#1 Was wäre, wenn ...

Markus Achleitner ist als Landesrat in der Oö. Landesregierung für die Themen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Forschung, Wissenschaft, Energie, Tourismus, Raumordnung, Landesholding, Europa und Sport zuständig und in seiner Freizeit leidenschaftlicher Musiker. Wann er sich trotzdem taub stellt und in welchem Fall die Diskussionen am Familientisch noch politischer werden würden, verrät er bei einer Reihe von „Was wäre, wenn“-Fragen.

„In Sachen aktiver Lebensplanung war ich nicht sehr erfolgreich“, sagt Markus Achleitner. Nur ein einziges Mal in seinem Leben habe er sich selbst beworben, ansonsten wurde er immer „geholt“. Achleitner absolvierte die Handelsakademie und besuchte nach seinem Präsenzdienst bei der Militärmusik Oberösterreich das College für Tourismusmanagement in Salzburg. Nach Abschluss seiner Ausbildung war er gemeinsam mit ein paar Schulkollegen ein Jahr als Kabarettist unterwegs. Danach ging es wieder zurück in die Tourismusbranche: Achleitner beschäftigte sich mit der Eröffnung einer Gasthausbrauerei in Wels, bevor er 1997 die Leitung der Eurotherme Bad Schallerbach und 2006 die Geschäftsführung der damals neu gegründeten OÖ Thermenholding übernahm. Von dort „holte“ ihn Landeshauptmann Thomas Stelzer im Dezember 2018 in die Landesregierung. Nun gilt es, das „Superressort“ mit der Familie und der Leidenschaft zur Blasmusik unter einen Hut zu bringen. Achleitner ist Obmann und Schlagzeuger der Trachtenmusikkapelle Neukirchen bei Lambach, mit Gattin Silke verheiratet und Vater dreier Söhne.

... Sie ein Gesetz von heute auf morgen einführen könnten?

Achleitner_Dann würde ich dem Bund eine Schuldenbremse gesetzlich verordnen.

... Sie für Ihr Ressort plötzlich ein doppelt so hohes Budget zur Verfügung hätten, in welchen Bereichen würden Sie dieses zuerst investieren?

Achleitner_Dann würde ich diese Mittel – auf Basis eines ausgeglichenen Landeshaushaltes – in einen noch schnelleren Breitbandausbau investieren.

... die WHO bekannt gäbe, dass die Strahlenbelastung durch 5G ein noch nicht einschätzbares, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr hohes Gesundheitsrisiko darstellt, würden Sie es der Wirtschaft zuliebe dennoch weiter in Oberösterreich forcieren?

Achleitner_Wirtschaft und Mensch sind Partner und keine Gegner. Als Politiker sehe ich es als meine Aufgabe, auf der Basis von Fakten meine Entscheidungen zu treffen.

... Sie der Ruf für einen Posten in der Bundesregierung ereilen würde?

Achleitner_Dann würde ich mich taub stellen und weiter für Oberösterreich arbeiten.

... Sie mit Präsident Donald Trump im Fahrstuhl stehen würden, was würden Sie ihm sagen?

Achleitner_Dass Protektionismus ein Relikt der Vergangenheit ist und die Zukunft in Zusammenarbeit besteht – siehe Oberösterreich, Österreich und die ganze Welt.

... Sie den Takt und das Schritttempo für den größten Industriebetrieb Österreichs, die voestalpine, vorgeben dürften, welche Richtung geben Sie vor?

Achleitner_Die voestalpine braucht mich nicht als Ratgeber, außerdem sind sie mit intensiver Forschungstätigkeit und mit ihren Versuchen, Kohlenstoff in der Stahlproduktion durch Wasserstoff zu ersetzen, auf dem richtigen Weg.

... Sie ab sofort ein autonomes Dienstfahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen würden, vertrauen Sie auf die moderne Technik?

Achleitner_Selbstverständlich! Bei jeder Innovation gilt: Für den, der sich ihr öffnet, wird sie zur Chance, für alle anderen zum Schreckgespenst.

... Sie ein zusätzliches Talent käuflich erwerben könnten?

Achleitner_Man soll mit den Talenten nicht übertreiben, ich fühle mich reichlich gesegnet.

... es eine Biografie über Sie gäbe? Was wäre der Titel?

Achleitner_Vollgas.

... Sie etwas an sich ändern könnten?

Achleitner_Ich würde mir mehr Zeit für Familie und Sport nehmen.

... Sie in der Stadt aufgewachsen wären?

Achleitner_Dann hätte ich vielleicht nicht so einfach eine Blasmusik zum Musizieren gefunden, aber sonst wär nicht viel anders beim Markus Achleitner.

