Ob das gesund isst?

Fett macht fett. Nein, doch nicht. Kohlenhydrate sind das große Übel. Und Gluten verträgt man sowieso nicht. Rotes Fleisch? Um Gottes Willen, davon bekommt man Dickdarmkrebs. Kaffee bitte komplett von der Liste streichen. Oh, Moment. Fehlalarm, Kaffee ist sogar äußerst gesund! Oder doch nicht? Dann eben Chiasamen! Die sind wohl das Allheilmittel schlechthin. Wenn einem bei all den Ernährungstrends und Mythen mal nicht der Appetit vergeht!

Genau das sei das Problem, sagt Allgemein- und Ernährungsmedizinerin Tina Bräutigam. „Alle paar Wochen und Monate wird eine neue Ernährungslinie präsentiert und propagiert. Das verunsichert.“ Und macht auch keinen Sinn, denn nicht jede Ernährungsform ist für jeden gleich gut. „Wenn es das wäre, dann hätten wir weder ein Problem mit Über- noch mit Untergewicht. Dann gäbe es eine Ernährungsform, die alle anwenden und somit ist die Sache erledigt.“ Das Gegenteil ist der Fall: Sowohl im Bereich der Über- als auch im Bereich der Unterernährung nehmen Essstörungen zu. Dahinter steht oft ein immenser Druck. „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, jeder will perfekt sein. Vor allem junge Menschen wollen sich in sozialen Medien bestmöglich darstellen, Männer genauso wie Frauen. Das führt dann oft zu ständigen Ernährungsumstellungen und Exzessiv-Sport“, so Bräutigam. Und Übertreibung führe meist zu Problemen. Verzichtet man etwa auf Kohlenhydrate und isst stattdessen Unmengen an Gemüse und Eiweiß, dann sind Bauchschmerzen eine ganz logische Schlussfolgerung. Genauso schädlich sei der Verzicht auf Fett. „Wir brauchen gute Fette, damit unser Stoffwechsel funktioniert und wir fettlösliche Vitamine überhaupt aufnehmen können. Nur Gemüse zu essen bringt mir nichts. Und was das Obst betrifft – natürlich ist es gesund, aber ein Zuviel davon macht oft Beschwerden. Da sind wir wieder bei der Dosis.“

Die Mischung macht’s

Die Medizinerin plädiert daher auf gesunde Mischkost und generell auf das Motto „Die Dosis macht das Gift.“ Unter gesunder Mischung versteht sie eine pflanzlich betonte Ernährung als Basis in Kombination mit eiweißreichen Lebensmitteln aus pflanzlicher und idealerweise auch aus tierischer Quelle – wobei die pflanzliche überwiegen sollte. Dazu gehören aber auch komplexe Kohlenhydrate wie Getreide, Reis und Kartoffeln. „Sie sind der Treibstoff, liefern uns Energie und sättigen“, so Bräutigam. Es macht aber einen Unterschied, wann man diese isst. „Ideal wäre, sowohl in der Früh als auch mittags Kohlenhydrate zuzuführen, denn tagsüber brauchen wir diese Energie.“ Abends sollte hingegen der Anteil an Gemüse und Eiweiß überwiegen. Und in welcher Menge eigentlich? „Mir fällt auf, dass vor allem Kinder und Jugendliche teilweise keine Ahnung mehr haben, wie große denn eine Portion sein soll. Wohl auch deshalb, weil es viel weniger gemeinsame Mahlzeiten gibt, bei denen man sich an Eltern oder Geschwistern orientieren könnte“, erklärt die Linzer Ärztin. Ein guter Richtwert sei, so Bräutigam weiter, die durch Ernährungsexpertin Sasha Walleczek bekanntgewordene Faustformel für jede Mahlzeit: Zwei Fäuste Gemüse, eine große Faust Kohlenhydrate und eine Handfläche Eiweiß, abends etwas weniger Kohlenhydrate. „So isst man von allen wichtigen Komponenten etwas.“

„Stress beeinflusst die Darmflora. Unverträglichkeiten sollt man daher nicht nur an einzelnen Lebensmitteln festmachen, sondern großflächiger ansetzen.“

Tina BräutigamAllgemein- und Ernährungsmedizinerin

Und zwar am besten mit vollem Genuss. Den vermisst Tina Bräutigam aber zunehmend in der Gesellschaft. „Ich habe das Gefühl, dass immer weniger Menschen das Essen wirklich genießen. Es ist mittlerweile mit so vielen Fragen und Ängsten verbunden und Unverträglichkeiten scheinen ganz normal zu sein.“ Dabei hätten diese Unverträglichkeiten oft nicht nur mit der Ernährung selbst zu tun, sondern auch mit der Art, wie wir essen. „Wer gestresst isst, beeinflusst damit seine Darmflora, das ist momentan Gegenstand vieler Untersuchungen. Und das hat sehr wohl Einfluss auf die Verträglichkeit.“ Eine Unverträglichkeit sollte man daher nicht nur an einzelnen Lebensmitteln festmachen, sondern großflächiger ansetzen. „Essen als kulturelles, soziales Erlebnis sollte wieder im Vordergrund stehen.“

Augenblick mal!

