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„Hochschulen müssen einen Schritt voraus sein“

Die Technische Hochschule Rosenheim mit dem Campus Burghausen gilt als wichtigste Bildungseinrichtung Südostoberbayerns. Arno Bücken, Studiendekan des Bachelorstudiengangs Prozessautomatisierungstechnik, erklärt, wie Studierende auf eine digitale Welt vorbereitet werden und vor welche Herausforderungen die digitale Transformation Hochschulen stellt.

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft rasant – wie schnell kann oder muss sich da etwa auch das Lehrangebot von Hochschulen und Universitäten anpassen?

Arno Bücken: Hochschulen müssen nicht nur mit der Entwicklung der Gesellschaft Schritt halten, sondern einen Schritt voraus sein. Wir müssen rechtzeitig auf die Digitalisierung eingehen und die Chancen, aber auch die Schwierigkeiten betrachten. Insbesondere müssen wir aber auch vermitteln, dass Lernen nicht mit dem Hochschulabschluss aufhört. In einer so schnelllebigen Zeit bekommt der Begriff „Lifelong Learning“ eine besondere Bedeutung.

Zum Studienangebot: Welche Lehrveranstaltungen und Studienrichtungen zum Megathema bietet der Campus Burghausen, wie werden sie angenommen?

Arno Bücken: Vor allem der Studiengang Prozessautomatisierungstechnik widmet sich dem Thema der Digitalisierung. Er verknüpft Inhalte der Informatik, Elektro- und Verfahrenstechnik. Die Studierenden lernen so umfassend die Grundlagen für Vernetzung und Datenverarbeitung, von der Software über die Hardware bis hin zur Anwendung.

Auf Seiten der Informatik umfasst der Studiengang unter anderem die Fachmodule „Big Data“, „Industrial Internet of Things“ sowie „Vernetzte Produktionssysteme und intelligente Anwendungen“. In der Elektrotechnik kommen die Prozessleit- und Steuerungstechnik, Systemplanung, Sicherheitstechnik und Automatisierungstechnik hinzu. Und auch im Bereich der Verfahrenstechnik werden umfangreiche Kenntnisse vermittelt, sodass die Ingenieur:innen für Prozessautomatisierungstechnik im Betrieb flexibel einsetzbar sind und auch die Sprache der anderen Zweige sprechen. Aber auch die anderen Studiengänge am Campus Burghausen integrieren Digitalisierung, beispielsweise in den Modulen „Angewandte Informatik“, „Prozesssimulation und Umweltmesstechnik“ oder „Simulationsmethoden der Umwelttechnologie“.

Welche Leuchtturmprojekte gibt es aktuell?

Arno Bücken: Zum 1. April startet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Großprojekt Wasserstoffreallabor, in dem zusammen mit der TU München, der OTH Regensburg und Industriepartnern die klimaneutrale Transformation der chemischen Industrie in eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft untersucht wird. Dies geschieht nicht nur in der Theorie, sondern auch in Laboranlagen im Containermaßstab. Zusammen mit dem Studiengang Hydrogen Technology und dem Laborgebäude wird dieses Projekt den Campus in der zukunftsweisenden Wasserstofftechnologie weiter nach vorne bringen._

Wir müssen vermitteln, dass Lernen nicht mit dem Abschluss aufhört.

Arno Bücken Studiendekan für Prozessautomatisierungstechnik, Campus Burghausen

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