Auf safari durch den förderdschungel

Er ist seit fünfzehn Jahren im Innovationsumfeld aktiv und hat bereits über 300 Unternehmen erfolgreich durch unterschiedlichste Förderprozesse geführt. Georg Schmidinger findet sich im dichten „Förderdschungel“ Österreichs bestens zurecht. Der Business Development Manager vom oberösterreichischen Inkubator tech2b verrät seine Tipps und Tricks – ein Crashkurs für Startups.

Der Förderexperte über...

… mögliche Fördermittel für Startups

In Österreich ist die Förderlandschaft für Startups sehr ausgeprägt. Es gibt Förderungen für die Vorbereitung der Gründung, die Überleitung aus der Wissenschaft in die Wirtschaft (Proof of Concept) und die Entwicklung von Prototypen. Zudem gibt es Unterstützungen für Maßnahmen zur Internationalisierung und Finanzierungen für Wachstumsschritte. Neben den Bundesförderstellen kann man sich teilweise auch Förderungen bei den Ländern abholen – und von verschiedenen Programmen der EU. Insgesamt gibt es also besonders für österreichische Startups gute Möglichkeiten, um an Fördermittel zu kommen.

… die wichtigsten Kriterien für eine Förderung

Die Kriterien sind von der Unternehmensphase abhängig. Im frühen Stadium der Unternehmensentwicklung wird der Innovationsgehalt der Projektidee höher bewertet, in späteren Phasen dann das Wachstums- und Skalierungspotential. Unabhängig von der Unternehmensphase gibt es aber auch Kriterien, die für alle Startups wichtig sind, die um eine Förderung ansuchen: das Marktpotential, die Verwertungsstrategie, das Gründerteam, die Kompetenzen im Unternehmen, die technische Durchführbarkeit und die Sicherstellung der Finanzierbarkeit. Öffentliche Förderstellen fragen immer nach der volkswirtschaftlichen Ebene: Wenn wir jetzt Steuergeld in ein Startup investieren, kommt dann später Steuergeld in Form von Arbeitsplätzen und Exporten zurück?

Die ausgeprägte Förderlandschaft wirkt vielleicht einschüchternd, bietet in Wahrheit aber eine überraschende Vielfalt.

Georg Schmidinger Business Development Manager, tech2b

… den richtigen Zeitpunkt, um einen Förderantrag zu stellen

Je früher man sich über Fördermöglichkeiten informiert, desto besser. Manche Förderungen können nur vor der Unternehmensgründung beantragt werden oder bis zu einem bestimmten Alter der Gründer. Bei größeren Förderstellen ist oft mit Bearbeitungszeiten von mehreren Monaten zu rechnen. Wartet ein Startup zu lange, um einen Antrag zu stellen, geht wertvolle Zeit verloren. Die Praxis zeigt auch, dass Startups von der Entscheidung, bei einer bestimmten Förderstelle einzureichen, bis zum Absenden des Antrags meist mehrere Wochen benötigen. Dieses Zeitfenster muss unbedingt miteinberechnet werden. Wichtig ist: Förderanträge müssen immer vor dem Start eines Vorhabens eingereicht werden.

… Unterstützung abseits finanzieller Fördermittel

Startups müssen schnell sein, um erfolgreich zu sein. Daher gibt es Förderangebote, die dabei helfen, rasch Fahrt aufzunehmen. Inkubatoren und Acceleratoren sind perfekt, um jahrelange Erfahrungen in wenigen Monaten aufzusaugen – und um von den Erfahrungen anderer Startups zu lernen, Kontakte zu Investoren zu knüpfen, bei Industriepartnern anzudocken sowie die Sichtbarkeit in der (sozialen) Medienlandschaft zu erhöhen. Gute Vernetzung, Kontakte und Wissensaustausch sind neben finanziellen Mitteln die wertvollste Währung für Startups.

… die Verpflichtungen, die Startups mit einer Förderung eingehen

Mit einer Förderung verpflichten sich Jungunternehmer, die definierten Ziele in der geplanten Zeit und mit den genehmigten Kosten umzusetzen. Das setzt eine gute Planung voraus. Teilweise bestehen Förderungen aus Cash, in der Fachsprache auch „verlorener Zuschuss“ genannt. Der Name ist Programm: Diese Beträge sind selbst beim Scheitern nicht zurückzuzahlen. Förderungen sind aber oft auch Darlehen, die man beispielsweise in Abhängigkeit vom Unternehmenserfolg zurückzahlen muss. Es ist allerdings eher die Regel als die Ausnahme, dass Startups hinter dem vorgegebenen Zeitplan sind – mit guten Argumenten, soliden Plänen und ehrlicher Kommunikation kann man deshalb oft Fristverlängerungen erreichen. Am Ende des Tages muss aber natürlich jedem Startup klar sein, dass zumindest das Stammkapital einer GmbH am Spiel steht.