Dazu braucht es aber Entspannung. Und die lässt sich selten auf Knopfdruck herbeirufen. „Hauptfehler ist zurzeit, dass wir alle auf den Urlaub oder auf das Wochenende hinarbeiten. Und dann sind wir plötzlich krank im Urlaub, weil dann endlich dieser Stress nachlässt.“ Daher sei es wichtig, im Alltag immer wieder – mal mehr, mal weniger – Möglichkeiten zum Abschalten zu finden. Das kann eine Tasse Tee am Abend sein, ein Buch, gute Musik oder natürlich die Gesellschaft von Familie und Freunden. „Jeder von uns hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung und jeder ist dafür verantwortlich, diese gut einzuteilen. Deshalb ist es wichtig, auch zu reflektieren, was mir jetzt im Moment wichtig ist“, so Bräutigam. Während des Essens sollte es das Essen sein. Und nicht der Blick auf’s Smartphone. Sondern die Freude am Essen, die Freude an der Gesellschaft der Menschen, die einem wichtig sind._

#Ähnliche Artikel

"Empathie wirkt"

Zwischen glücklichen Patienten, zufriedenen Mitarbeitern und Wirtschaftlichkeit: Robert Schütz, Geschäftsführer der Kliniken Diakonissen Linz, Salzburg und Schladming, über die Herausforderungen des Managements eines Krankenhauses und seinen persönlichen Führungsstil.

Ein gutes Bauchgefühl

Für die Mitarbeiterbindung vertrauen viele auf Betriebsausflüge, flexible Arbeitszeiten, kostenlose Firmenhandys oder Tischfußball. Dass Liebe aber auch durch den Magen geht, darauf setzt das Familienunternehmen Fronius: Vor einem Jahr wurde die Werksküche komplett umgekrempelt mit dem Anspruch, die beste Betriebsgastronomie Österreichs aufzubauen. Auf Kostprobe in Sattledt.

Fleissig wie eine Biene

Sonja Huemer hat sich schon vor vielen Jahren der Naturkosmetik verschrieben, lange Zeit einen Shop in Linz geführt. Ihre Erfahrung im Vertrieb und ihr Know-how in der Produktion ließ sie nun in eine neue exklusive Produktlinie einfließen. Symbol von B-In ist die Biene. In mehrfacher Hinsicht passend – angefangen beim Fleiß und der Geschäftigkeit der Gründerin.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Wir finden: Es darf. Jedenfalls mehr Genuss und Entschleunigung. Ein bisschen mehr Sport. Mehr Vergnügen. Mehr Leichtigkeit. Und mehr Zeit zu zweit. Hier einige der besten Adressen, an denen Sie dieses „Mehr“ finden.

„Zentralisierung ist der falsche Weg“

Bis 1.1.2020 sollen die bislang 21 Sozialversicherungen auf fünf Träger zusammengelegt werden. Die 170 Seiten starke Mega-Reform der türkis-blauen Regierung sorgt für ordentlichen Zündstoff. Ende Oktober wurde sie trotz Protesten in der Begutachtung fast unverändert Richtung Parlament geschickt. Die Eckpunkte der Reform im Überblick und Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer Oberösterreich, darüber, warum Oberösterreich als Verlierer aus der Reform rausgehen wird.

Alte Obstsorten in modernem Gewand

Einkochen ist wieder in. Isabella Kastl ist diesem Trend ebenfalls verfallen und was als Leidenschaft für den eigenen Gebrauch begann, führte sogar zum eigenen Unternehmen „Isabella’s MundART“. Mit ihren Kreationen hebt sie sich dabei aber vom allgemeinen Trend stark ab.

Megatrend Gesundheit: Mega-Karrierechance

Gesund sein, gesund bleiben, gesund werden – die Grundlage für ein gutes Leben ist Gesundheit. Unsere Gesellschaft ist heute gesünder als je zuvor. Zu tun hat das ohne Zweifel auch mit dem immer höher qualifizierten Personal im Gesundheitswesen. Und es braucht noch mehr von diesem Personal. Denn die Nachfrage ist groß – keine andere Branche boomt so wie die Gesundheitsbranche. Die besten Voraussetzungen also für gute Karrierechancen. Aber was, wenn man weder Arzt noch Gesundheits- und Krankenpfleger werden möchte? Dann gibt es noch verdammt viele andere Möglichkeiten, in der Branche Fuß zu fassen: Welche das sind und wer dafür geeignet ist, das haben wir in Oberösterreichs größter Ausbildungsstätte für Gesundheitsberufe in Erfahrung gebracht.

