Am Kraftwerkspark Timelkam ist Oberösterreichs größter Batteriespeicher ans Netz gegangen und mit ihm ein Stück mehr Versorgungssicherheit für ein Land, das seine Energiewende ernst meint.
Ein Container-Komplex, der Großes leistet: Mit rund 5 MW Leistung und 14,5 MWh nutzbarer Kapazität ist der neue Großbatteriespeicher der Energie AG der derzeit kapazitätsstärkste Batteriespeicher seiner Art im Bundesland. Zur Einordnung: Das entspricht etwa 1.450 haushaltsüblichen Batteriespeichern, gebündelt an einem einzigen Standort.
Dass es nicht reicht, nur auf erneuerbare Erzeugung zu setzen, betont Energie AG-CEO Leonhard Schitter: „Die Energiewende braucht neben dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energie auch intelligente Speicherlösungen. Mit dem Großbatteriespeicher in Timelkam investieren wir als Energie AG gezielt in die Energiezukunft Oberösterreichs.“ Auch Aufsichtsratsvorsitzender Markus Achleitner ordnet das Projekt strategisch ein: „Für Oberösterreich als Industrie- und Wirtschaftsbundesland Nr. 1 sind Versorgungssicherheit und planbare Energiekosten entscheidende Standortfaktoren. Dass bereits 91 Prozent unserer Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammen, zeigt, wie erfolgreich wir diesen Weg schon gehen. Um diesen Kurs konsequent fortsetzen können, müssen Stromerzeugung, Netze und Speicher als Gesamtsystem gedacht werden. Der neue Batteriespeicher in Timelkam leistet dazu einen wichtigen Beitrag und schafft die notwendige Flexibilität für den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien.“
Technisch basiert die Anlage auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen und erreicht rund 500 Vollzyklen pro Jahr. Ihr Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Überschüssiger Strom aus sonnenreichen Mittagsstunden wird gespeichert und genau dann wieder eingespeist, wenn der Bedarf steigt. Energie AG-CTO Alexander Kirchner bringt den Nutzen auf den Punkt: „Mit dem neuen Batteriespeicher wird ein wesentlicher Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit geleistet. Gleichzeitig ermöglicht er die noch bessere Integration erneuerbarer Energiequellen, indem überschüssige Energie effizient gespeichert und genau dann bereitgestellt wird, wenn sie benötigt wird.“
Bemerkenswert ist auch die Entstehungsgeschichte: Durch die Nutzung bestehender Kraftwerksinfrastruktur in Timelkam ließ sich das rund vier Millionen Euro schwere Projekt besonders wirtschaftlich realisieren – vollständig ohne öffentliche Fördermittel. Umgesetzt wurde die Anlage gemeinsam mit dem deutschen Spezialisten INTILION, der seine Erfahrung im DACH-Raum einbrachte, während vor Ort insbesondere die Mitarbeitenden der Energie AG für Bau, Verkabelung und Schutztechnik sorgten.
Ist der Speicher einmal am Netz, übernimmt weitgehend die Technik: Ein Algorithmus analysiert laufend die Marktlage, ermittelt die optimale Einsatzstrategie und meldet Handelsaufträge automatisch an die Energiebörse. So wird der Speicher nicht nur zum Stabilitätsanker fürs Netz, sondern auch zum aktiven Akteur am Regelleistungsmarkt.
Timelkam soll kein Einzelfall bleiben. Nach ähnlichem Konzept plant die Energie AG bereits weitere Speicherprojekte an verschiedenen Standorten. Ein klares Signal, dass Speichertechnologie künftig ebenso selbstverständlich zur oberösterreichischen Energielandschaft gehören soll wie Wind- und Wasserkraft selbst.
Energie AG / Mathias Lauringer
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