… seine Tipps für Gründer

Informiert euch rechtzeitig! Besucht Veranstaltungen von Förderstellen und nutzt deren Informationstage. Nehmt an Förderworkshops der Wirtschaftskammer teil, sprecht mit anderen Gründern über ihre Erfahrungen, klopft bei Inkubatoren an und holt euch Wissen ab! Manchmal wird vom „Förderdschungel“ gesprochen –

das wirkt vielleicht einschüchternd, bietet in Wahrheit aber eine überraschende Vielfalt an finanziellen Möglichkeiten für alle, die zu Beginn vielleicht etwas Unterstützung von einem Guide wie dem tech2b Inkubator benötigen.

… die Unterstützung beim tech2b Inkubator

Gründer profitieren von zwei Jahrzehnten Erfahrung des Inkubators. Neben Barzuschüssen ist es vor allem die Betreuung des 20-köpfigen tech2b-Teams in den Bereichen Strategie, Geschäftsmodellierung, Marketing, Finanzierung und Teamaufbau, die den Inkubator für Startups wertvoll macht. Gründer können auf ein Netzwerk aus wichtigen Playern des Startup-Ökosystems zurückgreifen. Der tech2b Inkubator vermittelt unter anderem Kontakte zu Förderstellen, Investoren, Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Marketingagenturen und verfügt über einen erlesenen Alumniclub. Insgesamt konnten Startups in der Betreuung von tech2b in den letzten fünf Jahren rund zehn Millionen Euro an Investments einsammeln._

Startups mit einer spannenden Technologie und hohem Skalierungspotential sind bei tech2b genau richtig.

Raphael Friedl Geschäftsführer, tech2b

2 Fragen an …

Raphael Friedl

Geschäftsführer, tech2b

01 Welche Unternehmen können sich konkret an tech2b wenden? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

FriedlStartups mit einer spannenden Technologie und hohem Skalierungspotential sind bei tech2b genau richtig. Für Startups aus der Medizintechnik oder mit Hardwareprodukten haben wir sogar besondere Schwerpunkte gelegt: Gemeinsam mit Umsetzungspartnern wie dem Medizintechnik-Cluster, der Grand Garage und dem TÜV Österreich bieten wir hier branchenspezifische Gründungsangebote. Voraussetzung für die Begleitung durch tech2b ist eine künftige Firmengründung in Oberösterreich. Gründungsinteressierte und Startups können sich jederzeit gerne bei uns melden.

02 An welches Startup erinnern Sie sich besonders gern?

FriedlDa gibt es ganz viele. Erst kürzlich habe ich mich über den Erfolg vom Linzer Startup Kape Skateboards sehr gefreut. Das Unternehmen entwickelt nachhaltige Skateboards aus Meeresplastik und wir haben das Projekt von Anfang an begleitet: Mit dem „Patent-Scheck“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) hat Kape Skateboards die Schützbarkeit der Idee abgeklärt, mit dem „FFG Basisprogramm“ die Produktentwicklung finanziert und mit dem Investment von eQventure zuletzt auch noch einen passenden Business Angel in unserem Netzwerk gefunden, der Wachstumskapital für die Internationalisierung zur Verfügung stellt. Im November steht Kape Skateboards nun sogar im Finale des „Start Up World Cup“ im Silicon Valley mit der Aussicht auf ein Millioneninvestment.

#Ähnliche Artikel

Bereit für neue Herausforderungen

Mut zur Veränderung? Bereit für neue Herausforderungen? Auf zu neuen Abenteuern? Ja, bitte, nur her damit! Wir bringen eine Auswahl an Um-, Ein- oder Aufsteigern, die neue Karriereschritte wagen.

Kampf der Persönlichkeiten

An der eigenen Nase gepackt und einmal die „Arbeitgeber-Brille“ aufgesetzt, sieht die Realität in der Arbeitswelt doch alles andere als rosa aus: Jobhopper, die ständig wechseln; schlimmer noch, Mitarbeiter, die erst gar nicht kommen, geschweige denn bleiben; Produktivität, die auf der Strecke bleibt; „Hire and Fire“, das immens viel Zeit und Geld kostet.

