17 Euro Wirkung pro Förder-Euro: Wie OÖ als Konjunkturmotor durchstartet
Mit einem massiven öffentlichen Investitionspaket von knapp 800 Millionen Euro, Impulsprogrammen und Milliarden-Investitionen der Industrie schaltet Oberösterreich auf Erholungskurs.
Die konjunkturellen Wolken hellen sich auf: Nach herausfordernden Jahren stehen die Zeichen in Oberösterreich wieder klar auf Stabilisierung und Erholung. Die Wirtschaftsprognosen von WIFO (+0,9 %) und IHS (+0,8 %) für 2026 bestätigen den positiven Trend, der sich auch in regionalen Schätzungen für das Bruttoregionalprodukt spiegelt. Das Land Oberösterreich nutzt diesen Schwung gezielt und fungiert mit Rekordbudgets sowie zielgerichteten Impulsen als verlässlicher Tempomacher für den Standort.
„Die konjunkturelle Erholung zeichnet sich langsam ab. Durch nachhaltige Impulse im Rahmen unserer Wirtschafts- und Innovationsförderungen setzen wir bewusst Maßnahmen, um diesen Trend zusätzlich zu verstärken“, erklärt Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner. Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Hebelwirkung: Bei den klassischen Wirtschaftsförderungen löst durchschnittlich ein einziger Euro an Landesförderung 17 Euro an Wertschöpfung und Investitionen in der Wirtschaft aus.
Öffentliche Hand als stabiler Ankereffekt
Für das Jahr 2026 sieht das oberösterreichische Landesbudget unmittelbare Investitionen von knapp 800 Millionen Euro (exakt 794 Mio. Euro) vor. Die Ausgabenschwerpunkte fließen direkt in zukunftsträchtige Schlüsselbereiche:
Straßeninfrastruktur & öffentlicher Verkehr: ca. 200 Mio. Euro
Wohnbau: mehr als 150 Mio. Euro
Wirtschaft & Forschung: rund 146 Mio. Euro
Krankenhäuser & Schulbauten: mehr als 100 Mio. Euro
Pflegebereich: ca. 20 Mio. Euro
Ergänzt wird diese Summe durch das neu aufgelegte Sonderprogramm „Impuls 26“ mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro. Allein 47,25 Millionen Euro fließen dabei direkt in Forschung, Wirtschaft, Energie und Baumaßnahmen der Landesbeteiligungen. „Den Spielraum für diese zusätzliche Unterstützung schafft unsere geordnete und vorausschauende Finanzpolitik. Investitionen in Innovation sind der Treiber der Wirtschaft und stärken die Zukunftsfähigkeit des Standorts OÖ nachhaltig.”, so Achleitner
Landesnahe Unternehmen investieren 900 Millionen Euro
Auch die Beteiligungsunternehmen des Landes erweisen sich als verlässliche Antreiber. Von der Breitband Oberösterreich GmbH über die Seilbahnholding bis hin zur Energie AG planen die Landesbeteiligungen im Jahr 2026 Gesamtinvestitionen von 900 Millionen Euro (wovon bis Anfang Juni bereits 275 Mio. Euro umgesetzt wurden).
Zu den Investitionsschwerpunkten gehören der Breitbandausbau (42 Mio. Euro), die Modernisierung der Eurothermen (8 Mio. Euro), Infrastrukturprojekte der Seilbahnholding (8,8 Mio. Euro) sowie Großprojekte der Energie AG wie das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee und der Neubau des Kraftwerks Traunfall.
Milliarden-Investitionen der Industrie als Vertrauensbeweis
Dass Oberösterreich auch im internationalen Standortwettbewerb punktet, demonstrieren eindrucksvolle Großprojekte aus dem privaten Unternehmenssektor:
Google (Kronstorf): Errichtung eines Rechenzentrums; historisch größte Einzelinvestition in OÖ.
voestalpine (Linz): Rund 1 Mrd. Euro für einen Elektrolichtbogenofen (EAF) zur klimafreundlichen Stahlproduktion.
BMW Group (Steyr): Über 1 Mrd. Euro (2022–2030) für E-Antriebs-Entwicklung und -Produktion.
dm drogerie markt (Kronstorf): 230 Mio. Euro für ein neues Verteilzentrum.
TGW Logistics (Marchtrenk): 150 Mio. Euro in Produktion, Automatisierung und Standorterweiterung.
FACC (St. Martin im Innkreis): 120 Mio. Euro Gesamtinvestition und bis zu 300 neue Arbeitsplätze.
Siemens Energy & Plasser & Theurer (Linz): Jeweils 60 Mio. Euro für ein neues Servicewerk bzw. ein neues Montage- und Inbetriebnahme-Werk.
Strategie #upperVISION2030 zeigt enorme Wirkung
Als zentraler Leitfaden dient die Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030. Die Fünf-Jahres-Halbzeitbilanz (2020–2025) zeigt ein beeindruckendes Bild: Von den ursprünglich bis 2030 geplanten 1 Milliarde Euro Förderungen wurden bereits 869 Millionen Euro (87 %) investiert. Damit wurde ein Gesamtwirtschafts-Projektvolumen von knapp 5 Milliarden Euro ausgelöst.
Digitale Transformation: 494,7 Mio. € Landesförderung $\rightarrow$ 2.442,0 Mio. € Projektvolumen
Effiziente & nachhaltige Industrie: 255,6 Mio. € Landesförderung $\rightarrow$ 2.170,0 Mio. € Projektvolumen
Systeme & Technologien für den Menschen: 100,3 Mio. € Landesförderung $\rightarrow$ 193,5 Mio. € Projektvolumen
Vernetzte & effiziente Mobilität: 18,6 Mio. € Landesförderung $\rightarrow$ 154,6 Mio. € Projektvolumen
Starkes erstes Halbjahr 2026 & Rekordbudget für Forschung
Allein im ersten Halbjahr 2026 konnten 318 Wirtschaftsförderungsfälle mit 8,04 Millionen Euro positiv beschieden werden, was Investitionen von 140 Millionen Euro auslöste – vom Nahversorger über KMU-Exporte bis hin zu schnell wachsenden Start-ups. Zudem klettert das Forschungsbudget im Standortressort 2026 auf die Rekordsumme von 113,8 Millionen Euro (+10 Mio. Euro gegenüber 2025). „Unsere Betriebe müssen um das besser und innovativer sein, als sie teurer produzieren. Deshalb investieren wir konsequent in Forschung und Entwicklung, um heimischen Betrieben den entscheidenden Vorsprung im globalen Wettbewerb zu sichern“, fasst Landesrat Markus Achleitner zusammen.
Redaktion
- MMH
Fotos
Land OÖ / Charlotte Guggenberger