Die Kunst der Selbstbestimmung
Selbstbestimmt statt fremdbestimmt: Wie Oberösterreichs Mittelstand die Krise als Chance nutzt.
Auf dem Programm standen detaillierte Lageberichte bei der Fröling Heizkessel GmbH (Ernst Hutterer und Ruth Hutterer), der Austroflamm GmbH (Inhaber Ferdinand Huemer), der Molin Industrie-Anlagenbau GmbH (Geschäftsführerin Miriam Zauner-Brutter) sowie der Zauner Anlagentechnik GmbH. Bei Zauner stand auch ein Vorzeigebeispiel für den heimischen Mittelstand im Fokus: Firmengründer Manfred Zauner hat die Führung des erfolgreichen Familienbetriebs an die zweite Generation übergeben. Das Unternehmen wird nun von den neuen Geschäftsführern Andreas Beck und Roman Zauner in die Zukunft geführt.
Anpacken statt Jammern
„In der aktuellen Phase hilft uns kein Jammern weiter. Es geht für den Mittelstand jetzt ausschließlich um den Mut, das Heft selbst in die Hand nehmen“, betonte Senat-Vorsitzender Hans Harrer. „Unternehmerischer Erfolg hängt in volatilen Zeiten maßgeblich davon ab, Risiken als Opportunisten zu nutzen und proaktiv zu agieren.“ Der Senat verstehe sich hierbei als „Allianz der Macher“, die Netzwerke öffnet und Praxisentscheidungen beschleunigt.
Der anschließende Brückenschlag zur Kultur folgte in der neu eröffneten Galerie Badstraße 9 in Bad Schallerbach. Hier schloss sich der Kreis des Tages auch biografisch: Die Galerie befindet sich im Besitz von Zauner-Anlagentechnik-Gründer Manfred Zauner, der damit nach dem wirtschaftlichen Erfolg auch einen Raum für kreativen Austausch in der Region geschaffen hat. Unter dem Titel „Kunst & Kultur im Dialog mit Wirtschaft“ beleuchteten Galerie-Geschäftsführerin Antje Dost und der internationale Künstler Mike Büchel das Zusammenspiel von kreativer Innovationskraft und wirtschaftlicher Resilienz. Büchel führte die Gäste durch seine aktuelle Ausstellung und zeigte Parallelen zwischen künstlerischer Vision und unternehmerischem Weitblick auf.
Ferrero-Waldner: Größte Energiekrise aller Zeiten
Den geopolitischen Rahmen des Abends steckte Ferrero-Waldner ab. In ihrem Impulsvortrag analysierte die ehemalige EU-Kommissarin die globalen Verwerfungen. „Wir erleben derzeit die größte Energiekrise aller Zeiten. Für den exportorientierten österreichischen Mittelstand ist ein tiefes Verständnis außenpolitischer Dynamiken mittlerweile überlebenswichtig“, analysierte sie.
Ihr Appell an die Betriebe vor Ort war eindeutig: „Unternehmen müssen maximale Resilienz aufbauen und sich in Energiefragen so autark wie möglich aufstellen.“ Die Energiewende sei damit nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern der zentrale Kern künftiger Wettbewerbsfähigkeit und geopolitischer Unabhängigkeit.
Beim abschließenden Get-together nutzten die oberösterreichischen Wirtschaftstreibenden den Abend für intensives Networking, um konkrete Kooperationen für die Praxis zu fixieren.
Redaktion
- DIE MACHER
Fotos
Oberösterreicherin / Matthias Lauringer




