„Jung, engagiert und im richtigen Ausmaß frech“

So beschreibt Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer sein Team. Warum es engagiert sein muss, ist klar: Am 26. September ist Landtagswahl, man hat sich in der Oberösterreichischen Volkspartei zum Ziel gesetzt, ein „noch stärkerer Erster“ zu werden. Jung trifft’s wohl auch, das Durchschnittsalter im Team ist 34. Und frech? Lesen Sie selbst …

Das hier ist keine Stellenausschreibung. Trotzdem, nur für den Fall: Wer ins Team von Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer kommen möchte, der muss vor allem mit zwei Eigenschaften punkten – Leidenschaft und Eigeninitiative. Seine Erwartungen seien hoch, doch wer sie erfüllt, darf ihn auch gerne mal auf die Schaufel nehmen. Denn, und das ist seine dritte Erwartung an sein Team, „es braucht eine gesunde Portion Humor“. Wir haben natürlich nicht nur ihn gefragt, was genau das bedeute, sondern auch vier seiner insgesamt knapp 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es ist Wahlkampfzeit. Herrscht da im Team so etwas wie Mannschaftsgeist wie bei einem sportlichen Wettkampf?

StelzerJa, schon, weil unsere Tätigkeit ja immer auf eine bestimmte Zeit begrenzt ist. Dann kommt wieder die Entscheidung, ob du sie weiterhin ausführen wirst oder jemand anderer. So wichtig unsere bisherige Arbeit auch war, entscheidend ist trotzdem: Was passiert bei der Wahl? Und daher sind die Anspannung und die Konzentration jetzt sehr groß. Aber Gott sei Dank passt die Stimmung auch.

Was ist das Ziel dieser „Mannschaft“ bei der Wahl am 26. September?

StelzerDass wir wieder die Hauptverantwortung bekommen. Wir wollen ein noch klarerer und stärkerer Erster sein, weil die Zeiten schwierig sind. Es kommen jetzt ganz entscheidende Jahre auf uns zu. Wir und ich haben gezeigt, dass wir mit ernsten, gewichtigen Situationen umgehen können, und hoffen, dass wir dadurch das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler gewinnen können, damit wir diese herausfordernde Zeit wieder mit einer Hauptverantwortung gestalten können.

Wie stellen Sie sicher, dass alle in Ihrem Team bestmöglich mitgestalten? Setzen Sie dabei auf das Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“?

StelzerIch bin sehr an Details interessiert, um das mal höflich zu formulieren (lacht). Das strapaziert, glaube ich, hin und wieder die Nerven meiner Leute. Aber das liegt natürlich an der Aufgabe und am umfassenden Tätigkeitsfeld. Da muss ich mich einfach darauf verlassen können, dass alles richtig aufbereitet wird – und das wissen meine Leute auch, deshalb nehmen sie das sehr ernst.

Wie kann man als Mitarbeiter Ihre Erwartungen am besten erfüllen?

StelzerMit viel Leidenschaft für seine Aufgaben. Denn wenn jemand nach dem Prinzip „Das mach ich halt, weil es mir angeschafft wird“ arbeitet, dann ist das ganz etwas anderes, als wenn sich jemand denkt: „Ich mache es, weil ich etwas daraus machen will.“ Also die Leidenschaft, die möchte ich schon spüren. Ein zweiter wichtiger Punkt ist, sich nicht mit der erstbesten Lösung oder Antwort zufriedenzugeben. Und dann ist mir auch noch ganz wichtig, immer wieder eine gesunde Portion Humor einzubringen. Weil wir das ganz einfach brauchen.

Woran erkennen Sie, dass es Ihrem Team gut geht?

StelzerWenn der Schmäh läuft, wenn viel gelacht wird, wenn es auch Zeit gibt, sich zusammenzusetzen. Und wenn sie auch mich hin und wieder auf die Schaufel nehmen.

Echt, das dürfen sie?

StelzerJa, sie haben eh Anstand (schmunzelt).

Wie loben Sie Ihre Mitarbeiter?

StelzerIch befürchte, zu wenig. Aber ich bemühe mich schon, dass ich vor allem das Lob, das wir für gelungene Aufgaben bekommen, an diejenigen weitergebe, die das vorbereitet haben. Wenn es heißt „Das hat der Stelzer gut gemacht“, dann ist das natürlich eine Rückmeldung, die genauso mein Team betrifft.

Und umgekehrt: Was ist das beste Kompliment, das Ihnen Ihre Mitarbeiter machen können?

StelzerEgal in welchem Inhaltsbereich, am meisten freut es mich, wenn sie sagen: „Da waren wir schneller“, oder: „Gut, dass wir das so gemacht haben.“ Bezogen auf das rechtzeitige Treffen von Entscheidungen. Denn das ist die Aufgabe des Ersten: Nicht darauf zu warten, bis man gezwungen ist, etwas zu machen, sondern frühzeitig zu entscheiden. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Leute vif und engagiert genug sind, die mit einem arbeiten.

Sind Sie bei Personalentscheidungen persönlich involviert? Um sicherzugehen, dass – wie Sie sagen – die Leute vif und engagiert genug sind?

StelzerDie Letztentscheidung liegt bei mir, ja, davor wird aber natürlich alles aufbereitet. Nachdem das mein Team ist, möchte ich gerne wissen, mit wem ich da arbeite und auf wen ich mich einlasse.

In vielen Büros hat Corona einen Wandel herbeigeführt, Stichwort „New Work“. Wie ist das bei Ihnen?

StelzerAuch wir hatten unsere Phasen mit viel Homeoffice, aber da merkt man schon in so einer spezifischen Arbeitssituation wie unserer, dass es den unmittelbaren Bezug braucht. Und dass der auch entsprechend geschätzt wird. Wir versuchen daher, zwar die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen, aber trotzdem auf den analogen Teamgeist zu setzen.

Wann sind Sie zufrieden mit der (Team-)Arbeit?

StelzerJetzt zum Beispiel. Wenn wir feststellen, dass wir in Oberösterreich Beschäftigungsrekord haben: Fast 700.000 Beschäftigte in Oberösterreich. So viele hat es noch nie gegeben. Und das quasi am Weg aus der Krise. Das ist wirklich eine Riesenfreude, so eine Art oberösterreichisches Weltwunder, wenn man so will. Wenn im Zusammenspiel Dinge aufgehen können, das ist das Schöne an unserer Arbeit! Denn davon profitieren dann so viele Leute. So etwas kann uns alle miteinander freuen._

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