Krz und bndig – hier kommt es nicht auf die Länge an

Kein Tippfehler, sondern das Wsntlche auf den Punkt gbrcht – schon bei ihrem Internet- und Werbeauftritt wird deutlich, dass Upart keine Zeit verlieren will. Das hat auch bei uns die Neugierde geweckt und deshalb statten wir der Linzer Werbeagentur einen krzn Besuch ab.

Wenige hundert Meter vom stylisch eingerichteten, zweistöckigen Büro entfernt fließt die Donau an den Fenstern der Mitarbeiter:innen vorbei. Die Werbeagentur Upart befindet sich im Herzen von Linz. Wie die Geschäftsführer:innen verdeutlichen, bedeutet Werbung Verdichtung, Verknappung und Reduktion. Aber eben und vor allem auch, vorher das Große und Ganze zu verstehen. Ihre Agentur soll die Dinge auf den Punkt bringen. Schon beim Auftritt im Netz wird klar, dass sie sich kurz halten wollen. Sehr krz sogar. Die Botschaft an die Kund:innen: es auf den Punkt zu brngn und auf das Wesentliche zu rdzrn. Damit ist dann eigentlich schon alles gesagt.

Nein, keine Angst – der Artikel endet nicht schon nach wenigen Zeilen. Auch wenn wir uns, von Upart insprt, damit auch sehr, sehr krz gehalten hätten. Doch so ein Minibericht würde dem spannenden Auftritt der Werbeagentur gar nicht gerecht werden. Schon alleine das erst vor zwei Jahren bezogene Firmengebäude beim Urfahrmarktgelände sorgt bereits beim Hineinkommen für einen Wow-Effekt: mit einer eigenen großen Bar mit dem – laut Upart – „geilsten Kaffee“, lässig designten Arbeitsplätzen und sogar Hängesesseln, um sich ungestört zurückziehen zu können.

Zum vereinbarten Interviewtermin geht es für uns aber erst einmal in die „arena“. Nein, ein Wettkampf ist nicht geplant. Im größten Besprechungszimmer des Hauses werden die meisten Gäste empfangen. „Wir haben in unserem Büro eine Dreiteilung initiiert. Wir haben die Arbeitsplätze zusammengeschoben, damit sich die Mitarbeiter:innen in diesen Bereichen voll konzentrieren können. Das Thema Kommunikation handeln wir in mehreren verschieden großen Besprechungsräumen ab“, so Geschäftsführer Jörg Neuhauser, für den auch die Regeneration ein wichtiger Punkt ist: „Wir haben einen Barbereich, wo sich unser Team treffen kann. Im ersten Stock gibt es dann auch noch einen Rückzugsort mit zwei Hängesesseln und einen Bereich zum Duschen für die Abkühlung nach dem Sport. Wir sind direkt neben der Donau am Damm. Unsere Leute sollen sich bewegen und ruhig auch mal laufen gehen können.“

Komfortzone

Beim Style und der Einrichtung haben sich Neuhauser und Co. von Großkonzernen wie Microsoft und Google inspirieren lassen. „Wir waren vor vier Jahren in Irland bei diesen Firmen und haben dort diese Art zu Arbeiten gesehen. Dort gab es auch so einen Aulabereich – einfach lässig informell. Genau das haben wir so, wie es für uns passt, hier in unserem Büro umgesetzt. Es hat etwas von diesem Aula-Charakter, wenn die Leute miteinander essen. Das ist schon sehr charmant.“ Gerade die Komfortzone mit den Hängesesseln dürfte bei vielen Arbeitnehmer:innen auf neidische Blicke stoßen. Ob denn auch schon mal jemand eingeschlafen ist, wollen wir mit einem Augenzwinkern von den Geschäftsführer:innen wissen. „Nein, das ist noch nicht passiert. Es muss aber auch Raum und Zeit für eine kurze Plauderei geben. Es ist uns schon wichtig, dass unser Team die Zeit effizient nutzt. Auf der anderen Seite muss es jedoch auch erlaubt sein, dass sich die Leute miteinander austauschen und Spaß haben“, stellt Daniel Frixeder, der zusammen mit Neuhauser die Firma vor 25 Jahren gegründet hat, klar.

