Medizin im Blut

Günther Beck war von Beginn an dabei. Bereits als Kind hat er die Anfangsjahre des Gesundheitszentrums Revital Aspach hautnah miterlebt. Und gesehen, wie sich das Familienunternehmen durch (Gründer-)Vater Gerhard Beck bis zum Generationswechsel 2016 zum Gesundheits-Hotspot entwickelt hat.

Faszination Medizin

Günther Beck ist Mediziner. Sein Vater ebenfalls, genauso wie sein Großvater. Und ja, auch sein Urgroßvater war Arzt. Was bei den Becks offensichtlich zutrifft, gilt laut einer österreichweiten OECD-Studie als erwiesen. Medizinfaszination wird vererbt. Und zwar ziemlich dominant. Jeder fünfte Medizinstudierende hat einen Arzt als Vater. Die Wahrscheinlichkeit, einen Arzt in der näheren Verwandtschaft zu haben, ist bei Medizinstudenten 70-mal höher als beim Rest der Bevölkerung. „Ich habe mich schon als Kind für Gesundheit und Medizin interessiert. Mein Vater hat viel von seinem Beruf erzählt und wir haben uns zuhause immer ausgetauscht und bestimmte Situationen besprochen“, sagt Günther Beck. Als ehemaliger Profibiathlet waren die Themen Gesundheit, Leistung und Ernährung immer präsent und er habe sich „relativ bald entschieden, Gesundheit zu meinem Beruf zu machen. Mit 26 habe ich erkannt, dass sportlich mein Horizont erreicht war, und habe mit dem Medizinstudium begonnen.“ Gepaart mit dem Interesse an Wirtschaft sei die Position als Geschäftsführer des Revital Aspach eine optimale Kombination für seine beruflichen Interessen. Und Vater Gerhard Beck meint: „Die Faszination an unserem Beruf ist, Menschen helfen zu können, wohlwissend, dass man als Arzt nicht heilen kann, sondern Patienten nur Ratschläge aufgrund des angeeigneten Know-hows und der Ausbildung geben kann.“

Gemeinsame Blickrichtung

Verbunden hat die beiden Mediziner beruflich schon früh der gemeinsame Blick über den Tellerrand der klassischen Schulmedizin. „‚Viele Wege führen zum Ziel‘ ist ein altes Sprichwort, das auch im Gesundheitswesen angewendet werden kann. Neben der klassischen Schulmedizin spielen Bereiche der Naturheilkunde und die psychische Komponente für die Gesundheit eine wesentliche Rolle“, erklärt Gerhard Beck. Wissensdurst und ein offener Blick für neue Behandlungsmethoden und -wege waren die Triebfeder für seine stetige persönliche und fachliche Weiterbildung. „Wir haben eine gute medizinische Ausbildung in Österreich, keine Frage. Aber es gibt viele Parallelwege, die genauso zielführend sind.“ Sein Wissen habe er sich durch Bücher, Austausch und zahlreiche Weiterbildungsprogramme, später durch Internetrecherche angeeignet. Das Resultat: das Gesundheitszentrum. „Das macht unser Gesundheitszentrum auch so einzigartig“, erklärt Sohn Günther Beck. „Wir versuchen, mit ganzheitlicher Diagnostik bei den einzelnen Persönlichkeiten auf verschiedenen Ebenen zu schauen, wo sich die Störfaktoren für die Gesundheit befinden.“ Neben klassischer Rehabilitation des Bewegungsapparates werden Komponenten wie Darmgesundheit, Stoffwechsel, psychosoziale Gesundheit und Ernährung miteinbezogen. „Wir möchten, dass unsere Patienten und Besucher verstehen, was zu ihren Problemen geführt hat, um ihnen dann ein Werkzeug in die Hand geben zu können“, sagt Günther Beck. Kritik üben beide am Gesundheitssystem oder „Krankheitssystem“, wie es aus ihrer Sicht heißen sollte. „Eigenverantwortung wird gesundheitspolitisch nicht wahrgenommen. Krankheiten werden behandelt, es wird aber nicht gefordert, dass Menschen selbst etwas dazu beitragen, gesund zu bleiben“, so Gerhard Beck.

