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 Wenn der Aufschwung wartet
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Wenn der Aufschwung wartet

12. Januar 2026

Wirtschaftlich gesehen war das Jahr 2025 eines voller Herausforderungen, aber auch Chancen. Wie blickt der CEO einer der größten Banken Oberösterreichs auf die vergangenen zwölf Monate zurück und wie bereitet man sich als Finanzinstitut auf 2026 vor, das ebenfalls viele Fragezeichen bereithält? Klaus Kumpfmüller, Vorstandsvorsitzender der HYPO Oberösterreich, spricht in unserem Podcast über kluge Veranlagungsstrategien und die Zukunft der Beratung.

Stillstand ist Rückschritt – dieser Satz treibt Klaus Kumpfmüller an. Nicht nur als Vorstandsvorsitzenden der HYPO OOE, sondern auch als Präsidenten des Landesskiverbandes. Wenn er am Gipfel steht, die nächste Tiefschneeabfahrt vor sich, ist das sein optimaler Ausgleich. „Da schalte ich den Kopf aus“, sagt er und lächelt. In einem Jahr, in dem viele auf bessere Zeiten gewartet haben, zeigt Kumpfmüller: Warten allein ist keine Strategie. Weder auf der Piste noch in der Wirtschaft.

Das lange Tal der Unsicherheit

2025 war kein Jahr der spektakulären Höhenflüge. „Wir haben das Ende der Rezession schon herbeigesehnt. Das hat sich ziemlich lang hingezogen“, reflektiert Kumpfmüller. Die wirtschaftliche Unsicherheit, Budgetsorgen und Sparpaketdebatten – all das spürte die Bank unmittelbar im Verhalten ihrer Kunden. „In Zeiten von Unsicherheit steigt die Sparquote. Es liegt viel Geld auf den Konten, es wird wenig investiert.“ Doch der Banker blickt optimistisch nach vorn: „Mittlerweile sind wir durch das Tal durch. Wir bewegen uns auf dem Weg nach oben.“ Die Dynamik, davon ist Kumpfmüller überzeugt, wird 2026 zurückkehren.

Mittlerweile sind wir durch das Tal durch.
Klaus Kumpfmüller
Vorstandsvorsitzender, HYPO OOE

Wohnbau als Motor des Aufschwungs

Ein deutliches Signal kommt bereits vom Immobilienmarkt. Nach den Schockjahren 2022 und 2023 – geprägt von explodierenden Zinsen, steigenden Baupreisen und Inflation – wendet sich das Blatt. „Die Haushaltseinkommen sind stark gestiegen, die Baupreise haben sich normalisiert, die Immobilienpreise für gebrauchte Objekte haben sich sogar etwas nach unten bewegt“, zählt Kumpfmüller auf. Die neue Wohnbauförderung ab Jänner 2026, die nun auch Eigentumswohnungen einschließt, sei ein „wichtiger Schritt“ des Landes Oberösterreich. Besonders für Ballungsräume wie Linz ein entscheidendes Signal: „Wir haben heuer einen deutlichen Nachfragezuwachs bei Wohnbaukrediten“, berichtet der Bankchef. 2026 werde definitiv wieder mehr gebaut.

Die Kunst der klugen Veranlagung

In unsicheren Zeiten fragen sich viele Menschen, wie sie ihr Geld sicher und gewinnbringend anlegen können. Kumpfmüllers Rezept ist klar: „Das Wichtigste ist, dass man sich zuerst überlegt: Was ist mein Veranlagungshorizont?“ Kurzfristig oder als langfristige Vorsorge – diese Frage bestimme die Strategie. Sein zweiter Ratschlag: Diversifikation. „Nicht das ganze Geld in ein Produkt investieren, sondern eine Streuung herbeiführen.“ Anleihen, Aktien, Wertpapierfonds und auch eine eiserne Reserve auf dem Sparkonto. Bewährt habe sich zudem eine kleine Beimischung von physischem Gold.

Der klassische Fehler in turbulenten Zeiten? „Dass ich sage, jetzt warte ich mal ab und veranlage nicht.“ Sein Tipp: gestaffelt investieren. „Wenn ich 30.000 Euro zu veranlagen habe, dann veranlage ich heute 10.000, in drei Monaten weitere 10.000 und nochmals drei Monate später die restlichen 10.000.“ So minimiere man das Risiko, den falschen Einstiegszeitpunkt zu erwischen.

Menschliche Digitalisierung

Während viele Banken Filialen schließen, investiert die HYPO OOE in ihr Filialnetz – etwa in die modernisierte Filiale am Bindermichl. „Das Thema Beratung ist sehr wichtig für uns“, betont Kumpfmüller. Digital oder persönlich – für ihn kein Widerspruch, sondern eine Symbiose. „Die einfachen Bankgeschäfte wollen Kunden digital erledigen. Aber bei wichtigen Entscheidungen wie der Veranlagung größerer Beträge oder einer Wohnbaufinanzierung braucht es das persönliche Gespräch.“ Gleichzeitig arbeitet die Bank intensiv an der Digitalisierung ihrer Prozesse – mit KI-Tools, die in Geschäftsabläufe integriert werden. Ein konkretes Projekt: die vollständig digitalisierte Wohnbaufinanzierung, vom Onboarding bis zur Vertragsunterschrift.

Was macht die Philosophie der HYPO OOE aus? „Wir stürzen uns nicht in Abenteuer, die wir nicht beherrschen können, sondern konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen wie den Wohnbau“, sagt Kumpfmüller. Die Bank sei stark regional verankert, kenne ihren Kernmarkt Oberösterreich genau. „Das gibt den Kunden die Sicherheit, dass ihr Geld in der Region bleibt, hier investiert wird und für den Standort Oberösterreich einen Mehrwert bringt.“ Sein Motto für 2026 fasst Kumpfmüller in einem Satz zusammen: „Wir nehmen es persönlich, wenn es um die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden geht.“ Auf der Mottokarte, die er am Ende unseres Podcasts ziehen darf, steht passenderweise: „Mut machen.“ Genau das hat er auch vor – seinen Mitarbeitenden, seinen Kundinnen und Kunden und ganz Oberösterreich._

# Gedankensprung

Mein Herz schlägt im Moment schneller_im beruflichen Bereich für die Künstliche Intelligenz und wie wir sie am besten einsetzen. Privat freue ich mich schon sehr auf den Start der Skisaison.

Den Kopf schalte ich aus_wenn ich am Gipfel stehe und eine schöne Abfahrt vor mir habe.

Rückgrat zeige ich_wenn es um die Verteidigung unserer marktwirtschaftlichen Prinzipien geht.

Meine Stimme erhebe ich_wenn ich das Gefühl habe, es droht Stillstand. 

Den richtigen Riecher habe ich_dafür, die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden zu identifizieren.

Mein Puls beschleunigt sich_im LASK-Stadion auf der Gugl.

Meine Energie ziehe ich aus_Bewegung in der freien Natur mit meiner Frau und daraus, wenn Mitarbeitenden ein erfolgreicher Geschäftsabschluss gelungen ist.

Redaktion

  • Melanie Kashofer

Fotos

Robert Maybach

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