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 Too hot to handle
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Too hot to handle

5. Juni 2026

Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Selbstzweifel betreffen Millionen berufstätiger Frauen und bleiben dennoch ein Tabu. Arbeitspsychologin Ina Lukl von IBG erklärt, warum Unternehmen es sich wirtschaftlich nicht leisten können, die Wechseljahre länger zu ignorieren.

Schlaflose Nächte, plötzliche Hitzewallungen, innere Unruhe oder nachlassende Konzentration: Für rund zwei Drittel aller Frauen werden die Wechseljahre irgendwann Teil des Berufsalltags. Doch das Thema bleibt in vielen Unternehmen unausgesprochen. Die Folgen sind gravierend: Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit, ziehen sich aus verantwortungsvollen Rollen zurück oder gehen früher in Pension.

„Für mich war das ein Weckruf“, sagt Arbeitspsychologin Ina Lukl und erinnert sich an die Präsentation der Studie „MenoSupport Austria“. Trotz langjähriger Erfahrung im betrieblichen Gesundheitsmanagement sei das Thema Wechseljahre kaum präsent gewesen. Dabei betreffe es ganze Organisationen: Wertvolles Know-how geht verloren, Teams geraten unter Druck, der Fachkräftemangel verschärft sich. Gleichzeitig steigt das Altersarmutsrisiko bei Frauen, wenn sie gezwungen sind, Arbeitszeit zu reduzieren oder frühzeitig aus dem Erwerbsleben auszusteigen.

Wenn Unternehmen ihre Leistungsträgerinnen halten wollen, müssen sie das Thema ernst nehmen.
Ina Lukl
Arbeitspsychologin, IBG Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement

Der Weg aus der Tabuzone

IBG reagiert darauf mit Workshops, die über Phasen, Symptome und Bewältigungsstrategien informieren. Besonders wertvoll sei der Austausch unter Kolleginnen, berichtet Lukl. Doch ein zentraler Hebel werde oft übersehen: Führungskräfte. Drei Viertel der betroffenen Frauen wünschen sich sensibilisierte Vorgesetzte. Schon sensible Nachfragen im Mitarbeiterinnengespräch, flexible Arbeitsmodelle, Homeoffice, angepasste Raumtemperaturen oder bessere sanitäre Ausstattung können viel bewirken.

Lukls Vision ist klar: Frauengesundheit soll selbstverständ-
licher Teil der Unternehmenskultur sein. Es gehe um Respekt und Wertschätzung für Frauen, die jahrzehntelang Leistung erbracht haben und es weiterhin wollen. „Wenn Unternehmen ihre Leistungsträgerinnen halten wollen, müssen sie das Thema ernst nehmen“, sagt sie. Der erste Schritt sei einfach und längst überfällig: darüber sprechen._

Redaktion

  • Melanie Kashofer

Fotos

IBG

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