Land Oberösterreich leistet europäische Pionierarbeit bei „Physical and Industrial AI“
Erstes Plug-and-Play-Exzellenzzentrum in der EU entsteht in Linz
Oberösterreich setzt einen europaweit einzigartigen Schritt in seiner KI- und Standortpolitik: Mit Plug and Play kommt eines der weltweit führenden internationalen Innovationsnetzwerke und ein Venture Capital Investor aus dem Silicon Valley dauerhaft nach Oberösterreich. Am Campus der JKU entsteht das erste „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ von Plug and Play innerhalb der Europäischen Union. Das Ziel: Internationale Innovation schneller in die oberösterreichische Industrie bringen und gleichzeitig heimischen Unternehmen neue Zugänge zu Technologien, Start-ups und internationalen Partnern eröffnen.
Mit KEBA, Primetals Technologies, SWIETELSKY, TGW Logistics und voestalpine beteiligen sich fünf bedeutende Industrieunternehmen als zukünftige Anchor-Partner an der Gründungsrunde. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in Produktion, Anlagenbau, Logistik, Engineering und Bauwirtschaft.
Die Abwicklung für das Land Oberösterreich übernimmt tech2b. Damit wird keine neue Parallelstruktur geschaffen, sondern das internationale Netzwerk von Plug and Play gezielt mit dem bestehenden oberösterreichischen Innovationsökosystem verbunden. Davon sollen über die fünf zukünftigen Anchor-Partner hinaus auch weitere Mitgliedsunternehmen von tech2b profitieren.
Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Oberösterreich wartet nicht darauf, was die Zukunft bringt – wir gestalten sie. Mit Plug and Play holen wir eines der weltweit führenden Innovationsnetzwerke nach Linz und machen Oberösterreich zum europäischen Pionier bei ,Physical and Industrial AI‘. Wir bringen unsere starke Industrie und Spitzenforschung mit internationalen Start-ups zusammen. Denn neue Technologien sollen nicht irgendwo Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen, sondern bei uns in Oberösterreich.“
Plug and Play: Venture Capital Investor & Internationales Netzwerk für Open Innovation
Plug and Play wurde 2006 im Silicon Valley gegründet, betreibt heute ein internationales Netzwerk für Innovation, Start-up-Kooperationen und ist einer der aktivsten early-stage Venture Capital Investoren der Welt. Das Prinzip des sogenannten Open-Innovation-Ansatzes: Etablierte Unternehmen bringen konkrete technologische Herausforderungen ein. Plug and Play identifiziert über sein internationales Netzwerk passende Start-ups und Technologien und bringt beide Seiten für Pilotprojekte und Kooperationen zusammen.
Globale Innovation trifft oberösterreichische Industrie
Kern des neuen Exzellenzzentrums ist der direkte Austausch zwischen internationalen Technologieunternehmen und der oberösterreichischen Industrie. Plug and Play sucht und validiert über sein internationales Netzwerk gezielt nach Start-ups und Technologien, die Lösungen für konkrete Aufgabenstellungen der beteiligten Unternehmen anbieten können. Dadurch sollen neue Technologien schneller getestet, Pilotprojekte ermöglicht und erfolgreiche Anwendungen in die industrielle Praxis gebracht werden.
Gleichzeitig öffnet das Zentrum eine zusätzliche internationale Tür für das oberösterreichische Innovationsökosystem: Heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen erhalten neue Kontakte in ein weltweites Netzwerk aus Start-ups, Technologieunternehmen, Industriepartnern und Investoren.
Nik Munaretto, Managing Director Plug and Play Austria: „Oberösterreich vereint genau das, wonach wir als globales Innovationsnetzwerk und Venture Capital Investor aus dem Silicon Valley suchen: eine unglaublich starke industrielle Basis, exzellente Forschung, ambitionierte Start-up-Gründer und Unternehmen, die neue Technologien in die Anwendung bringen wollen. Genau dieser Mix ermöglicht es uns, internationale Innovation nach Oberösterreich – und oberösterreichische Kompetenz in die Welt zu bringen. Besonders bemerkenswert finde ich dabei, wie klar Land und Industriepartner Venture Capital, Open Innovation und internationale Startup-Kooperationen als Werkzeug für den Wirtschaftsstandort einsetzen.“
Fünf starke Industriepartner zum Start
Mit KEBA, Primetals Technologies, SWIETELSKY, TGW Logistics und voestalpine starten fünf international tätige oberösterreichische Unternehmen als zukünftige Anchor-Partner in die Initiative. Als Gründungspartner erhalten sie besondere Mitgestaltungsmöglichkeiten und können industrielle Aufgabenstellungen und technologische Schwerpunkte in das Programm einbringen.