Bewährtes weiterführen, Neues entstehen lassen

„Meine Frau und ich haben das Unternehmen 1991 gemeinsam gegründet und waren uns immer einig, dass wir sinnvolle Schritte setzen müssen, um auf dem Weg vorwärts zu kommen“, erklärt Gerhard Beck. Natürlich waren hier auch „Böcke“ dabei, wie Beck es formuliert. „Niemand hat die Weisheit mit dem Löffel gegessen, ein Unternehmen zu führen ist ein kontinuierlicher Prozess.“ Der Austausch zwischen den Generationen war konstruktiv. Günther Beck dazu: „Wir haben den Generationswechsel gut vorbereitet und hatten einen Plan.“ Die wichtigste Veränderung war der Strukturumbau in der Geschäftsführung, man habe eine Managementebene unter die Geschäftsführung eingezogen. „Wir haben hier wichtige Leute aus dem Unternehmen, aber auch externe Personen mit an Bord geholt.“ Grundsätzlich sollte man, wenn „ein Schiff gut auf Kurs ist, nicht 90 Grad nach links abbiegen. Wenn das Kerngeschäft funktioniert, dann hat man eine Spielwiese für neue Themen, bei denen man ausprobieren kann, ob sie funktionieren.“ Die schnelllebige Zeit würde Rahmenbedingungen rasch verändern und ein Vorausdenken erfordern. „Das haben wir jetzt gerade an der Coronakrise gesehen.“ Der Erfahrungsschatz, auf den man innerhalb der Familie zurückgreifen könne, sei besonders wertvoll.

Sich zurückziehen

„Ich war immer der Meinung, dass ein Indianerstamm nicht zwei Häuptlinge haben kann, die auf gleicher Höhe agieren“, antwortet Gerhard Beck auf die Frage über die erste Zeit der Vater-Sohn-Zusammenarbeit. Der Zeitpunkt des Ausscheidens wurde klar festgelegt, gemeinsam habe man noch etwa eineinhalb Jahre im Unternehmen verbracht. „Da hatte Günther schon die medizinische Leitung über, ich habe mich in dieser Zeit nur um das Technische im Unternehmen gekümmert, und im Jahr darauf habe ich gesagt: Ich vertschüsse mich. Die Jugend macht es anders als die ältere Generation, das ist eine klare Sache. Schließlich habe ich selbst doch auch vieles anders als mein Vater gemacht.“_

Eigenverantwortung wird gesundheitspolitisch nicht wahrgenommen.

Gerhard Beck Mediziner und Gründer des Gesundheitszentrums Revital Aspach

Wenn ein Schiff gut auf Kurs ist, sollte man nicht 90 Grad nach links abbiegen.

Günther Beck Geschäftsführer, Gesundheits-zentrum Revital Aspach und Villa Vitalis Medical Health Resort

Schon gewusst?

Das Gesundheitszentrum Revital Aspach wurde 1991 von Gerhard und Regina Beck gegründet. Seit 2016 führt Sohn Günther Beck in zweiter Generation das Rehabilitationszentrum weiter. Neben einer Klinik für orthopädische Rehabilitation und einem Ambulatorium für physikalische Medizin wird im Gesundheitszentrum ein Gesundheitsrefugium für Stress- und Stoffwechselmanagement, Sport-, Natur- und Energiemedizin betrieben.

2012 wurde von Gerhard und Regina Beck unter dem Aspekt des ganzheitlichen Ansatzes sowie der Prävention von Krankheiten das privat geführte Gesundheitshotel Villa Vitalis Medical Health Resort eröffnet.

In seiner Wahlarztpraxis betreut Günther Beck (seine) Patienten nach dem gemeinsam entwickelten, ganzheitlichen „Vitalis med concept“.

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