Trocken, verstaubt, humorfrei?

Der Anwaltschaft eilt dieser Ruf oft voraus. Doch treffen diese Klischees tatsächlich zu? Ein Lokalaugenschein in der Jaxstraße 2 bis 4 bei SWS Rechtsanwälte …

Wer hat nicht das Bild vom Anwalt als peniblen Paragraphenreiter im Kopf, der Briefe in Juristen-Kauderwelsch verfasst, das nur schwer zu verstehen ist, und der seine Mitarbeiter mit patriarchalischer Hand fest im Griff hat? Natürlich, die Tätigkeit als Anwalt erfordert eine genaue und saubere Arbeit. Was dem gläubigen Christen seine Bibel, ist dem seriösen Anwalt sein Gesetzestext. Dennoch: Man hat das Gefühl, dass sich durch das angestaubte Juristen-Dickicht eine junge Generation an Anwälten ihren Weg bahnt, die mit den traditionellen Vorstellungen brechen will. Ein erstes Indiz dafür liefert das Gebäude in der Jaxstraße: Eher klein und schlicht gehalten versprüht es einen angenehmen Charme, in dem sich der Klient wohlfühlt. Keine Spur von Großspurigkeit, keine langen Wartezeiten auf die Kanzleipartner, kein großes prunkendes Namenslogo der Partner, sondern subtile Schlichtheit.

Moderner Dienstleister für Unternehmen

Ein Blick durch die modernen Räumlichkeiten verrät ein weiteres, besonderes Detail: SWS. Sind die Namen der Kanzleipartner nicht normalerweise ausgeschrieben? „Als wir uns zu Beginn des Jahres 2012 zu einer Kanzlei zusammenschlossen, waren wir drei Gesellschafter“, klärt mich einer der Partner, Michael Scheed, auf. „SWS stand damals als Abkürzung für die Namen der drei Gesellschafter. Der dritte Gesellschafter hat die Kanzlei im Sommer 2014 verlassen. Nachdem wir uns jedoch von Anfang an unter dieser Marke positioniert haben, beließen wir es auch dabei“ Fünf Jahre ist die Kanzlei also erst alt. „Kollege Hans Peter Wöss und ich haben in derselben Kanzlei gelernt und uns dann jeweils selbstständig gemacht, er in Neufelden, ich in Schwertberg. Im Jahr 2012 haben wir dann gemeinsam in Linz etwas auf die Beine gestellt“, beschreibt Scheed den Werdegang. „Im Grunde sind wir eine Kanzlei mit drei Standorten, die sich als eine moderne Wirtschaftskanzlei mit den Schwerpunkten Unternehmen und Immobilien versteht“, sagt Wöss. Was genau fällt unter diese Arbeitsschwerpunkte? „Unter den Unternehmensschwerpunkt fällt die Betreuung von Unternehmen in sämtlichen rechtlichen Angelegenheiten von der Gründung bis zur Bahre“ sagt Wöss augenzwinkernd. „Darunter verstehen wir eine Betreuung von der anfänglichen Gründung über die laufende rechtliche Beratung bis hin zu einer etwaigen notwendigen Sanierung oder Insolvenz. Insbesondere fallen darunter Themen wie das Verfassen von Verträgen, Gesellschafterstreitigkeiten, Umstrukturierungen, Unternehmensverkäufe und –käufe und das Immaterialgüterrecht. Das ist der eine Teil unseres Arbeitsspektrums. Der andere Teil betrifft den Immobilienbereich, der sich wiederum auf das Privatgeschäft und den institutionellen Bereich aufteilt“, gibt Scheed einen Überblick über das Arbeitsrepertoire: „Etwa 90 Prozent unserer Klienten sind Unternehmen.“

Auf Augenhöhe

Präzision und Nachhaltigkeit, diese zwei Merkmale sind bei SWS oberste Maxime: „Ohne präzise Arbeit wird man als Anwalt langfristig keinen Erfolg haben“, sagt Scheed, „Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Beziehung zum Mandanten. Wenn wir bereits bestehenden Kunden über einen längeren Zeitraum ein ausgezeichnetes Service bieten und dadurch weitere Klienten lukrieren können, dann machen wir eine nachhaltige Arbeit.“ Wie kann man sich als Kanzlei auf dem Markt behaupten? „Man muss sehr flexibel sein, um sich auf die Bedürfnisse des Klienten einstellen zu können“, erklärt Scheed seine Erfolgsphilosophie. „Zusätzlich muss man authentisch sein und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, das ist ganz wesentlich“, so Wöss. „Mit vielen unserer besten Klienten haben wir auch ein freundschaftliches Verhältnis, da werden wir auch als Berater bei nicht rein rechtlichen Fragen gesehen“, meint Scheed. Wichtig sind auch ein gutes Betriebsklima und eine flache Teamstruktur: „Wir haben eine sehr flache Hierarchie, weil wir eine kleine Kanzlei mit sieben Mitarbeitern sind. Große Hürden sind nicht unser Zugang. Wir arbeiten geradlinig und unkompliziert zusammen, das macht uns aus“, bringt es Scheed auf den Punkt. Ein sympathischer Ansatz. Trocken, verstaubt, humorfrei? Anwaltsattribute, die partout nicht zu SWS passen wollen. Hier ist man authentisch statt abgehoben, freundlich statt informell und einladend statt kurz angebunden. Kurz: Cool, nachhaltig und präzise? Das trifft es dann schon eher.

