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 Eine neue Adresse für Mut
Allgemein

Eine neue Adresse für Mut

An der Johannes Kepler Universität Linz entsteht ein neuer Ort für alle, die mit der Idee spielen, zu gründen. Das JKU Entrepreneurship Center verbindet bestehende Expertise, Programme und Initiativen: Wissen, Netzwerk, Mentoring, Mut. Wir haben mit den beiden Frauen gesprochen, die genau das möglich gemacht haben: Elisabeth Ulbrich, Geschäftsführerin des LIT Open Innovation Center, und Elisabeth Berger, Professorin und Leiterin desInstituts für Entrepreneurship.

Zwischen Co-Working-Tischen und Kaffeeduft treffen wir auf zwei Frauen, die sich blind zu verstehen scheinen. Die eine kommt aus der Praxis, sitzt seit Jahren zwischen Startups, Industriepartnerinnen und -partner sowie Spin-offs mittendrin im Open Innovation Center. Die andere kommt aus der Forschung, mit einem klaren Blick dafür, was unternehmerisches Denken wirklich braucht. „Wir haben gemerkt, es braucht etwas Größeres, Sichtbareres, das wir gemeinsam kooperativ eröffnen“, erzählt Ulbrich. Genau diese Bündelung war bislang die Lücke: viele engagierte Menschen, viele einzelne Initiativen, aber kein gemeinsamer Ort, an dem sich das Ökosystem greifen lässt. Mit dem Entrepreneurship Center entsteht dieser sichtbare Ankerpunkt im LIT Open Innovation Center – dort, wo Forschung, Unternehmen und Startups bereits heute aufeinandertreffen. Eingebettet ist diese Entwicklung auch in eine größere Bewegung an der JKU: Mit dem neuen House of Research and Innovation stärkt die Universität den Weg von Forschung in Richtung Anwendung, Transfer und Innovation. Das Entrepreneurship Center ergänzt diese Struktur um den Weg von Ideen hin zu unternehmerischem Denken und Gründung.

Am 5. November wird genau dieses Center eröffnet, und zwar bewusst nicht mit einer Reihe von Keynotes. Stattdessen holen Ulbrich und Berger das gesamte Ökosystem rund ums Gründen ins Haus und laden dazu ein, unterschiedliche Stationen einer Founder Journey interaktiv zu erleben. Anfassen statt nur zuhören.

Wer ins JKU Entrepreneurship Center kommt, muss ohnehin keine fertige Idee mitbringen. „Es ist ein Mythos, dass man die brillante Idee braucht“, sagt Berger. Stattdessen setzen sie auf Mut, Durchhaltevermögen und die Erfahrung, dass auch aus dem Scheitern wertvolle Lernerfahrungen entstehen können. Berger nennt es einen „Brave Space“ – einen Raum, in dem man geschützt scheitern darf, ohne gleich das ganze Studium infrage zu stellen. Auffällig ist, wie sehr beide mit gängigen Klischees aufräumen wollen. Der jugendliche Uni-Dropout im Hoodie? Nicht die Realität. Das Durchschnittsalter von Gründerinnen und Gründern liegt in Österreich bei 37 Jahren, in den USA sogar bei 42. Wer Studierende heute ermutigt, sät also oft erst für später. „Wir setzen Samen und schauen, was daraus wird“, sagt Berger und erzählt von einer ehemaligen Studentin, deren Idee im Hörsaal belächelt wurde und die heute ein funktionierendes Unternehmen führt und selbst wieder als Gastrednerin zurückkommt.

Vom Idea Readiness Program bis zur Founders Week, bei der 30 Studierende innerhalb einer Woche vom ersten Gedanken zum fertigen Pitch kommen: Das Center begleitet die ganze Reise und verbindet dabei auch mit den passenden Partnerninnen und Partnern im Ökosystem. Es richtet sich bewusst an alle, nicht nur an jene mit Techhintergrund oder Wirtschaftsstudium. „Wir wollen, dass Gründen für alle an der JKU zugänglich wird, ganz gleich, in welcher Phase sie stehen“, sagt Berger. Ulbrich ergänzt lachend den vielleicht besten Rat, den sie je zum Thema Gründen bekommen hat: „Execution is king.“ Ihr gemeinsames Ziel für die Zukunft ist so schlicht wie ambitioniert: dass man künftig sagt: „Wer gründen will, muss nach Linz kommen!“. Mit dem neuen Zentrum bekommt dieser Anspruch endlich sein Zuhause. _

Redaktion

  • Melanie Kashofer

Fotos

Sabine Kneidinger

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