„Am liebsten gebe ich Begeisterung und Know-how weiter“

Das Unternehmen Habra vertreibt Softwareprodukte für Architekten, Baufirmen, Bauträger und Wohnungsgenossenschaften. Und bietet neben der individuellen Optimierung von Programmen auch Weiter- und Ausbildungskurse dafür an. Gründer und Geschäftsführer Reinhard Brandstetter-Haslinger hat seine Leidenschaft für die BIM-Software Archicad zu seinem Beruf gemacht.

PR

Karrierechancen bei Fill

Regional und doch international: Als familiengeführter Betrieb fest in Gurten im Innviertel verankert, entwickelt das Maschinen- und Anlagenbauunternehmen Fill maßgeschneiderte Lösungen für die ganze Welt. „We are one!“, ist die Vision. Und die wird bei Fill auch gelebt: Denn in einem wertschätzenden Umfeld mit offener Fehlerkultur und zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten können Mitarbeiter innovative Ideen entstehen lassen.

was wäre, wenn ...

Wussten Sie, dass es meistens nicht die Idee ist, an der Startups scheitern? Und wussten Sie, dass es in der oberösterreichischen Gründerszene ein 16-Uhr-Ritual gibt? Patric Stadlbauer, der mit seinem Smart Start Team von KPMG Österreich Startups unterstützt, hat sich unseren Was-wäre-wenn-Fragen gestellt. Und überrascht dabei mit der ein oder anderen Insiderinformation. Die Gedankenwelt eines Gründungsexperten …

PR

Karrierechancen bei AMAG Austria Metall AG

AMAG beweist, dass die Produktion von Premiumprodukten und Recycling erfolgreich vereinbar sind. Mit modernsten Anlagen und 80 Jahren Erfahrung verwandelt das Unternehmen unterschiedlichste Aluminiumschrotte in hochwertige Guss- und Walzprodukte. Rund eine Milliarde Euro wurden in den letzten Jahren investiert, um sich für die Zukunft zu positionieren. Dabei werden auch die Mitarbeiter ganz besonders motiviert, ihre Ideen einzubringen. Denn erfolgreiche Verbesserungsvorschläge werden finanziell belohnt.

40 Fragen rund um die Unternehmensgründung

Peng! Da ist sie eingeschossen. Die zündende Geschäftsidee! Endlich der eigene Boss. Ab jetzt nur noch für die eigene Vision arbeiten. Dieses Gefühl hatten vermutlich schon viele Gründer. Ebenso wie die Ernüchterung, die danach folgt. Denn ganz so schnell geht es eben dann doch nicht. Gründungspartner finden, Geschäftskonzept entwickeln, Patente anmelden und Investoren suchen – die Unternehmensgründung ist ein langer Weg. Mit diesen 40 Fragen gelingen die ersten Schritte zum eigenen Startup.

PR

Karrierechancen bei Entholzer Fenster und Türen

100 Jahre Firmengeschichte sprechen für sich: Entstanden aus einer kleinen Glaserei, produziert das Welser Traditionsunternehmen Entholzer heute jährlich bis zu 40.000 Fenster für Bauträger, Privatkunden, Wiederverkäufer und Fachhändler. „Wir ehren das Alte und begrüßen das Neue“ – der Firmenphilosophie entsprechend wird das Familienunternehmen seit letztem Jahr bereits in vierter Generation geführt. Was den neuen Geschäftsführern besonders wichtig ist? Kommunikation auf Augenhöhe und Mitarbeiter, die wie Freunde behandelt werden.

PR

Karrierechancen bei Energie AG Oberösterreich

Als moderner Energie- und Dienstleistungskonzern bekennt sich die Energie AG zu einer umweltverträglichen Nutzung erneuerbarer Energien und fördert die Forschung im Bereich der alternativen Stromerzeugung. Das regionale Infrastrukturunternehmen versorgt nicht nur die Öffentlichkeit mit Strom, sondern elektrisiert auch seine Mitarbeiter. Mit vielfältigen Möglichkeiten, sich innerhalb des Konzerns zu verändern und weiterzuentwickeln, bietet die Energie AG alle Voraussetzungen für eine langjährige Betriebszugehörigkeit.

Open for Business

Eine der ersten Herausforderungen für die meisten Unternehmensgründer ist der Businessplan. Johannes Pracher leitet die Startrampe, den Startup-Hub der Sparkasse Oberösterreich, und betreut dort Jungunternehmer auf ihrem Weg in und durch die Selbstständigkeit. Er verrät, wie der perfekte Businessplan gelingt.