"Wir arbeiten geradlinig und unkompliziert zusammen, das macht uns aus.“

Michael ScheedPartner, SWS Rechtsanwälte

Gedanken

Die Welt in 30 Jahren: Wie könnte die (digitale) Kanzlei der Zukunft aussehen?

WössIch glaube, dass vieles ersetzbar ist. Man sammelt ja bereits jetzt das Wissen und schafft sich ein Kanzlei-Know-how. Wenn man aus diesem digitalen Archiv automatisch wieder Antworten generieren könnte, dann scheint mir, könnte man vieles standardisieren.

ScheedWas man automatisch machen kann, ist das Wissen zu sammeln und so aufzubereiten, dass man es mit Stichwörtern möglichst schnell findet. Bezüglich Beratungen und Rechtslösungen bin ich jedoch etwas skeptisch, da jeder Fall anders ist. Ich glaube nicht, dass das aus den rechtsberatenden Berufen verschwinden wird, weil in der Beratung oft Nuancen darüber entscheiden, ob ein Fall gewonnen oder verloren wird.

Was ist das Schönste an der Arbeit als Rechtsanwalt?

BeideDie selbstständige und freie Zeiteinteilung, wenn man nicht gerade von Fristen, die das Gericht vorgibt, getrieben ist.

Wenn Sie ein Gesetz ändern könnten, welches wäre es?

ScheedDas Mietrechtsgesetz, weil es mittlerweile sehr unübersichtlich und kompliziert geworden ist.

Was war das Aufregendste, das Sie bisher in Ihrem Leben erlebt haben?

WössDie Geburt meiner Kinder.

ScheedFlying Fox im mexikanischen Urwald.

Worauf könnten Sie nie verzichten?

BeideAuf Konzipienten.

Was würden Sie einem jungen Juristen am Anfang seiner Karriere raten?

BeideMan sollte sich ziemlich schnell klar darüber werden, ob man wirklich eine Karriere als Anwalt einschlagen möchte. Denn vor allem am Anfang muss man als Konzipient allenfalls mehr Zeit investieren als in anderen juristischen Berufen.

#Ähnliche Artikel

Und dann?

Es war einmal ein Land, da lebten die Menschen seit Jahrzehnten im Wohlstand, es war geprägt von ständiger Weiterentwicklung und großer Sicherheit. Dann kam Corona. Das Zukunftsinstitut zeigt in seiner aktuellen Studie „Die Welt nach Corona“, wie sich die Krise auf Wirtschaft, Märkte und Lebenswelten auswirken könnte. Doch was bedeutet das konkret für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich? Das fragen wir Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner.

Ab in die Zeitkapsel!

Helikopter-Geld, Zusammenbruch Lehmann Brothers, ÖVAG-Debakel, Einführung Negativzinsen – wir steigen mit den Vorständen der Volksbank Oberösterreich, Richard Ecker und Andreas Pirkelbauer, in die Zeitkapsel und reisen in die Vergangenheit, machen einen Zwischenstopp in der Gegenwart und landen schließlich im Jahr 2040. Die beiden Banker über Umbrüche in der Brache, Fehlentscheidungen der EZB und Wünsche an die neue Regierung.

Die bessere Hälfte - Karin Reiter und Margit Angerlehner

Gleich mal vorweg: Nein, Frauen sind nicht die bessere Hälfte. Sie sind aber auch nicht die schlechtere. Darin sind sich all unsere sieben Interviewpartnerinnen einig. Sieben deshalb, weil ihre unterschiedlichen Geschichten zeigen: Weiblichkeit hat nicht die eine Rolle. Und auch nicht das eine Gesicht. Ob geschminkt oder ungeschminkt, im Rock oder in der Hose, Mutter oder Nichtmutter, stark oder schwach (oder beides), im Chefsessel oder hinterm Herd (oder beides) – Frauen sind auch nur Menschen. Ja, eben. Menschen. Wie Männer. Also warum reden wir eigentlich noch darüber? Reden wir darüber.

PR

Erfolgreich isst gut!

Martin Podobri liebt Herausforderungen – und gutes Essen. KGG und UBG unterstützen ihn finanziell beim Aufbau seines Jausenservices „Die Jausenmacher“.

Einmal durchstarten, bitte!

Erfolgreich gestartet. Erfolgreich am Markt gelandet. Und nun? Wachsen, expandieren – am Ball bleiben! Thomas und Maria Reischauer begleiten seit über 30 Jahren Start-ups und Unternehmen. Ihre Erfahrungen zu Strategien und Maßnahmen für ein erfolgreiches Wachstum vom Start-up zum Unternehmen.

