Während halb Europa noch mit Gas heizt, haben ein paar Vordenker aus Wien entschieden: Das muss anders gehen. Roots Energy bringt die Wärmewende dorthin, wo sie am schwersten umzusetzen ist: mitten in die Stadt.
Noch immer setzen viele europäische Länder, auch Österreich, vermehrt auf Heizungen mit Öl oder Gas. Nicht weil es keine Alternativen gäbe, sondern weil die meisten davon entweder zu teuer, zu komplex oder schlicht nicht für städtische Mehrfamilienhäuser gedacht waren. Hüseyin Özcelik, promovierter Elektrotechniker und erfahrener Unternehmensstratege, hat genau diese Lücke erkannt. Gemeinsam mit seinen Partnern gründete er 2020 Roots Energy. Das Ziel: Wärmepumpen-Systeme wirtschaftlich und skalierbar in die Stadt bringen und innerstädtische Gebäude somit emissionsfrei zu heizen. Heute läuft das System bereits in einigen Häusern.
Wer in einem Stadthaus auf nachhaltige Heizung umsteigen wollte, stand bisher vor einem teuren Maßanzug. Jedes System wurde individuell geplant, gebaut und abgerechnet. Roots Energy dachte das Prinzip neu: Statt Maßanzug Konfektionsware auf Spitzenniveau. Standardisierte, vorgefertigte, qualitätsgeprüfte Systemkomponenten, die den Handwerksaufwand reduzieren und die Errichtungskosten um 20 bis 30 Prozent senken.
Was viele unterschätzen: Eine Wärmepumpe kann auch kühlen. Und genau das wird in überhitzten Städten zum Kaufargument. Wer ein System kauft, das beides kann, investiert doppelt klug. Dazu kommen laufende Einsparungen von 30 bis 50 Prozent gegenüber Gas, denn eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme. Aus eins mach fünf.
„Bei Investitionen im Bereich mehrerer Zehntausend Euro tritt der Nachhaltigkeitsaspekt häufig hinter wirtschaftliche Überlegungen zurück“, sagt Özcelik. Nachhaltigkeit sei ein Hygienefaktor: schön, wenn vorhanden, aber kein Kaufgrund an sich. Was zähle, sei die Wirtschaftlichkeit. Und wenn die stimme, komme die Wärmewende von selbst. Rund alle 25 Jahre muss eine Heizung erneuert werden. Genau in diesem Moment entscheiden sich Eigentümer heute immer öfter für eine Alternative. Dass diese funktioniert, zeigt ein Blick nach Schweden. Dort wird bis zu 70 Prozent mit Wärmepumpen geheizt, und das bereits seit den 1980er Jahren. Was es langfristig auch in Mitteleuropa brauche, seien klare regulatorische Rahmenbedingungen und Planungsstabilität bei den Förderungen. Dann könne man die Herausforderungen an der Wurzel packen._
Martin Holzner
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