Science-Fiction aus Oberösterreich

Die drei Hagenberg-Absolventen Michael Plank, Andrzej Kozlowski und Alexander Seifert arbeiten an dem Browser-Game Starforce Delta, in dem Spieler sich in virtuellen Raumschiff-Schlachten behaupten können. Starforce Delta soll aber nur der erste Schritt für ein viel größeres Projekt sein.

Die Unternehmer wollen ein riesiges Fantasy-Universium erschaffen – vergleichbar mit Star Wars oder Herr der Ringe. Unterstützt werden sie dabei durch XING-Gründer Lars Hinrichs und dem oberösterreichischen Start-Up-Netzwerk akostart.

Es ist der 5. September 2168. Die jahrhundertelange Ausbeutung und verheerende Kriege haben die Erde zu einer lebensfeindlichen Umgebung gemacht. Die Menschen bauen ein Portal mit einer Verbindung zu einem 127 Lichtjahre entfernten Sternensystem, um dort nach einem neuen Zuhause zu suchen. Doch stattdessen bricht ein Krieg mit den Shar’Dal aus – einer aggressiven Alienrasse. Söldner werden in das All geschickt, um die Menschheit zu retten. In die Rolle solcher Söldner können die Starforce-Spieler seit Anfang März schlüpfen.

Testen im Studentenheim

Vor mehr als fünf Jahren arbeiteten die damaligen Studenten für ihr Master-Projekt in Medientechnik und Design in Hagenberg erstmals an dem Browsergame – mit dem damaligen Namen Delta-Strike. „Wir haben unglaublich viel Zeit in das Projekt investiert“, erinnert sich Michael Plank. Während andere Studenten in den Weihnachtsferien Zeit mit ihrer Familie verbringen, bleiben die drei im Studentenheim und überlegen sich neue Features für ihr Spiel. In den Hagenberg-Laboratorien spielen sie auch im Unterricht unzählige Stunden gegeneinander, testen Waffensysteme und Raumschiffe.

„Als die Master-Arbeit fertig war, haben wir das Spiel nicht beworben. Um ehrlich zu sein, es war auch noch nicht ganz ausgereift“, sagt Plank. Dann trennen sich die Wege der drei. Seifert zieht es in die USA zu einer Firma, die künstliche Intelligenzen für Computerspiele programmiert, Plank nach Deutschland zur Media-Agentur Powerflasher. Kozlowski geht nach Polen zu Reality Pump, wo er an Two Worlds II arbeitet. Vorerst halten sie nur über ihren alten Skype-Channel Kontakt, ihre Gespräche dort drehen sich meist um ein Thema: Das noch nicht fertige Browserspiel. Schließlich ist es Seifert, der sich vornimmt, am alten Projekt weiterzuarbeiten.

„In meinem Job war ich viel in Amerika unterwegs, beim Netzwerken oder Essen mit Spiele-Experten habe ich manchmal unser altes Konzept hergezeigt“, sagt er. Die Game-Experten sind alle begeistert. Er fasst einen Plan. Wenn es funktioniert, Geld für die Finanzierung des Spiels aufzutreiben, will er zurück nach Österreich fliegen.

Und es funktioniert. Der ehemalige Arbeitgeber von Michael Plank stellt für die drei den Kontakt zu Hackfwd her, einem Projekt von XING-Gründer Lars Hinrichs. Das Konzept: Innovative Gründer bekommen ein Jahr lang Geld für ihr Projekt, HackFwd erhält dafür 27 Prozent Anteile am Unternehmen. „Wir haben uns unglaublich angestrengt, in das Programm reinzukommen“, sagt Plank. Die drei wissen, was Hinrichs sucht: „Geeks, absolute Geeks“. Danach richten sie ihre Strategie aus. „Wir haben unsere Bewerbung so geekig wie möglich gestaltet“, erzählt der Co-Founder und CTO. Dazu mussten sie sich aber nicht verstellen. „Wir haben uns immer schon extrem für Computerspiele interessiert und waren vielleicht auch etwas anders“, sagt Plank. Tatsächlich bekommen die drei dann im Sommer 2010 die Zusage von HackFwd– für die drei Gründer gibt es ein Jahr lang insgesamt 190.000 Euro.

Am 16. November 2010 wird schließlich die Firma Pro3Games gmbh gegründet. Das Startup-Netzwerk Akostart hilft den Gründern bei der Organisation, das Start-Up kommt im Co-Working-Space in der Linzer Humboldstraße unter. „Seitdem hat sich einiges verändert“, sagt Creative Director Andrzej Kozlowski. Zum Beispiel das Konzept des Spiels. „Ursprünglich war es als reines Echtzeit-Strategiespiel geplant, bei dem Spieler nur gegen andere Spieler antreten können – in 2D“. Anfang März 2011 entschließen sich die Entwickler aber für 3D, auch das Spielprinzip wird verändert. Im Februar 2012 steigt noch ein weiterer Investor ein: iVentureCapital mit 100.000 Euro.

„Ein Monster erschaffen“

Während Kozlowski die Geschichte des Start-Ups Kapitel für Kapitel erzählt, nimmt er immer wieder einen Schluck aus seiner persönlichen Kaffeetasse im pro3-Games-Design. Als Akostart-Vorstandsmitglied und Initiator Gerold Weisz zufällig einen Blick in den Raum wirft, beschwert sich der Grafiker sofort bei ihm: „Der Geschirrspüler ist ziemlich aggressiv, der verwäscht die schönen Motive!“.

Weisz nimmt die Beschwerde lachend zur Kenntnis. Für den Abwasch ist der 43-Jährige nicht zuständig. „Wir sehen uns als Sparringpartner für Start-Up-Unternehmen“. Gründer werden vorbereitet und beraten „Der große Nutzen von Akostart ist der, dass wir interuniversitär und disziplinär zusammenarbeiten“, sagt Gerold Weisz. Studenten der JKU werden etwa mit Hagenberg-Studenten für gemeinsame Projekte in Kontakt gebracht. Im Akostart-Co-Working-Space in der Humboldtstraße arbeiten derzeit 22 Menschen auf 240 Quadratmetern Arbeitsfläche an ihren Projekten, die Organisation stellt ihnen den Platz kostenlos zur Verfügung.

Diese Unterstützung will man bei Pro3Games nützen. „Wir wollen ein Monster erschaffen. Der Anfang ist unser Spiel, in einigen Jahren soll es Filme und Bücher über das Starforce-Universum geben“, sagt Seifert. Spiele bezeichnet er als die ultimative Challenge für Start-Up-Unternehmer. „Wo sonst braucht man 2D-Zeichner, Grafiker, Musik-Verantwortliche, Programmierer, Soundeffekte, Grafikeffekte, Storywriting, Psychologie und Marketing und vieles mehr?“_

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