Von Apps und Medikamenten

Wie eine App Schlaganfallpatienten dabei unterstützt, ihren Leidensdruck zu mindern, und eine Software helfen kann, neue Medikamente für die Krebsforschung herzustellen – wir haben wieder die spannendsten Start-ups unter die Lupe genommen.

Patientenpflege: „Es geht ums Spüren“

Emotional. Belastend. Fordernd. Keine Frage - ein Krankenhausaufenthalt ist immer eine besondere Lebenssituation für Patient und Angehörige. Susanne Gringinger, neue Pflegedienstleiterin der Klinik Diakonissen, über die Herausforderungen an das Pflegepersonal für eine ganzheitliche Patientenbetreuung.

Wo sich Natur und Luxus die Hand schütteln.

Die Vision der Gastgeber Henrike und Andreas Färber war von Anfang an: Verbindungen schaffen. Zwischen Altem und Neuem, zwischen Luxus und Bergerlebnis, zwischen Innen und Außen, zwischen Gastgebern und Gästen.

Hau(p)tsache nicht oberflächlich!

In einer gesunden Haut fühlt man sich wohl. In einem gesunden Unternehmen auch. Tamara Möstl, Geschäftsführerin von Fachinstitut für Hautgesundheit, kümmert sich um beides. Und setzt dabei auf Tiefgang und Ganzheitlichkeit. Und liebt Wandel.

Stadtflucht. Oder Landflucht.

Beides hat seinen Reiz. Und für beide Bedürfnisse haben wir Adressen gefunden, die keine Kompromisse eingehen – wir vergeben fünf Sterne für alle Bereiche: für Service, Ausstattung, Zimmer, Gastronomie und Lage.

„Ich könnte niemals Weintrauben aus Chile essen“

Woher kommt das? Diese Frage bekommen Gastronomen immer häufiger gestellt. Christine und Michael Otte wissen in ihrem Hauben-Restaurant Scherleiten in Schlierbach stets eine Antwort darauf. Sie sind einer von etwa 100 Gastronomie-Partnerbetrieben der Genussland Oberösterreich Gastro-Initiative, die auf geprüfte regionale Qualität setzen. Warum sie lieber beim Produzenten um die Ecke einkaufen, wie sie sich und ihren Lebenstraum gefunden haben – das alles erzählen sie, während wir in einer alten Bauernstube mit einer originalen Decke aus dem Jahr 1726 sitzen.

Wohin geht die Reise? Zu mir selbst.

Vielleicht ist Reisen ein Urinstinkt. Wir wollen Neues entdecken, etwas erleben, uns von Eindrücken inspirieren lassen. Und dann ist da aber noch ein Urinstinkt. Den vergessen wir manchmal, oder verdrängen ihn oder haben eigentlich keine Ahnung, dass es ihn gibt. Den Wunsch, zu uns selbst zu finden. Funktioniert nur leider selten im Alltag. Wir haben Reiseziele entdeckt, die einen nicht nur an schöne Orte, sondern auch ein Stück zu sich selbst bringen.

Alter! Wie sind wir gepflegt?

Die Pflege ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft. Im Jahr 2080 werden laut Prognosen der Statistik Austria 2,9 Millionen Personen der Generation 65 plus leben – um 79 Prozent mehr als 2016. Dementsprechend steigt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. Aktuell gibt es 460.000 Pflegegeldbezieher in Österreich. Doch wo und von wem sollen diese zukünftig betreut werden? Experten aus sämtlichen Bereichen des großen Bereichs der Pflege liefern Antworten auf diese und viele andere Fragen.

„Quäl dich, du Sau!“

Während „normale“ Menschen nach dem Büro gerne mal am Sofa entspannen oder ihr Lieblingsrestaurant besuchen, ist die Freizeit von Johannes Pracher besonders während der Trainingssaison bis auf die letzte Minute verplant. Und Trainingssaison ist fast immer. Denn die große Leidenschaft des Kepler Society-Geschäftsführers und Ironmans ist der Triathlon.

PR

Brustgesundheitszentrum Gespag-Elisabethinen nach höchsten europäischen Standards zertifiziert

Als derzeit erste und einzige Einrichtung in Österreich erhielt das Brustgesundheitszentrum Gespag-Elisabethinen kürzlich die Zertifizierung nach Eusoma, der Europäischen Gesellschaft für Brustkrebs-Spezialisten. Damit erfüllt die gemeinsame Organisationseinheit zweier Spitalsträger strengste Vorgaben zur Behandlung von Brustkrebs und zählt zu den 29 Zentren in Europa, die diese Auszeichnung führen dürfen. Die Konzeption dieses Zentrums mit sieben Standorten in ganz Oberösterreich ist einzigartig.