• Newsletter
  • Jobs
  • Werben
DIE MACHER DIE MACHER
  • Print
  • Abo
  • Anmelden
€ 0,00 0 Warenkorb
  • Menschen
  • Podcast
  • Digitalwelten
  • MACHERjobs
  • Karriere
  • Lifestyle
  • Unternehmen
  • Zukunft
  • Karrieresprung
  • SchonGewusst
  • Menschen
  • Podcast
  • Digitalwelten
  • MACHERjobs
  • Karriere
  • Lifestyle
  • Unternehmen
  • Zukunft
  • Karrieresprung
  • SchonGewusst
 Ein Plädoyer für eine neue Arbeitswelt
Header Menschen Unternehmen

Ein Plädoyer für eine neue Arbeitswelt

26. Januar 2026

1983 war die Welt noch eine andere. Wer in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten begann, betrat eine steril-hierarchische Ordnung. Heute, 42 Jahre später, sitzt Christoph Szep noch immer in der Rechtsanwaltskanzlei in der er seinerzeit begonnen hat – und doch in einer völlig anderen Welt. Neben ihm Daniela Huemer, die 2007 begann. Und Julia Goth, die als Praktikantin kam und heute Partnerin ist. Ein Besuch bei Haslinger / Nagele Rechtsanwälte in Linz zeigt, was passiert, wenn eine Kanzlei den Wandel wagt – und wie unterschiedliche Generationen voneinander profitieren können.

Das Kämmerlein gibt es nicht mehr. Christoph Szep kann sich aber noch gut daran erinnern. An die freudlosen kleinen Räume, in denen Mitarbeiter früher saßen. An die Distanz zwischen Anwälten und Assistenten. An eine Zeit, als ein Brief mit „Schrägstrich“ in der Unterschrift schon ein Ritterschlag war. „Wenn ich in einem Brief unten in der Signatur stehen durfte, dann war das etwas ganz Besonderes“, erzählt auch Daniela Huemer und lacht. Sie hat 2007 hier angefangen, 24 Jahre nach Christoph Szep. Und doch erinnert sie sich an Momente, die heute undenkbar wären.

Heute sitzt Julia Goth – ehemalige Praktikantin, mittlerweile Partnerin – im selben Raum wie die beiden. Die Türen stehen offen, im wahrsten Sinne des Wortes. Junge Konzipienten werden zu Mandantenterminen mitgenommen, noch lange bevor sie fertig ausgebildete Anwälte sind. Sie stehen nicht nur im E-Mail-Verteiler, sie tragen Verantwortung. „Ich versuche, Talente früher sichtbar zu machen“, erklärt Daniela Huemer, heute Partnerin und Standortleiterin in Linz, „sie nicht erst nach ein paar Ausbildungsjahren an die Front zu lassen, sondern von Anfang an.“

Wenn sich drei Welten begegnen

Zwischen 1983 und heute liegen Welten. Christoph Szep hat sie alle durchlebt. „Sie würden es nicht glauben“, sagt der Kanzlei-Partner und schüttelt den Kopf, „das war steril, eine hierarchische Ordnung; ein Abstand zu den Mitarbeitenden, den man nicht für möglich halten würde.“ Er kann sich noch an Kündigungen erinnern, an einen Umgang mit Menschen, über den man heute nicht mehr sprechen möchte – der aber in der damaligen Arbeitswelt völlig normal war. Und doch: Christoph Szep ist immer in der selben Kanzlei geblieben. Hat sich verändert. Hat die Kanzlei mitverändert. 

Daniela Huemer ist die Brücke. Sie kennt noch die alte Zeit, lebt aber die neue. Und Julia Goth? Sie kennt nur diese neue Welt. „Ich wollte einfach in einer Anwaltskanzlei schnuppern und hatte nicht wirklich eine Vorstellung davon, außer das, was man halt aus dem Fernsehen kennt“, erzählt Goth. Was sie vorgefunden hat, war keine Ansammlung von adrett gekleideten Menschen „knapp vor der Suchtklinik“ wie in Netflixserien, ergänzt Daniela Huemer augenzwinkernd. Sondern Menschen. Echte Menschen mit Ecken, Kanten, Persönlichkeiten. „Und dieses Zusammenspiel, dieses Konglomerat, das hat mir so gefallen, dass ich mir dachte: Ich mag die Arbeit, ich mag die Menschen, ich mag hierbleiben.“ Liebe auf den ersten Blick nennt sie es. Und ist geblieben.

