Alle reden jetzt von Longevity. Eigentlich ist das aber gar nicht so neu – im Ayurveda spricht man schon lange davon. 5.000 Jahre altes Wissen – Dr. Wolfgang Schachinger und seine Tochter Jana haben bei unserem Live-Podcast von „MACH ES! gesund“ gezeigt, wie wenig es braucht, um jeden Tag etwas für die eigene gesunde Langlebigkeit zu tun.
Kein Superfood, keine Kapsel, kein Abonnement. Wolfgang Schachinger empfiehlt, Wasser mehrmals im Wasserkocher aufzukochen, auf Trinktemperatur abkühlen zu lassen und den klaren Überstand in einer Thermoskanne warm zu halten und halbstündlich davon zu trinken. „Es nimmt die Schlacken mit und beruhigt auch das Nervensystem“, sagt er. Das Wasser verändert seinen Geschmack und seine Wirkung. Es stärkt das Verdauungsfeuer, leitet Ama – das Unverdaute – die Stoffwechselrückstände, aus.
Wer denkt, Ayurveda sei nur etwas für wohlhabende Menschen, irrt. Jana Schachinger bringt es auf den Punkt: „Keine Zwischenmahlzeit essen kostet nichts. Spart also sogar Geld.“ Der Körper braucht Pausen zwischen den Mahlzeiten, um das sogenannte Ama abzubauen. Die Hauptmahlzeit gehört in den Mittag, wenn das Verdauungsfeuer am stärksten brennt. Abends darf es leicht sein. Suppe. Oder auch mal gar nichts.
Zungenreiniger, Zahnseide, Zähne putzen – und dann: einen Teelöffel Öl in den Mund, drei bis fünf Minuten durch die Zähne ziehen, über ein Taschentuch entsorgen. Ölziehen aktiviert das Bindegewebe, entgiftet, pflegt die Mundschleimhaut. Jana betont: „Das ist keine extra Zeit, die man braucht, sondern das kann man machen, während man schon die Kleidung richtet.“ Nebenbei. Ohne Aufwand.
Seit über 50 Jahren meditiert er täglich. Keinen einzigen Tag habe er ausgelassen, erzählt Wolfgang Schachinger und sagt über seine Praxis der transzendentalen Meditation: „Wir glauben immer, das muss ich tun und das muss ich tun, um das und das zu erreichen. Aber in Wirklichkeit bräuchten wir nur innerlich ruhiger werden und viele Dinge lösen sich von selbst.“ Zwei Minuten Stille am Morgen sind ein Anfang. Fünf Minuten verändern einen Tag. Zwanzig Minuten verändern ein Leben.
„Du bist, was du verdaust“ – so lautet der ayurvedische Grundsatz, den Wolfgang Schachinger zitiert. Nicht was du isst sondern was du verdaust, zählt. Gutes Kauen startet die Verdauung bereits im Mund, aktiviert Enzyme, lässt den Körper spüren, was ihm guttut und was nicht. „Gut gekaut ist halb verdaut“, sagt er – und meint es ernst. Essen ist eine Haupttätigkeit. Ohne Handy. Ohne Bildschirm. Ohne Nebenbei.
Der Biorhythmus verlangt es: alle neunzig Minuten eine kurze Unterbrechung. Wer geistig arbeitet, steht auf, geht ein paar Schritte, holt Wasser. Wer körperlich aktiv ist, setzt sich kurz hin, atmet durch. Wolfgang Schachinger empfiehlt außerdem den Morgenspaziergang genau zum Sonnenaufgang – in diesen wenigen Minuten trägt die Atmosphäre nahes Infrarotlicht, das er als „besonders lebensbereichernde Qualität“ beschreibt. Kein Fitnessstudio nötig. Nur die Tür aufmachen.
Das Gehirn reinigt sich nur im Schlaf – über die sogenannte glymphatische Flüssigkeit, die Schlacken aus den Nervenzellen spült. Blaues Licht von Bildschirmen blockiert Melatonin, das Schlafhormon. Wolfgang Schachinger empfiehlt, die letzte Stunde vor dem Einschlafen konsequent bildschirmfrei zu halten. Jana ergänzt aus eigener Beobachtung: Schon ab dem frühen Abend den Tag ruhiger gestalten, entspannende Gespräche führen, zur Ruhe kommen. Der Schlaf dankt es._
Sabine Keidinger
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