... Sie ein Jahr außerhalb Österreichs wohnen müssten, wo würden Sie hinziehen?

Achleitner_Ich reise unheimlich gerne, in alle Länder der Welt – aber wohnhaft bleib ich in Oberösterreich, dem schönsten Land dieser Welt.

... Sie auf einer einsamen Insel stranden würden (kein WLAN, kein Handyempfang, nichts), was würden Sie eine Woche lang tun?

Achleitner_Mich ums Überleben kümmern, nachdenken und an der Rückkehr basteln.

... Sie ein Restaurant eröffnen würden, wie würde das ausschauen, worauf würden Sie setzen?

Achleitner_Auf einen Standort direkt am See, bei dem man in chilliger Atmosphäre mediterran speisen kann – inklusive Strandbar.

... Sie nach dem Jahr Ihrer Ausbildung beim Kabarett geblieben wären?

Achleitner_Da hätte ich nicht so viel bewegen können wie bisher.

... Sie keine Tourismusausbildung gemacht hätten, was dann?

Achleitner_Ich hab eine Wirtschaftsausbildung gemacht und wollte immer unternehmerisch tätig sein, es wär halt eine andere Branche geworden – was jetzt ja auch so ist.

... Sie ein junger Mensch fragen würde, wie er eine erfolgreiche Karriere machen kann?

Achleitner_Mit Freude, Begeisterung und Engagement für das brennen, was man tut! Fleiß kommt vor Preis, Dienen vor Verdienen und reiche Saat bringt Ernte.

... Sie in die Stadt ziehen müssten, was würde Ihnen als Erstes abgehen?

Achleitner_Mein herrlicher Garten und mein Freunde-Treffpunkt im Stammwirtshaus nach der Musikprobe.

... Sie im Februar 2020 den Super-G in Hinterstoder fahren müssten?

Achleitner_Dann würde ich mir vorher schon einen guten Sportmediziner suchen und das Krankenhausbett reservieren lassen.

... Sie bei Olympia starten müssten: In welcher Disziplin würden Sie antreten?

Achleitner_Lukas Weißhaidinger habe ich kennengelernt, Diskus wird's eher nicht. Ich denke, von der Statur her bin ich mehr bei den Rodlern beheimatet.

… der LASK nächste Saison gegen die SV Ried in der Bundesliga spielen würde, wem drücken Sie die Daumen (Beiden gilt natürlich nicht ;-))

Achleitner_Genau das wünscht sich der Sportlandesrat und hält dem die Daumen, der jeweils besser spielt ;-).

... Sie einen Marathon laufen müssten, wie würde es Ihnen dabei gehen, welche Zeit würden Sie schaffen?

Achleitner_Zeit würd's keine geben, denn bei meinem Terminkorsett hab ich ohnehin nicht länger als eine Stunde Zeit zum Bleiben.

... Sie beim nächsten Zeltfest den ersten Doppler anschreien müssten, welchen Spruch haben Sie dafür auf Lager?

Achleitner_Dieses Problem hab ich nicht, der Wunsch der Musiker ist einfach: „Doppler zahlen und Marsch

dirigieren!“

... Sie ein Musikstück wären, welches wäre das?

Achleitner_Als Blasmusiker durch und durch natürlich mein selbst komponierter Marsch „Hoch-Österreich“ – eine Liebeserklärung an unseren Staat.

... Sie das Bruckner Orchester dirigieren müssten?

Achleitner_Da hätte ich sehr viel Freude und die professionellen Musiker des Bruckner Orchesters würden das mit mir wohl auch hinkriegen.

... Sie statt drei Söhnen, drei Töchter aufziehen hätten müssen?

Achleitner_Dann wäre ich daheim der Hahn im Korb.

.... einer Ihrer Söhne in eine Hardrockband einsteigen würde, wären Sie ein Konzertbesucher in der ersten Reihe?

Achleitner_Natürlich, denn als Schlagzeuger kann mich nicht viel erschüttern.

... Sie die Wahl hätten: Lieber ein gemütliches Wochenende in der Therme mit der Gattin oder Bierzelt-Gaudi mit Musi-Kollegen?

Achleitner_Meine Frau spielt Klarinette, deshalb ist sie quasi eine Musi-Kollegin und bei der Bierzelt-Gaudi natürlich dabei.

... Ihre Kinder zu überzeugten Mitgliedern einer Konkurrenzpartei werden würden?

Achleitner_Dann würden sie trotzdem immer meine geliebten Kinder bleiben. Die Diskussionen am Familientisch würden jedoch wohl noch politischer werden.

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