Wenn Tradition zur Bequemlichkeit wird, ist es Zeit für eine Veränderung.
Daniela Huemer
Standortleiterin & Partnerin, Haslinger / Nagele Rechtsanwälte

# Gedankensprung

Das würde ich nie delegieren_den persönlichen Kontakt mit dem Klienten.

Mein erster Gedanke, als ich für die Kanzlei den „Woman in Law“-Award überreicht bekam_Eine große Freude, weil die Gleichberechtigung in der Kanzlei auch wirklich sichtbar gemacht wurde und für uns nicht nur ein Schlagwort ist, sondern tatsächlich gelebt wird. 

Stiftungsrecht macht Spaß, weil_juristisch präzise Arbeit mit tollen Familiengeschichten verbunden werden kann.

Wenn Erfahrung auf Mut trifft

Das Selbstverständnis hat sich komplett geändert. „Man hat in früheren Zeiten wirklich darauf Wert gelegt, dass jegliche juristische Tätigkeit vom Anwalt oder der Anwältin erledigt worden ist“, erklärt Christoph Szep. Heute sei das anders. Heute gebe es Mitarbeiter, die in bestimmten Themen so spezialisiert sind, dass sie eine Erledigung schneller vorbereiten können als mancher Anwalt. „Und das ist ein ganz großer Wandel, der stattgefunden hat.“ Die Frage ist nicht mehr: Wer hat welchen Titel? Die Frage ist: Wer kann es am besten?

Dazu brauche es beide Seiten. Die Erfahrung und den Mut. Die Besonnenheit und die Geschwindigkeit. Es sei dieses Zusammenspiel, das funktioniert. Und schließlich den Mandanten zugutekommt. Der ältere Klient schätze den persönlichen Kontakt. Er komme vorbei, auch wenn es objektiv gesehen nicht notwendig wäre. „Ein persönliches Gespräch, um sich anzuvertrauen – die Vertrauensstellung zu langjährigen und jahrzehntelang betreuten Klientinnen und Klienten ist erheblich“, erzählt Christoph Szep. „Wir sind oft die letzte Instanz, mit der familiäre Fragen und Zukunftsfragen besprochen werden.“

Die jüngere Mandantin? Die nutze kurze Nachrichten. Schicke kurz eine Chatnachricht. Wolle einen Entwurf sehen. „Die erfahrenen Mandantinnen nehmen eher das Telefon oder vereinbaren einen Gesprächstermin“, beobachtet Daniela. Und genau hier zeigt sich der Mehrwert des Generationenmix: Die Kanzlei kann beides bedienen. Die junge Anwältin versteht die digitale Kommunikation, der erfahrene Partner hat das persönliche Gespür für die Zwischentöne. Alle unterschiedlichen Generationen können die richtige Komponente beisteuern.

Die Frage ist nicht mehr: Wer hat welchen Titel? Die Frage ist: Wer kann es am besten?
Christoph Szep
Partner, Haslinger / Nagele Rechtsanwälte

# Gedankensprung

Das kann ich von jungen Kollegen lernen_Kommunikation – vor allem in der neuen, schnellen Art.

Dafür brenne ich heute noch genauso wie damals_aus der Vielzahl an Möglichkeiten, die bestehen, um für den Klienten ein Problem zu lösen, die optimale Lösung in einem kreativen Prozess zu entwickeln, den Klienten davon zu überzeugen und sie auch umzusetzen. 

Das sehe ich heute anders als früher_das Führungsverständnis. Früher hätte man nie geglaubt, dass auf die Belange der Mitarbeitenden in einem so großen Ausmaß Rücksicht genommen werden muss.

Von der Schülerin zur Lehrerin

Julia Goth kennt beide Seiten mittlerweile. Sie war Praktikantin, Konzipientin, Anwältin. Heute ist sie Partnerin. „Ich konnte zuschauen; ich konnte die unterschiedlichen Verhandlungsstile kennenlernen; ich konnte sehen, wie andere mit bestimmten Situationen umgehen“, erzählt sie über ihre Lehrjahre. Man könne sich abschauen, was man übernehmen möchte – und was man anders machen will.

