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Neben der klassischen Schulmedizin spielen Be-  dern. „Das haben wir jetzt gerade an der Coro-
            reiche  der  Naturheilkunde  und die  psychische   nakrise gesehen.“  Der Erfahrungsschatz, auf den
            Komponente für die Gesundheit eine wesentli-  man innerhalb der Familie zurückgreifen könne,
            che Rolle“, erklärt Gerhard Beck.  Wissensdurst   sei besonders wertvoll.
            und ein offener Blick für neue Behandlungsme-
            thoden und -wege waren die Triebfeder für seine   # SICH ZURÜCKZIEHEN
                                                        #

            stetige persönliche und fachliche Weiterbildung.
            „Wir haben eine gute medizinische Ausbildung   „Ich war immer der Meinung, dass ein Indianer-
            in Österreich, keine Frage. Aber es gibt viele Pa-  stamm nicht zwei Häuptlinge haben kann, die
            rallelwege, die genauso zielführend sind.“ Sein   auf gleicher Höhe agieren“, antwortet Gerhard
            Wissen habe er sich durch Bücher, Austausch   Beck auf die Frage über die erste Zeit der  Va-
            und zahlreiche Weiterbildungsprogramme, später   ter-Sohn-Zusammenarbeit. Der Zeitpunkt des
            durch Internetrecherche angeeignet. Das Resul-  Ausscheidens wurde klar festgelegt, gemeinsam
            tat: das Gesundheitszentrum. „Das macht unser   habe man noch etwa eineinhalb Jahre im Unter-
            Gesundheitszentrum auch so einzigartig“, erklärt   nehmen verbracht. „Da hatte Günther schon die
            Sohn Günther Beck. „Wir versuchen, mit ganz-  medizinische Leitung über, ich habe mich in die-
            heitlicher  Diagnostik  bei  den  einzelnen Persön-  ser Zeit nur um das Technische im Unternehmen
            lichkeiten auf verschiedenen Ebenen zu schau-  gekümmert, und im Jahr darauf habe ich gesagt:
            en, wo sich die Störfaktoren für die Gesundheit   Ich vertschüsse mich. Die Jugend macht es anders
            befinden.“ Neben klassischer Rehabilitation des   als die ältere Generation, das ist eine klare Sache.
            Bewegungsapparates werden Komponenten wie   Schließlich habe ich selbst doch auch vieles an-
            Darmgesundheit, Stoffwechsel, psychosoziale   ders als mein Vater gemacht.“_
            Gesundheit und Ernährung miteinbezogen. „Wir
            möchten, dass unsere Patienten und Besucher ver-
            stehen, was zu ihren Problemen geführt hat, um                                      Schon
            ihnen dann ein Werkzeug in die Hand geben zu
            können“, sagt Günther Beck. Kritik üben beide   Das Gesundheitszentrum Revital       gewusst?
            am Gesundheitssystem oder „Krankheitssystem“,   Aspach wurde 1991 von Gerhard
            wie es aus ihrer Sicht heißen sollte. „Eigenverant-  und Regina Beck gegründet. Seit 2016
            wortung wird gesundheitspolitisch nicht wahrge-  führt Sohn Günther Beck in zweiter
            nommen. Krankheiten werden behandelt, es wird   Generation das Rehabilitationszentrum
            aber nicht gefordert, dass Menschen selbst etwas   weiter. Neben einer Klinik für orthopädische Rehabilitation
            dazu beitragen, gesund zu bleiben“, so Gerhard   und einem Ambulatorium für physikalische Medizin wird im
            Beck.                                           Gesundheitszentrum ein Gesundheitsrefugium für Stress- und
                                                            Stoffwechselmanagement, Sport-, Natur- und Energiemedizin
                                                            betrieben.
            # BEWÄHRTES WEITERFÜHREN,
            #

              NEUES ENTSTEHEN LASSEN                        2012 wurde von Gerhard und Regina Beck unter dem Aspekt
                                                            des ganzheitlichen Ansatzes sowie der Prävention von
            „Meine Frau und ich haben das Unternehmen       Krankheiten das privat geführte Gesundheitshotel
            1991 gemeinsam gegründet und waren uns im-      Villa Vitalis Medical Health Resort eröffnet.
            mer einig, dass wir sinnvolle Schritte setzen müs-
            sen, um auf dem  Weg vorwärts zu kommen“,       In seiner Wahlarztpraxis betreut Günther Beck (seine)
            erklärt Gerhard Beck. Natürlich waren hier auch   Patienten nach dem gemeinsam entwickelten, ganzheitlichen
            „Böcke“ dabei, wie Beck es formuliert. „Niemand   „Vitalis med concept“.
            hat die  Weisheit mit dem Löffel gegessen, ein
            Unternehmen zu führen ist ein kontinuierlicher
            Prozess.“ Der Austausch zwischen den Generatio-
            nen war konstruktiv. Günther Beck dazu:  „Wir
            haben den Generationswechsel gut vorbereitet
            und hatten einen Plan.“ Die wichtigste Verände-
            rung war der Strukturumbau in der Geschäfts-
            führung, man habe eine Managementebene unter
            die Geschäftsführung eingezogen. „Wir haben
            hier wichtige Leute aus dem Unternehmen, aber
            auch externe Personen mit an Bord geholt.“
            Grundsätzlich sollte man, wenn „ein Schiff gut
            auf Kurs ist, nicht 90 Grad nach links abbiegen.
            Wenn  das  Kerngeschäft  funktioniert,  dann  hat
            man eine Spielwiese für neue Themen, bei denen
            man ausprobieren kann, ob sie funktionieren.“
            Die schnelllebige Zeit würde Rahmenbedingun-
            gen rasch verändern und ein Vorausdenken erfor-


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