New Work: die Arbeit der Zukunft

Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Welche Entwicklungen werden den Arbeitsmarkt maßgeblich bestimmen? Wie müssen Arbeitgeber und -nehmer auf diese Trends reagieren? Auch durch die Pandemie haben diese Fragen im vergangenen Jahr weiter an Relevanz gewonnen. Wer Antworten sucht, stößt immer wieder auf den Begriff New Work. Doch wie soll diese „Neue Arbeit“ eigentlich aussehen?

„Unsere Mission ist es, die Dinge anders zu machen“

Eine benutzerfreundliche Plattform, die Unternehmen hilft, die eigenen Maschinen zu digitalisieren; die Revolution des Kochboxen-Markts und kompromisslos faire Mode: ein genauer Blick auf einige der spannendsten Startups und ihre Produkte.

Diese 6 Fähigkeiten brauchen wir auf dem modernen Arbeitsmarkt

Fragen Sie sich auch öfter, worauf es in der modernen Arbeitswelt ankommen wird? Dann haben wir gute Nachrichten für Sie. Das Bildungsconsulting der Wirtschaftskammer Tirol liefert mit seiner Analyse „Futur – Dialog mit der Zukunft“ nämlich einen geeigneten Leitfaden. Und zwar in Form einer Kompetenzlandkarte, der „ein modernes Modell zur Entwicklung jener Kompetenzen, die in Zukunft von hoher Bedeutung sind“, zugrunde liegt, so die Wirtschaftskammer Tirol. Wir haben uns die sechs zukunftssicheren Skills angeschaut.

PR

Karrierechancen bei Habau Group

„Investition in unser Team bedeutet, in die Zukunft zu investieren.“ Über Jahrzehnte erfolgreich gewachsen, zählt die Habau-Unternehmensgruppe zu den Top Vier der österreichischen Bauindustrie – mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland. Um das nächste Kapitel der Erfolgsgeschichte zu schreiben, setzt Habau auf zukunftsorientierte Arbeitsplätze, vielfältige Aufgabenfelder und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Das Ziel: Top Drei der österreichischen Bauindustrie – mit europäischem Format.

PR

Karrierechancen bei HYPO Oberösterreich

Toprating, Prime-Status und ausgezeichneter Arbeitgeber: Die HYPO Oberösterreich ist nicht nur eine der erfolgreichsten Regionalbanken. Seit vielen Jahren zählt sie auch zu den beliebtesten Arbeitgebern Österreichs. Ob Familienfreundlichkeit oder Gesundheitsangebote, die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der HYPO Oberösterreich ein ganz besonderes Anliegen: „Wir sind Begleiter, Unterstützer und Ermöglicher – für die Wirtschaft und die Menschen.“

PR

Karrierechancen bei MACO-Gruppe

Bekannt als Innovationstreiber, zählt MACO zu den Weltmarktführern in der Beschlagbranche. Teamgeist, Kreativität und Kundenorientierung machen den Hersteller für Fenster-, Tür- und Schiebetürbeschläge zu dem, was er ist: einem Unternehmen mit Weitblick, das frühzeitig Zukunftsszenarien in die Produktentwicklung einplant und für disruptive Lösungen in der Branche sorgt.

PR

Karrierechancen bei Oberösterreichische Versicherung AG

„Keine Sorgen, Oberösterreich“ – treffender könnte das Motto kaum sein. Denn in über 200 Jahren Unternehmensgeschichte gibt es wahrscheinlich keinen Schadensfall, den die Oberösterreichische Versicherung noch nicht erlebt hat. „Die Oberösterreichische“ ist die älteste Versicherung im Land und hat damit ihren Status als Lebensbegleiter im Bereich Sicherheit und Vorsorge mehr als bestätigt. Das Geheimnis dieser Langlebigkeit? Die Nähe zum Kunden, persönliche Beratung und eine hohe Servicequalität – auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung.

Diversität: Keine Frage der Moral

Dass Diversität einen positiven Effekt auf den Unternehmenserfolg hat, belegen zahlreiche Studien. Ein Blick in die Führungsetagen Österreichs zeigt allerdings, dass dieser Wettbewerbsvorteil kaum genutzt wird. Wieso das so ist? Die beiden BDO Führungskräfte Petra Lahofer und Julia Leeb sind sich einig: Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel. Bei BDO ist Diversität schon seit Längerem Teil der Unternehmensstrategie. Wie sich dadurch die Zusammenarbeit im Team verändert hat und welche Fragen sie zu dem Thema nicht mehr hören wollen, erzählen die beiden im Interview.