Der schwierigste Wechsel? „Von der Arbeitnehmer- auf die Arbeitgeberseite“, sagt sie ohne Zögern. „Als Konzipientin will man natürlich selbstständig arbeiten und hat immer noch die Sicherheit, dass da jemand drüberschaut. Und dann muss man plötzlich überlegen: Wie ist denn das Ganze wirtschaftlich, wie gestalte ich meinen Arbeitsalltag unternehmerisch?“ Sie hat Mitarbeiter, die sie auslasten muss, denen sie etwas beibringen muss. „Man wird ja dann quasi von der Schülerin zur Lehrerin.“ Und genau da hilft der Blick zu den Erfahrenen. 

Das Unausgesprochene

Es gibt diese unausgesprochenen Regeln. Julia lacht, als sie sich erinnert: „Man kann sich eigentlich sicher sein, es kommt alles zur selben Zeit und gleichzeitig geht sich aber auch alles immer irgendwie aus.“ Das sei die Realität in einer Wirtschaftskanzlei. Und dann gab es Regeln, die sich ändern mussten. Homeoffice zum Beispiel. „Wir hatten früher ganz fixe Zeiten“, erzählt Daniela Huemer. Dann kam die Diskussion über neue Arbeitsmodelle. Homeoffice, flexible Zeiten, digitale Tools, Gleitzeit. „Wie schaffen wir denn das überhaupt, wenn jetzt dann womöglich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 16 Uhr nach Hause gehen?“ Die Älteren brachten ihre Erfahrung ein, die Jüngeren ihren Mut, Dinge neu zu gestalten. „Durch dieses Miteinander ist die beste Lösung herausgekommen.“

„Das war weit vor Corona, weit vor virtuellen Calls“, erinnert sich Daniela Huemer. „Wären wir da nicht flexibel gewesen, hätten wir sie sicher an die Konkurrenz verloren.“ Es funktionierte – und wurde zum Role Model. Und als Corona kam? War die Kanzlei vorbereitet. Heute ist Teilzeit für viele eine Option. Auch für Partnerinnen. „Das Karenzmodell hat es tatsächlich leichter gemacht, dass ich eigentlich nicht die Entscheidung zwischen Karriere oder Familie treffen musste“, erzählt Julia Goth. 

Neugierig sein, engagiert sein, dranbleiben und einfach mit Freude an die Sache rangehen.
Julia Goth
Partnerin, Haslinger / Nagele Rechtsanwälte

# Gedankensprung

Mein erster Tag als Praktikantin in drei Worten_aufregend, überraschend, interessant 

Das hat mich am meisten überrascht_die Bodenständigkeit, obwohl wir hier ja eine große, bekannte, fachlich hochqualifizierte Kanzlei sind. 

Das mache ich zuallererst, wenn ich morgens in die Kanzlei komme_den Computer einschalten. Und den Wasserkocher.

Die Fragen, die früher niemand stellte

„Kann ich Teilzeitpartnerin werden?“ Diese Frage hätte sich vor zehn Jahren niemand getraut zu stellen. Man wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass das möglich ist. „Heute kommunizieren wir das als Kanzlei proaktiv“, sagt Daniela Huemer. Natürlich sei dieser Wandel nicht immer einfach gewesen, sagt Christoph Szep ehrlich. „Aber man konnte nicht auf der alten Einstellung verharren.“ Die Kanzlei hätte sonst nicht wachsen können. Aus drei Anwälten wurden 35. Aus einer Handvoll Mitarbeiter wurden 150 Menschen, die hier tätig sind. 

„Das haben wir immer schon so gemacht“ – dieser Satz sei eine zweischneidige Angelegenheit. „Super, wenn etwas gut funktioniert und wenn es sich bewährt“, sagt Daniela Huemer, „aber es sollte keine bequeme Lösung sein.“ Nur weil man es immer schon so gemacht hat, heißt das nicht, dass es keine bessere Lösung gibt. Ein Beispiel: KI. Früher war das kein Thema. Heute sagt man: Okay, probieren wir das KI-Thema aus. Wo bringt KI Effizienz? Wo hat sie einen Nutzen? Die Klienten verwenden sie auch, also ist klar, dass die Kanzlei sie ebenso verwenden muss.

Oder die Digitalisierung generell. Würde man alles so machen wie vor 20 Jahren, hätte man viel mehr Reisezeit. Tote Zeit, die nicht in Beratung investiert werden kann. Die Besprechungszimmer würden überquellen. Heute sitzt jeder in seinem Zimmer und hält Videokonferenzen ab. „Wenn Tradition zur Bequemlichkeit wird, dann ist das aus meiner Sicht falsch und es ist Zeit für eine Veränderung“, bringt es Daniela Huemer auf den Punkt. Aber: Die Tradition hat auch ihren Wert. Wenn der ältere Partner mit dem Familienhäuptling kommuniziert, ist das anders, als wenn die nächste Generation auf Anwaltsebene mit jenen Klienten spricht, die auch jünger sind. Beides hat seinen Platz. Beides ist wichtig. 

