1,43 Milliarden Euro Umsatz. Das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Doch was Gerald Hackl nach vierzehn Jahren an der Spitze der VIVATIS Gruppe hinterlassen möchte,
lässt sich nicht nur in Zahlen messen: Verantwortung.
Investitionen in Innovationen, Menschen, Qualität und Produktionsstandorte. Auch dann, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig waren. „Solche Entscheidungen verlangen Mut, Geduld und die Bereitschaft, unbequeme Wege zu gehen.“ Heute ist die Gruppe breit aufgestellt, krisenresistent und erfolgreich. Doch Hackl blickt nicht nur auf das, was gewachsen ist. Sondern auch auf das, was verloren geht.
Vier von zehn Kühen und Schweinen würden umsonst sterben, wenn ihre Produkte letztlich im Abfall landen. Ein drastisches Bild für eine Gewohnheit, die längst normal geworden ist: volle Regale, permanente Aktionen, makellose Lebensmittel. „Wir haben Konsumentinnen und Konsumenten zu Schnäppchenjägern erzogen“, sagt Hackl – und nimmt dabei die gesamte Wertschöpfungskette in die Pflicht. Denn an der Kassa sehen wir den Preis. Nicht die Arbeit. Nicht das Wissen. Nicht die natürlichen Ressourcen. Und schon gar nicht das Tier dahinter. „Ich bin überzeugt, dass wir den gesellschaftlichen Diskurs stärker auf den tatsächlichen Wert von Lebensmitteln lenken müssen. Nicht nur auf den Preis an der Kassa, sondern auf ihren Beitrag zu Gesundheit, regionaler Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und Lebensqualität.“ Wirtschaftlich unbequem, aber gesellschaftlich notwendig sei es, alles daran zu setzen, dass produzierte Lebensmittel auch tatsächlich konsumiert werden. „Das erfordert zusätzliche Anstrengungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Planung über die Verarbeitung und Vermarktung bis hin zum Konsum.“
Das gewisse Etwas liegt für Hackl nicht im Rekordergebnis. Sondern in der Art, wie es erreicht wurde: mit Entscheidungen, die nicht auf Kosten dessen gehen, was Erfolg überhaupt erst möglich macht. _
Christian Huber
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