5 gute Gründe…
… warum internationale Expansion steuerlich gut vorbereitet sein muss. Matthias Mitterlehner, Partner und Head of International Tax bei ICON, wurde heuer von der IFA und „Die Presse“ zum Steuerberater des Jahres in der Rubrik „Internationales und Konzernsteuerrecht“ gekürt. Seit Jahren begleitet er Unternehmen bei ihrem Schritt über die Grenze und weiß, warum steuerliche Folgen beim Aufbrechen ins Ausland von Anfang an mitgedacht werden müssen.
Ein unterschriebener Vertrag, eine bereits gestellte Anzahlungsrechnung, ein Bauprojekt, das ein paar Monate länger dauert als geplant. Oft reicht wenig, damit aus einer internationalen Chance ein steuerliches Risiko wird. „Steuern sind nur ein kleiner Baustein im Unternehmen, aber ein Baustein, der über Kosten, Liquidität und manchmal sogar über Standortfragen entscheidet“, sagt Matthias Mitterlehner, Steuerberater und Partner bei ICON. Mit seinem 30-köpfigen Team begleitet er Unternehmen, die international wachsen. Seine fünf Gründe, warum steuerliche Vorbereitung kein Nice-to-have ist:
#1 Gestaltungsspielraum geht ansonsten verloren
Ist ein Vertrag einmal unterschrieben, lässt er sich kaum mehr korrigieren. Wurde eine ungünstige Steuerklausel übersehen oder eine vermeidbare Betriebsstätte ausgelöst, ist es meist zu spät. „Wir erleben oft, dass Klienten erst kommen, wenn die erste Anzahlungsrechnung schon gestellt ist. Mit einer nachträglichen Korrektur macht man sich bei seinen Kunden nicht beliebt.“
#2 Die richtige Struktur spart Zeit und Geld
Ob Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte, ob Förderungen genutzt oder unnötige Quellensteuern vermieden werden: Die passende Struktur wirkt sich direkt auf Rendite, Liquidität und Personalressourcen aus. Wer frühzeitig plant, spart sich späteren Mehraufwand.
#3 Steuerfragen beeinflussen Standortentscheidungen
Steuersätze, Förderungen für Forschung und Entwicklung oder steuerliche Abzugsverbote können ganze Standortentscheidungen kippen. Die österreichische Obergrenze für die Abzugsfähigkeit von Managergehältern verhindert etwa immer wieder, dass Vorstandsteams in Österreich angesiedelt werden.
#4 Quellensteuern können Renditen schmälern
Quellensteuern treffen Unternehmen oft unvorbereitet und werden vom Umsatz, nicht vom Gewinn berechnet. „20 Prozent vom Umsatz, so viel Marge muss man einmal haben“, sagt Mitterlehner. Liegt das Geld erst bei einer ausländischen Finanzverwaltung, dauert die Rückholung oft Jahre und gelingt nicht immer vollständig.
#5 Betriebsstätten können unbeabsichtigt entstehen
Bei Bau- und Montageprojekten reicht oft schon eine Zeitüberschreitung, etwa durch einen Fehler des Subunternehmers, damit ungeplant eine steuerpflichtige Betriebsstätte entsteht. Die Folge: Registrierungspflichten, Mitarbeiterbesteuerung im Ausland und ein Rattenschwanz an ungeplanten Kosten.
Am Ende sind die fünf Gründe für Mitterlehner ein Teil des großen Ganzen. Steuern seien für Unternehmen wichtig, aber nie der einzige Maßstab. Entscheidend sei, dass das Geschäftsmodell wirtschaftlich Sinn ergibt und die steuerliche Struktur dazu passt, nicht umgekehrt. Wer diese Reihenfolge respektiert und sich frühzeitig Beratung holt, verwandelt internationale Expansion von einem Risiko in eine echte Chance. _
Redaktion
- Melanie Kashofer
Fotos
Robert Maybach