Beständigkeit oder Ungeduld?

Was braucht eine Wirtschaftskanzlei wohl mehr: die Beständigkeit der Langjährigen oder die Ungeduld der Neuen? Die Antwort von Daniela Huemer überrascht wenig, ist aber ehrlich: „Beides, aber in der richtigen Balance.“ Die Beständigkeit bringe Vertrauen, Erfahrung und die Gewissheit, dass es alles schon einmal gegeben hat. Die Ungeduld bringe Innovation, neue Wege. „Die Älteren bringen die Ruhe hinein und auch ihren Erfahrungsschatz. Und die Jüngeren bringen ihren Mut ein, die Dinge neu zu gestalten, zu verändern.“

Christoph Szep formuliert es so: „Wir haben den großen Vorteil, dass wir auf ein sehr prägendes Vorbild zurückgreifen können – Walter Haslinger.“ Den Gründer, der die Kanzlei initiiert hat. Seine Grundsätze: Loyalität, Einsatzbereitschaft, Gewissenhaftigkeit, Verlässlichkeit, Weitblick. „Wir, also die Älteren, glauben, dass wir das gut an die nächste Generation weitergegeben haben.“ Und genau das sei der Auftrag: Diese Grundgedanken weiterzugeben. An die nächste Generation der Anwältinnen und Anwälte. Ohne dass es einen Wettbewerb gibt, wer der Beliebteste, der Bekannteste, der Gefragteste ist. „Sondern so, dass eine Gesamtgefüge entsteht.“

Julia Goth nickt. Sie hat es erlebt. Sie hat zugeschaut. Sie hat gelernt. Und heute gibt sie es weiter. „Neugierig sein, engagiert sein, dranbleiben und einfach mit Freude an die Sache rangehen“, sagt sie, als sie gefragt wird, was sie jungen Menschen mitgeben würde. Und noch etwas: „Verlässlich sein.“ Dann würden alle von mehreren Generationen unter einem Dach profitieren: Die Jungen lernen von den Erfahrenen, die Erfahrenen von den Jungen. Die Mandanten bekommen genau das, was sie brauchen: Kompetenz, Vertrauen, Verständnis –
und die Gewissheit, dass jemand da ist, persönlich oder digital. Mit jahrzehntelanger Erfahrung oder mit frischem Blick. Von der Hierarchie also zur Harmonie. Ein Weg, den nicht jede Kanzlei geht. Aber einer, der sich zu lohnen scheint._

Redaktion

  • Susanna Winkelhofer

Fotos

Antje Wolm

Previous post
Next post
  • Digitalwelten 596
  • Karriere 909
  • Menschen 1302
  • Unternehmen 903
  • Zukunft 1525
Weitere Artikel
Header Menschen Zukunft

Damals an der Uni. Weißt du noch?

26. Januar 2026

Was Christine Haberlander heute anders macht als vor 20 Jahren – und warum sie jungen Frauen zuruft: Hört auf, perfekt

Header Karriere Menschen

Arbeitgebermarke – wie geht das?

26. Januar 2026

Die Erwartungen an Arbeitgeber verändern sich rasant. Weg von starren Benefits, hin zu Authentizität, Lebensphasenorientierung und gelebten Werten. Florian Mayer

Karriere Menschen Unternehmen

Vom Stromlieferanten zum Klimapionier

22. Januar 2026

Über Klimaziele wird bekanntlich viel diskutiert. Die Energie AG will ihren Fokus lieber darauf legen, sie zu erreichen. Mit einer

DIE MACHER DIE MACHER
Newsletter Anmeldung
Newsletter Anmeldung

Modal Title

Kategorien

Digitalwelten
Karriere
Lifestyle
Zukunft
Menschen
Unternehmen
Podcast

Menü

Abo
Print
Über uns
Kontakt
Jobs

Rechtliches

Impressum
Datenschutz
AGB für Inseratkunden
Werben bei DIE MACHER
Cookie Einstellung
© MACHER MEDIA HOUSE GMBH 2026.
MILEZO
  • Print
  • Abo
  • Anmelden
  • Print
  • Abo
  • Anmelden