Christoph Knogler, CEO und Sprecher des Vorstands der KEBA Group AG sowie Vorsitzender der KI-Taskforce der Industriellenvereinigung: „Bei Künstlicher Intelligenz entscheidet nicht allein, wer die besten Ideen hat, sondern wer sie rasch in die industrielle Anwendung bringt. Genau hier hat Oberösterreich mit seiner starken Industrie und seinem technologischen Know-how besondere Chancen. Das neue Exzellenzzentrum schafft einen direkten Zugang zu internationalen Start-ups, Technologien und neuen Lösungen. Damit können wir Innovation schneller in die Betriebe bringen, Produktivität steigern und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts stärken. Damit haben wir die Chance, die weltbesten und innovativsten KI-Lösungen nach Oberösterreich zu holen und gemeinsam mit unseren Unternehmen in konkrete Wertschöpfung zu übersetzen.“
Michael Kienberger, CFO, Primetals Technologies Austria GmbH: „Als global Player im industriellen Anlagenbau treiben wir mit unseren Technologien die nachhaltige Transformation der Eisen- und Stahlindustrie voran und verbinden Digitalisierung, Automatisierung und Dekarbonisierung zu innovativen Gesamtlösungen. Die Kooperation im neuen Exzellenzzentrum direkt am JKU-Campus erlaubt es uns, modernste KI-Ansätze noch schneller in unsere Systeme zu integrieren. Das bringt handfeste Innovationsvorteile für unsere Kunden und festigt Linz als weltweites High-Tech-Zentrum für grüne und intelligente Stahlproduktion der Zukunft.“
Harald Gindl, CFO SWIETELSKY AG: „Nach erfolgreichen KI-Projekten bei SWIETELSKY bringen wir Innovation vom digitalen Raum in die operative Wertschöpfung. Mit dem Exzellenzzentrum wollen wir Physical AI und Robotik im Baubetrieb in Oberösterreich gezielt erproben und eine Vorreiterrolle einnehmen.“
Christoph Wolkerstorfer, CTO TGW Logistics Group: „Für TGW Logistics hat die Schaffung des bestmöglichen Innovations- und Technologie-Ökosystems strategische Priorität. Physical und Industrial AI sind dabei zentrale Zukunftsfelder unserer Innovationsstrategie. Als Technologieunternehmen mit starkem Software-Fokus erleben wir derzeit den Wandel von reiner Datenanalyse hin zu Systemen, die ihre Umgebung autonom wahrnehmen, Entscheidungen treffen und selbstständig agieren können. Für die Intralogistik ist das ein echter Game Changer. Mit Hilfe dieses Exzellenzzentrums vernetzen wir uns gezielt mit den innovativsten Start-ups sowie führenden Technologie- und Industrieunternehmen weltweit. Damit wird es uns gelingen, diese Technologien in konkreten Problemstellungen noch schneller für uns nutzbar zu machen und in einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Kunden zu verwandeln.“
Gerald Mayer, CFO voestalpine AG: „Die voestalpine setzt Künstliche Intelligenz in zahlreichen Bereichen erfolgreich ein – von der Analyse komplexer Produktionsdaten über die Qualitätssicherung bis hin zur Optimierung von Geschäftsprozessen. Als Konzern mit Fokus auf Technologie- und Innovationsführerschaft ist KI für uns ein wesentlicher Hebel, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Deshalb investieren wir gezielt in entsprechende Technologien und die Qualifizierung unserer Mitarbeitenden. Durch die Partnerschaft mit Plug and Play sichern wir uns darüber hinaus den Austausch mit führenden Forschungseinrichtungen und den Zugang zu globalen Start-ups. Dies beschleunigt den Transfer zukunftsweisender KI-Lösungen in die industrielle Praxis.“
tech2b verbindet internationales Netzwerk mit bestehenden OÖ-Strukturen
Die Umsetzung der Initiative erfolgt für das Land Oberösterreich durch tech2b. Damit wird das neue Angebot unmittelbar in die bestehenden Strukturen der oberösterreichischen Start-up- und Innovationslandschaft eingebunden. tech2b fungiert als Schnittstelle zwischen dem Land Oberösterreich, Plug and Play, den beteiligten Unternehmen und dem heimischen Innovationsökosystem.
Das ist auch für die Breitenwirkung der Initiative entscheidend: Neben den fünf zukünftigen Anchor-Partnern sollen auch weitere Mitgliedsunternehmen von tech2b die Möglichkeit erhalten, das internationale Netzwerk von Plug and Play zu nutzen und Kontakte zu passenden Start-ups und neuen Technologien aufzubauen. Oberösterreich stärkt damit bestehende Strukturen und erweitert sie um einen direkten internationalen Zugang.
Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Wir holen mit Plug and Play ein weltweites Innovationsnetzwerk nach Oberösterreich und stärken gleichzeitig unsere bewährten Strukturen. tech2b sorgt dafür, dass diese internationale Verbindung fest in unserem Innovationssystem verankert wird. Davon profitieren nicht nur die fünf Gründungspartner: Auch weitere Mitgliedsunternehmen erhalten Zugang zu neuen Kontakten, Technologien und Ideen. So wird aus einem internationalen Netzwerk ein konkreter Standortvorteil für Oberösterreich.“
Oberösterreich hat die Voraussetzungen
Das neue Zentrum baut auf einem bereits starken Technologie- und Forschungsstandort auf. Beispiele zeigen, welches Potenzial in Oberösterreich vorhanden ist:
JKU Linz: Die Johannes Kepler Universität bietet ein englischsprachiges Bachelor-und Masterstudium Artificial Intelligence und verbindet KI-Grundlagenforschung mit industrieller Anwendung.
Emmi AI: Das 2024 gegründete JKU-Spin-off entwickelte KI-gestützte Simulationsmodelle für industrielle Anwendungen. 2025 erhielt das Unternehmen 15 Millionen Euro Seed-Finanzierung; im Mai 2026 wurde die Übernahme durch das französische KI-Unternehmen Mistral AI bekanntgegeben.
Tractive: Das in Oberösterreich gegründete Technologieunternehmen entwickelte sich mit GPS- und Gesundheitstrackern für Haustiere zu einem international tätigen Anbieter. Die Produkte funktionieren in mehr als 175 Ländern.
Mit dem „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ wird die vorhandene Stärke um einen weiteren Baustein ergänzt: einen systematischen Zugang zu internationalen Technologien und Start-ups.
Von der KI-Strategie zur konkreten Umsetzung
Das neue „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“ ist ein konkreter Umsetzungsschritt der von Landeshauptmann Thomas Stelzer initiierten KI-Exzellenzstrategie für den Industriestandort Oberösterreich. Oberösterreich verfügt dafür über besondere Voraussetzungen: eine starke industrielle Basis, international erfolgreiche Leitbetriebe, universitäre und außeruniversitäre Spitzenforschung sowie eine etablierte Start-up- und Innovationslandschaft.
Plug and Play ergänzt diese Stärken um ein weltweites Netzwerk, über das gezielt nach Technologien und Start-ups für konkrete industrielle Herausforderungen gesucht werden kann. Damit geht Oberösterreich über klassische Start-up- und Innovationsförderung hinaus. Unternehmen definieren konkrete technologische Fragestellungen – etwa aus Produktion, Logistik, Anlagenbau oder Bauwirtschaft. Über das internationale Netzwerk von Plug and Play werden dazu passende Start-ups und Technologien identifiziert und für Kooperationen und Pilotprojekte mit den oberösterreichischen Unternehmen zusammengebracht.
Teodoro D. Cocca, Mitautor der KI-Exzellenzstrategie: „Mit diesem Zentrum wird eine zentrale Empfehlung der KI-Exzellenzstrategie in die Tat umgesetzt: Oberösterreich baut eine dauerhafte internationale Schnittstelle zwischen Technologie, Kapital und industrieller Anwendung auf. Die eigentliche Pionierleistung liegt darin, dass das Land nicht bei Strategiepapieren stehen bleibt, sondern eine Struktur schafft, die weltweit nach den besten Lösungen sucht und sie systematisch in die oberösterreichische Industrie bringt.“
Meinhard Lukas, Mitautor der KI-Exzellenzstrategie: „Oberösterreich verfügt über Spitzenforschung, industrielle Kompetenz und unternehmerische Kraft. Plug and Play ergänzt diese Stärken um den direkten Zugang zu einem weltweiten Innovationsnetzwerk. Dass das Land diese Partner in einem europäischen Pionierprojekt zusammenführt, ist ein entscheidender Schritt: Aus Wissen werden Anwendungen, aus Kontakten konkrete Kooperationen und aus technologischen Chancen neue Wertschöpfung.“
INFOBOX
Plug and Play in Zahlen:
- mehr als 65 Standorte auf fünf Kontinenten
- Zusammenarbeit mit mehr als 550 Unternehmenspartnern
- jährlich mehr als 2.800 Start-ups in Accelerator-Programmen
- rund 250 Startup Investments pro Jahr (Family Office, kein externes Kapital)
- mehr als 2.500 Unternehmen im Investment-Portfolio
- darunter mehr als 35 Unicorns
- Mit dem neuen Standort am JKU-Campus wird dieses internationale Netzwerk gezielt mit der industriellen Stärke und Forschungslandschaft Oberösterreichs verbunden.
Redaktion
- DIE MACHER
Fotos
Land OÖ/Max Mayrhofer

