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Am Hintersee, eingebettet zwischen Wolfgangsee und Salzburg, liegt ein Hotel, das sich nicht wie ein Hotel anfühlt, sondern wie eine Einladung nach Hause. Ein Wochenende im 4-Sterne-Naturhotel Fischerwirt WaldSPA.
Ein kleines, charmantes Haus mit brandneuer grauer Fassade, still gelegen in Faistenau, nur wenige Gehminuten vom Hintersee entfernt. Die ersten Stufen hinauf zum Eingang, und schon öffnet sich die massive Holztür wie von selbst. Drinnen erwartet einen: Natur. Natur, überall. Links ein Speiseraum mit Moosdecke und hängenden Pflanzen, hochwertige Holzmöbel, die durch schwarze Details und gezielte Beleuchtung modern und stilvoll wirken. Geradeaus wachsen stilisierte Baumstämme bis zur Decke – so kunstvoll beleuchtet, dass es aussieht, als würden ihre Wurzeln oben an der Decke einfach weiterwachsen. Gemütlich. Modern. Offen. Ein weiterer Bereich mit Kamin, Weinzimmer, Bar und noch mehr Sitzgelegenheiten lädt zum Verweilen ein – erst letztes Jahr renoviert, und das spürt man in jedem Winkel.
Der Geheimtipp am Ende des Sees
An der Rezeption wartet keine Formalität, sondern Rudi Ebner – der Gastgeber persönlich. Die erste Frage beim Einchecken: Was wollt ihr am Wochenende erleben? Radfahren, wandern, erzählen wir. Schon liegen Karten und Broschüren auf dem Tisch, dazu ein Geheimtipp: die Eiskapelle, am hinteren Ende des Sees. Kaum im Zimmer angekommen – ebenso liebevoll eingerichtet wie der Rest des Hauses – geht es auch schon wieder hinaus. Fünf Gehminuten sind es bis zum Hintersee, rund fünf bis sechs Kilometer misst die ganze Seerunde. Ein kurzer Sommerregen zum Auftakt, dann strahlend blauer Himmel. Vorbei an Kühen, Waldwegen und Blumenwiesen führt der Weg zur alten Eiskapelle. Eine Kapelle also, an einem kühlen Ort? Falsch gedacht. Eine Eiskapelle ist ein gewaltiger, oft ganzjährig bestehender Lawinenschneekegel. Von diesem kleinen „Gletscher“ ist inzwischen zwar nicht mehr viel übrig, doch das Flussbett, das man erreicht, beeindruckt trotzdem: steile Felswände links und rechts, kleine Bäche, die daran herabrieseln.
Zurück am See dann die ersten Badenden, und ein Platz in der „Lago Bar“. Wieder ein Tipp von Rudi Ebner. Kinder springen von den Schwimminseln, Hunde kühlen ihre Pfoten im Ufer. Alles ruhig, alles entspannt. Direkt daneben liegt der kleine Privatstrand, der nur den Gästen des Fischerwirts vorbehalten ist: Sonnenschirme, Liegen, eigener Seezugang, jede Menge Stille.
Ein Wald, der ins Wasser fällt
Und dann kommt das Highlight des Wochenendes: das WaldSPA. Ein Hügel, darauf ein Wald, strahlend blauer Himmel, Treppen, die nach oben führen. Bei genauerem Hinsehen schmiegen sich dunkle Lodges in die Bäume – als hätten sie schon immer dort gestanden. Das erste Chalet ist das Poolhaus. Dahinter: ein ganzjährig beheizter Outdoor-Infinitypool mit Liegen, balinesischen Betten, weiteren Daybeds. Dunkles Holz und anthrazitfarbener Stein im Kontrast zum leuchtenden Blau des Wassers.
Ein Traum, so einfach ist das. Weitere Treppen führen zu den anderen vier Lodges. Zwei davon sind Ruhelodges: Wellnessliegen, Kissen, Decken, Himmelbetten, riesige Panoramafenster mit Blick in den Wald. Wasser, Tee und frische Äpfel stehen zur Stärkung bereit. Die weiteren zwei Chalets beherbergen zwei Saunen – eine Kräuter Bio-Soft-Sauna mit sechzig, eine Finnische Sauna mit neunzig Grad. Immer wieder dasselbe Thema, immer wieder Natur, nur eben auf eine sehr moderne Art erzählt. Klare Linien, eine ruhige Einheit. An diesem Tag ist es zu heiß zum Saunieren. Also zurück zum Pool, ein paar Stufen hinunter. Liegend im Daybed, abgekühlt vom Wasser, mitten im Wald, ein gutes Buch in der Hand – und dann kommt ein Mitarbeiter vorbei und fragt, ob es ein Aperol Spritz sein darf. Spätestens da ist man angekommen.