Richtig Leben im Büro

Ging es lange Zeit gar nicht ohne Homeoffice, herrscht jetzt wieder „richtig Leben“ im Büro von Upart, wie Frixeder betont. Ob am Arbeitsplatz, in den Besprechungsräumen oder auf einem Tisch bei der Bar – es ist praktisch immer jemand mit Laptop anzutreffen. Bei vielen Geschäftsführer:innen war die Vertrauensfrage das beherrschende Thema bei den neuen Arbeitsmodellen. Auch dazu hat Upart-Gründer Frixeder eine klare Meinung: „Wenn ich jetzt Angst habe, dass meine Leute nicht arbeiten, dann habe ich in den vergangenen Jahren die Falschen eingestellt. Auch wenn jemand im Büro ist, kann ich nicht beurteilen, ob jemand vor dem Bildschirm sitzt und produktiv ist oder nicht. Das ist ein sehr emotionales Thema. Aber 100-prozentige Kontrolle ist gar nicht unser Zugang.“

Die Werbeagentur versucht generell, ihren Mitarbeiter:innen viele Freiräume zu geben. Die Firmenphilosophie lautet: Die Geschäftsführer:innen bringen ihrem Team viel Vertrauen entgegen und fördern selbstbestimmtes Arbeiten. Sie können neue Projekte selbst angehen und umsetzen. „Wir pflegen einen sehr vertrauensvollen Umgang mit unseren Mitarbeiter:innen in deren Arbeit. Wir kontrollieren nicht jeden Punkt und Beistrich. Wir geben Rahmenbedingungen vor, denn ein gewisses Reporting ist notwendig. Ansonsten arbeitet unser Team frei und so, dass die Stärken eines jeden Einzelnen am besten eingesetzt und gefördert werden. Bei Fragen sind wir jederzeit da, Unterstützung ist uns wirklich wichtig. Von uns ist immer jemand erreichbar.“, so Ilona Preinfalk, Mitglied der Geschäftsführung.

Bei vielen Unternehmen streichen Mitarbeiter:innen schon die Tage am Kalender an, um dem lang ersehnten Urlaub näherzukommen. Bei Upart kann es aber auch vorkommen, dass Mitarbeiter:innen manchmal sogar „Heimweh“ bekommen. So erinnert sich Neuhauser an eine Szene: „Eine langjährige Angestellte von uns ist aus dem Urlaub zurückgekommen und das erste, was sie beim Betreten des Büros sagte, war: ‚Jetzt bin ich wieder daheim.‘“ Eine schönere Bestätigung kann es wohl nicht geben. Und das ist auch genau das, worauf es laut dem Trio bei einer starken Arbeitgebermarke ankommt. „Es bringt nichts, wenn wir einen netten Werbefilm produzieren und auf Social-Media-Kanälen verbreiten. Wir müssen nicht etwas hinschreiben, damit wir es dann auch leben. Bei uns im Büro menschelt es. Wenn bei uns jemand familiäre Probleme hat, dann unterstützen wir und suchen nach Lösungen. Das Gespür ist in diesem Fall extrem wichtig. Ich muss das leben, was ich sein will. Wir müssen auch leben, was wir als Marke kommunizieren. Wir helfen Kund:innen herauszuarbeiten, was an ihnen besonders ist“, sagt Preinfalk.