11 Wege zum Startkapital

Ohne das nötige Kleingeld ist der Traum vom eigenen Start-up schnell ausgeträumt. Wir haben bei Andreas Mayrhofer, Bereichsleiter Geschäftskunden der Sparkasse Oberösterreich, nachgefragt, welche Möglichkeiten es für eine Start-up-Finanzierung gibt.

Die Musik der Zahlen

Als erste weibliche Vorstandsdirektorin in der 170-jährigen Geschichte der Sparkasse Oberösterreich hat Stefanie Christina Huber beruflich viel mit Zahlen zu tun. Was diese mit ihrer Leidenschaft für klassische Musik gemeinsam haben, wie sie für Harmonie in ihrem Team sorgt und welche Note sie in ihrer neuen Funktion hinterlassen will.

„Anfangs musste ich mich durchbeissen“

Andreas Mitterlehner ist seit vierzehn Jahren Generaldirektor der Hypo Oberösterreich. Im Gespräch lässt der 58-Jährige seine Gedanken über neue Gefahren für Banken, Kulturelemente in der Finanzwelt, nachgesagte Familienclans und Herausforderungen beim Berufseinstieg springen.

Urteil: Köstlich

Martin Oder ist seit 16 Jahren nicht mehr aus der Wirtschafts- und Unternehmensrechtskanzlei Haslinger / Nagele & Partner wegzudenken, Birgit Voglmayr hat sich in fünf Jahren von einer Praktikantin zur Partnerin hochgearbeitet. Die beiden Macher am Herd sind leidenschaftliche Hobbyköche und sprechen mit uns über die Parallelen von Küche und Kanzlei, neue Anforderungen des Berufsstands – und wie bei Hausdurchsuchungen improvisiert werden muss.

Bewährtes pflegen und Neues bewegen

Anwalt ist kein nine-to-five Job. Das ist nichts Neues und für die Rechtsanwälte der Top-Wirtschaftskanzlei Wildmoser/Koch & Partner kein Problem, denn: Was man gern macht, macht man gut. Und was man gut macht, macht zufrieden. Eine geglückte work-life-balance ergibt sich dabei von selbst.

Nafta-Raum in Gefahr?

USA, Mexiko und Kanada sorgen aktuell aufgrund der Nafta-Neuverhandlungen für Schlagzeilen. Müssen sich heimische Firmen um drei sich bisher sehr gut entwickelnde Exportmärkte Sorgen machen? Eine Spurensuche bei den Wirtschaftsdelegierten und Unternehmen in den Märkten.

Was gibt's Neues?

Was ist in den vergangenen Monaten im Parlament in Wien und im Landhaus in Linz passiert? Womit haben sich die Abgeordneten beschäftigt? Wir durchforsten die letzten Sitzungen und bringen eine Auswahl der Beschlüsse.

„Nicht alles lässt sich planen“

Seit mehr als 30 Jahren ist Andreas Mitterlehner im Bankwesen tätig, die vergangenen dreizehn Jahre davon als Generaldirektor der Hypo Oberösterreich. Viele Höhen und manche Tiefen hat er in dieser Zeit miterlebt, die ihn persönlich geprägt haben. Dabei wäre es fast ganz anders gekommen.

Was gibt's Neues?

Was ist in den vergangenen Monaten im Parlament in Wien und im Landhaus in Linz passiert? Womit haben sich die Abgeordneten beschäftigt? Wir durchforsten die letzten Sitzungen und bringen eine Auswahl der Beschlüsse.

"Wir sind vorsichtig optimistisch"

Wenn Anfang August der Zusammenschluss mit der Volksbank Bad Hall ansteht, wird dies das letzte Puzzleteil eines über zweijährigen, nicht ganz freiwillig eingeleiteten Fusionsprozesses für die Volksbank sein. Mit weniger Standorten und effizienter eingesetzten Mitarbeitern wolle man Synergien heben, so das Credo. Wie funktioniert aber eigentlich eine Fusion, warum ist sie betriebswirtschaftlich relevant und bedeutet sie gleichzeitig eine Rationalisierung der Mitarbeiter?

„Denkbar klar. Denkbar offen“

Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Ihnen jemand von einer Rechtsanwaltskanzlei und komplexen juristischen Sachlagen erzählen würde? Denken Sie an trockene Gespräche mit spaßbefreiten Anwälten, die meterhohe Akte studieren? Zugegeben, genau an dieses Klischee habe ich auch gedacht. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt. Rechtsanwälte können nämlich auch anders, die Kanzlei Herbst Kinsky ist das Paradebeispiel dafür.

PR

...Wir# brauchen diese Talente!! Unternehmensprofil: HABAU Group

Die Habau-Unternehmensgruppe mit Sitz in Perg ist ein jahrzehntelang erfolgreich gewachsenes Familienunternehmen und zählt zu den Top vier der österreichischen Bauindustrie – mit Tätigkeitsschwerpunkt auf Österreich und Deutschland. Worauf man hier baut: auf Empowerment. Mitarbeiter werden ständig gefördert und dazu ermutigt, sich weiterzuentwickeln und ihren Mut zu Innovation und Kreativität zu leben. Dazu setzt man auf gegenseitiges Vertrauen, Kooperation und offene Kommunikation.