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 Linz setzt auf „Industrial Intelligence“ als Zukunftsstrategie
Bürgermeister Dietmar Prammer und Stadtrat Thomas Gegenhuber
Schon gewusst

Linz setzt auf „Industrial Intelligence“ als Zukunftsstrategie

Neues Wirtschaftsprogramm soll Industrie, Künstliche Intelligenz, Start-ups und Fachkräfte stärken

Linz will seine Position als einer der führenden Wirtschafts- und Industriestandorte Österreichs weiter ausbauen. Mit einem neuen Wirtschaftsprogramm setzt die Stadt auf die Verbindung von industrieller Kompetenz, Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Innovation. Ziel ist es, den Standort langfristig wettbewerbsfähig zu halten und die Transformation zur klimaneutralen Industriestadt aktiv zu gestalten.

Industrie und KI als gemeinsame Zukunftschance

Präsentiert wurde das Programm von Bürgermeister Dietmar Prammer, Wirtschafts- und Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber sowie JKU-Professor Robert Bauer. Im Mittelpunkt steht das Konzept der „Industrial Intelligence“: die Verbindung klassischer Industriekompetenzen mit Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, Prozesssteuerung und Clean Technologies.

Linz könne dabei auf starke Voraussetzungen aufbauen. Neben etablierten Industrieunternehmen wie der voestalpine und dem Chemiepark verfüge die Stadt über eine wachsende IT-Branche mit Unternehmen wie Dynatrace, Fabasoft oder dem KI-Start-up EmmiAI. Gleichzeitig sieht sich der Standort mit Herausforderungen wie geopolitischen Unsicherheiten, Fachkräftemangel, steigenden Energieanforderungen und internationalem Wettbewerb konfrontiert.

„Eine starke Industrie ist ein Wettbewerbsvorteil“, lautet eine der zentralen Botschaften des Programms. Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Hand sollen gemeinsam daran arbeiten, Wohlstand und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Mehr Innovation und Kapital für Start-ups

Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Innovationen und Unternehmensgründungen. Wissen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen soll stärker in wirtschaftliche Anwendungen überführt werden. Neben der Johannes Kepler Universität spielen dabei die FH Oberösterreich, die Kunstuniversität, die IT:U, die Tabakfabrik und die Digital Mile eine wichtige Rolle.

Besonders die Tabakfabrik entwickelt sich zu einem Zentrum für KI-Unternehmen. Bereits heute sind dort rund 30 Unternehmen aus diesem Bereich angesiedelt.

Langfristig soll die Zahl der Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen deutlich steigen. Zudem soll der Großraum Linz-Wels-Hagenberg in den kommenden zehn Jahren rund eine Milliarde Euro für Start-ups, Scale-ups und industrielle Innovation mobilisieren. Dieses Kapital soll aus öffentlichen und privaten Quellen sowie europäischen Förderprogrammen kommen.

JKU-Professor Robert Bauer betont die Bedeutung eines starken Innovationsökosystems. Neben der Weiterentwicklung bestehender Unternehmen brauche es mehr radikale Innovationen, neue Geschäftsmodelle und technologieorientierte Start-ups, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Fachkräfte, Verwaltung und Klimaziele im Fokus

Neben Innovation und Kapital rückt das Wirtschaftsprogramm auch die Fachkräftesicherung in den Mittelpunkt. Bis 2040 könnten in Linz rund 83.000 Fachkräfte fehlen. Daher spielen Themen wie Ausbildung, leistbares Wohnen, Mobilität, Kultur und internationale Offenheit eine zentrale Rolle.

Auch die Verwaltung soll zur Standortstärkung beitragen. Nach der Digitalisierung von Bauverfahren plant die Stadt die digitale Abwicklung von Betriebsanlagengenehmigungen. Ziel ist es, Prozesse zu beschleunigen und Unternehmen zu entlasten.

Ein weiteres Zukunftsthema ist das Carbon Management. Gemeinsam mit Unternehmen und dem Land Oberösterreich sollen Lösungen entwickelt werden, um CO₂ zu speichern, zu nutzen oder weiterzuverarbeiten. Perspektivisch könnte daraus ein eigenes Kompetenzzentrum entstehen.

Mit dem neuen Wirtschaftsprogramm verfolgt Linz eine klare Strategie: Die industrielle Tradition der Stadt soll nicht ersetzt, sondern durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Technologien weiterentwickelt werden. Der Anspruch lautet, die Stärken des Standorts in neue Zukunftskraft zu übersetzen und Linz als international sichtbares Zentrum für „Industrial Intelligence“ zu etablieren.

Redaktion

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Gregor Hartl Fotografie

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