Der Teamgeist wird bei Upart wirklich groß geschrieben. So zählen zu den Benefits auch besondere Ausflüge wie mehrtägige Betriebsausflüge, das „Bier um vier“ und das monatliche Agenturfrühstück. Erst kürzlich machte sich die gesamte Belegschaft zu einem Wochenendtrip nach Triest in Italien auf. „Das war wirklich ein riesiger Spaß und förderte auch dementsprechend die Teamzugehörigkeit. Die Leute müssen bei uns hereinpassen und sich wohlfühlen. Uns ist lieber, jemand ist ein echter Teamplayer als ein Wunderwuzzi auf seinem Gebiet und der Rest passt nicht.“, macht Neuhauser deutlich.

Betrachtet man die Homepage genauer, bekommt man von außen schon einen ganz guten Blick auf das Unternehmen. „Man hat so viele verschiedene Touchpoints. Was passiert zum Beispiel auf Social Media? Interessent:innen schauen sich die Firma natürlich ganz genau an. Von außen bekommt man schon einen sehr guten Eindruck, wie es im Inneren des Unternehmens abläuft. Dabei wird auch deutlich, dass wir uns nicht immer ganz ernst nehmen und Spaß miteinander haben. Man erlebt viel von der Firmenkultur. Das reicht vom gemeinsamen Bier über den Wochenendausflug bis zum Krapfenessen“, so Frixeder.

Verstärkung gesucht

„Arbeiten ist vieles, nur nicht gewöhnlich“ – schreibt die Werbeagentur auf ihrer Seite. Gesucht wird bei Upart derzeit in den Bereichen Project Management Digital, Art Direction und nach Junior-Texter:innen. Eines stellt Preinfalk bei den Vorstellungsgesprächen fest: „Es ist schon eine Ausnahme, wenn jemand nicht nach Homeoffice fragt. Aber ich merke schon auch, dass nur wenige zu 100 Prozent von zu Hause arbeiten möchten. Die Leute haben genug davon. Gerade für junge Leute ist das schwierig. Wie soll man da Teil einer Unternehmenskultur werden, wenn man immer nur daheim vor dem Bildschirm sitzt?“

Wie in anderen Firmen werden auch bei der Linzer Werbeagentur die gängigen Arbeitszeitmodelle angewandt. „Wir bewegen uns da in den bekannten Kreisen. Wir sind sehr flexibel, stellen unsere Teams aber schon so zusammen, dass immer jemand erreichbar ist. Das erwarten unsere Kund:innen von uns.“, sagt Preinfalk. Erst im vergangenen Geschäftsjahr wurde bei den Werbeprofis die Jahresarbeitszeit eingeführt. Sämtliche Überstunden können über das Jahr verteilt abgebaut werden. Neuhauser: „Wir sind darauf bedacht, dass niemand mehr Stunden arbeitet, als im Vertrag stehen. Wir bieten größtmögliche Flexibilität und die Teams können sich bei uns selbst organisieren.“

Vor der Ausarbeitung der einzelnen Kampagnen ist für die Upart-Geschäftsführer:innen schon vor dem ersten Gespräch mit den Kund:innen folgende Botschaft von großer Bedeutung: „Wir sagen immer, es muss ehrlich kommuniziert werden. Man muss sich im Vorfeld schon genau überlegen, wie man authentisch bleibt. Ansonsten verliert man an Glaubwürdigkeit“, sind sich die drei einig. Deshalb fällt es Neuhauser auch schwer, Employer Branding in einem Wort zu beschreiben: „Wir sehen es optimalerweise als einen größeren Prozess. Die Kernfrage ist, was ein Unternehmen ausmacht und welche Werte dahinterstehen.“ Bei Upart heißt dies, das Wsntlche auf den Punkt zu brngn._

Wir setzen auf selbstbestimmtes Arbeiten in Teams.

Daniel Frixeder Geschäftsführung, Upart

Wir pflegen einen sehr vertrauensvollen Umgang.

Ilona Preinfalk Mitglied der Geschäftsführung, Upart

Wir bieten größtmögliche Flexibilität.

Jörg Neuhauser Geschäftsführung, Upart

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