterverarbeitet. Das klingt leichter als es ist, denn der Buchweizen ist eine Diva. „Es fängt schon damit an, dass er eigentlich kein Getreide ist, sondern ein Knöterichgewächs. Außerdem ist er frei vom Klebereiweiß Gluten. Das muss man bei der Verarbeitung beachten.“ Für die Cracker etwa hat Ingrid Prinz einige Versuche gebraucht. „Die ersten hat man fast nicht essen können. Aber es ist immer einfacher, etwas nachzumachen, als etwas zum ersten Mal zu machen.“ Doch was hat der Buchweizen eigentlich zu bieten, das die Mühen lohnt? „Buchweizen ist vollkommen frei von Weizenlektinen und hat eine komplexe Kohlenhydratstruktur, die den Körper gleichmäßig mit Energie versorgt und für ein längeres Sättigungsgefühl sorgt.“ Früher wurde die Kultur auch noch öfter angebaut, „aber weil er nicht sehr ertragreich ist, ist er irgendwann verschwunden.“

Das verbindet den Buchweizen mit einer zweiten Sonderkultur, die Familie Prinz anbaut: den Safran. „Bis ins 19. Jahrhundert galt der österreichische Safran als der beste in Europa. Dann kam der Anbau zum Erliegen. Grund war eine Klimaverschlechterung, die Frühfröste im Herbst mit sich brachte und die sensiblen Blüten zerstörte. Da es jetzt wieder milder wird, sind die Chancen auf eine erfolgreiche Ernte gestiegen.“ Eine mühsame Angelegenheit ist der Safran nach wie vor. „Für ein einziges Gramm Safran muss man rund 150 Blüten ernten – und zwar händisch, denn eine Maschine gibt es dafür nicht.“ Verarbeitet werden kann das Gewürz zum Beispiel in Soßen, Risottos, Getränken, Likören oder Essig. Zu kaufen gibt es die Produkte der Familie Prinz in vielen Unimärkten rund um Naarn, ab Hof (freitags, 11 bis 17 Uhr) „und wir verschicken auch. Einfach unter 0699/18 18 19 97 anrufen.“

"Es ist immer einfacher, etwas nachzumachen, als etwas zum ersten Mal zu machen."

Franz und Ingrid Prinz

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