Vier Gänge, ein Salatbuffet und ein bisschen Wassergymnastik
Der Abend klingt mit einem Vier-Gänge-Menü auf der Terrasse aus. Das persönliche Highlight: ein Salatbuffet mit unzähligen Toppings, Dressings und Gemüsesorten. Jeder Gang ist durchdacht komponiert, überrascht mit kleinen Akzenten – frische Zitrone in der Kartoffelsuppe zum Beispiel. Der perfekte Abschluss eines Sommertages. Der zweite Tag beginnt um acht Uhr mit Wassergymnastik im Pool – Mamas Idee, zugegebenermaßen ziemlich lustig, und das Frühstücksbuffet danach doppelt verdient.
Mit dem Rad, ausleihbar im Hotel, geht es am See entlang bis zum Ort Hintersee, gerade einmal vierhundert Einwohner zählt er. Auf dem Rückweg noch eine Runde schwimmen am Privatstrand, bevor das Wetter umschlägt. Regen prasselt auf das Holz der Ruhelodge, die Wolken werden dunkler, durch die Panoramafenster sieht man die Bäume im Wind. Eingekuschelt im weichen Bademantel, die Haut nach den Saunagängen weich und belebt, tief durchatmen, tiefenentspannt. So stellt man sich Wellness vor.
Ein Herz für Gäste. Und für Katzen.
Sie gehören hier einfach dazu. Auf der Zimmerterrasse schmiegt sich eine süße schwarze Katze um unsere Beine. Im WaldSPA begegnet uns eine getigerte Katze. Am Abend versammeln sich mindestens sieben Katzen zum gemeinsamen Essen auf dem Hof – ganz selbstverständlich aufgenommen.
Herzlich aufnehmen, das ist ohnehin das Prinzip hier. Der Fischerwirt ist ein Familienbetrieb: Rudi Ebner führt ihn gemeinsam mit seiner Frau Marietta. Rudis Schwester Rita hilft an der Rezeption mit, umsorgt die Gäste und schreibt jeden Morgen die humorvolle, sehr persönliche Morgenpost. Ihr Mann ist Sommelier des Hauses und kümmert sich vor allem abends um Getränke und Weinbegleitung. Marietta steht in der Küche und zaubert selbstgemachte Marmeladen fürs Frühstücksbuffet, exotische Limonaden und jede Menge hausgemachte Köstlichkeiten.
Und Rudi Ebner selbst? Ist einfach überall. Checkt Gäste ein, setzt sich beim Frühstück dazu, steht in der Küche, gibt Ausflugstipps, stellt Räder zur Verfügung und fragt jeden Tag aufs Neue, wie es einem geht. An den Tischen und in den Zimmern stehen kleine Begrüßungsschilder mit den Namen der Gäste. Auf Sonderwünsche beim Essen reagiert man hier mit einem Lächeln und tausend Alternativen. Im Service unterstützt wird die Familie von drei jungen Brüdern aus Marokko – aufmerksam, zuvorkommend, wahnsinnig fleißig. Wie sie zum Fischerwirt gefunden haben, erzählt Rudi Ebner gerne selbst. Man merkt es an jeder Geste: Hier geht man wertschätzend miteinander um.
Und wenn man sich dann doch mal loslöst
Eigentlich möchte man ja die ganze Zeit hier im WaldSPA verbringen. Aber es gibt halt auch rundherum so viel zu entdecken. Und das Beste daran: Es gibt ein kostenloses Guest Mobility Ticket. Während des gesamten Aufenthalts können alle öffentlichen Verkehrsmittel im Salzburger Land gratis genutzt werden. In rund zwanzig Minuten ist man mit dem Bus in Salzburg oder an einem der umliegenden Seen – Fuschlsee, Wolfgangsee, Attersee. Dazu Leihräder, Pilates und Yoga direkt am See, ein eigener Yogaraum, eine Sonnenterrasse.
Von alldem könnte man noch lange erzählen. Geöffnet hat das Naturhotel Fischerwirt WaldSPA das ganze Jahr über, mit einem eigenen Programm zu jeder Jahreszeit: im Sommer Wandern, Radfahren, Schwimmen, Sonnenbaden – im Winter Langlaufen, Schneeschuhwandern, Rodeln und, natürlich, Wellness. Eines der schönsten, persönlichsten Hotels, die man je besucht hat. Von der ersten Sekunde an wohl- und gut aufgehoben – so, als würde man nicht in ein Hotel einchecken, sondern nach Hause kommen.
Redaktion
- Daniela Zauner, Susanna Winkelhofer
Fotos
Naturhotel Fischerwirt