Wie (oft) begegnet man als Generaldirektor Herausforderungen? Laufend.

Wenn Klaus Kumpfmüller seine Laufrunde durch Leonding dreht, dann geht’s mal bergauf, mal bergab, manchmal wird’s richtig anstrengend. Sitzen bleiben und abwarten ist trotzdem keine Option für ihn. Auch nicht in seiner neuen Funktion als Generaldirektor der Hypo Oberösterreich. Wenn Herausforderungen auf ihn zukommen, dann analysiert er sie, diskutiert und entscheidet rasch. Und es sind viele Themen, die auf ihn zukommen. Welche, das erzählt er ausnahmsweise dann doch vor allem im Sitzen.

Den Pöstlingberg, den Kürnberger Wald und sogar die Donau – das alles kann man vom sogenannten 13er Turm in Leonding sehen. Klaus Kumpfmüller ist nicht der Einzige, der hier regelmäßig Sport betreibt. Vor allem an einem so warmen Herbsttag zieht es viele in die Natur. Und die bedeutet dem Oberösterreicher viel. Auch während seiner Cooling-off-Phase verbrachte er viel Zeit draußen. Als er im Jänner als Nachfolger des verstorbenen Andreas Mitterlehner zum Vorstandsvorsitzenden der Hypo OÖ bestellt wurde, legte er seine Vorstandsfunktion bei der Finanzmarktaufsicht zurück und konnte bis zu seinem Start bei der Bank im August das machen, wozu er sonst wenig Zeit hat: Ski fahren und Skitouren zum Beispiel. Und natürlich laufen.

„Läuft!“, denkt man sich beim Blick auf Ihren Lebenslauf. Sowohl beim Laufen als auch bei Ihrer Karriere: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

KUMPFMÜLLERDas Wichtigste ist mal: ohne Fleiß kein Preis. Und genauso wichtig ist eine positive Einstellung: Ich schaue optimistisch in die Zukunft und wenn Probleme aufkommen, dann sehe ich nicht vordergründig die Probleme, sondern schaue, wie sie sich lösen lassen. Diese Lösungsorientierung hat mich immer geleitet. Ich versuche, die Themen aufzunehmen, die da sind. Sie zu analysieren, zu diskutieren, rasch zu entscheiden und schließlich die Lösung umzusetzen. Etwas auszusitzen ist immer eine schlechte Idee, das führt nicht zum Erfolg.

„Ohne Fleiß kein Preis.“

Klaus Kumpfmüller Generaldirektor, Hypo Oberösterreich

Was sind die ersten Themen, die Sie jetzt in Ihrer neuen Funktion als Generaldirektor analysieren?

KUMPFMÜLLERDas Eine ist natürlich die Coronasituation, die uns vor Herausforderungen stellt. Innerbetrieblich geht es darum, Lösungen zu finden, wie man mit dieser Situation umgeht, Stichwort Homeoffice und Digitalisierung der Arbeitswelt. Auf der anderen Seite haben wir eine veritable Wirtschaftskrise. Da wollen wir als Bank dazu beitragen, die Wirtschaft mit notwendiger Liquidität und Bankdienstleistung zu versorgen – dazu muss man rasch analysieren und die Kunden durch die Krise durchbegleiten. Und schauen, dass möglichst wenig Schaden bleibt, damit Wachstum wieder möglich ist. Eine große Rolle spielt dabei auch der Optimismus. Wirtschaft besteht zu einem großen Teil aus Psychologie. Das heißt, wenn die Stimmung positiv wird, ist das auch für die Wirtschaftsentwicklung positiv.

Wenn es Corona nicht gegeben hätte, was würde dann jetzt ganz oben auf Ihrer To-do-Liste stehen?

KUMPFMÜLLERErstens: Die Banken sind in einem Transformationsprozess. Die Digitalisierung bietet viele Chancen, wir haben eine moderne Technologie und mit der RLB OÖ einen strategischen Partner, mit dem wir im IT-Bereich gut zusammenarbeiten. Was wir dabei aber immer mitdenken: Wir sind eine Beraterbank und wir müssen für uns definieren, wie wir mit unseren Kunden kommunizieren – wann braucht es persönlichen Kontakt, was kann man auch digital abwickeln? Das Beste aus diesen beiden Sphären zu entwickeln, das ist der Ehrgeiz, den wir haben. Das zweite große Thema ist die Nachhaltigkeit. Diese zieht sich durch vom Geschäftsmodell über ökologische Anlageprodukte bis hin zur Wohnbaufinanzierung. Wenn jemand nachhaltig bauen möchte und eine Finanzierung braucht, bekommt er bei uns besondere Produkte.

Susanna Wurm, Chefredakteurin, DIE MACHER und Klaus Kumpfmüller, Generaldirektor, Hypo Oberösterreich

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