Der Tourismus in Oberösterreich startet mit Rückenwind in die Sommer-Hochsaison: Die Buchungslage ist ausgezeichnet, Wandern bleibt das Urlaubsmotiv Nummer eins und neue touristische Angebote sollen für weiteres Wachstum sorgen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Berge und Seen, sondern vor allem authentische Erlebnisse – von ehrenamtlich gepflegten Wanderwegen bis zu Hütten, auf denen Regionalität gelebt wird.
Während beim Woodstock der Blasmusik rund 110.000 Besucher im Innviertel das größte Blasmusikfestival Europas feierten, richtete sich der Blick im Linzer Pöstlingberg Schlössl bereits auf den nächsten Höhepunkt: die Sommer-Hochsaison. Die Botschaft der Tourismusverantwortlichen war klar: Oberösterreich startet mit einer hervorragenden Buchungslage in den Sommer – und setzt dabei stärker denn je auf Natur, Bewegung und Qualität.
Für Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner hat sich der Tourismus längst zu einem der wichtigsten Wirtschaftsmotoren des Landes entwickelt. „Tourismus ist auch im Industriebundesland Oberösterreich eine Nummer geworden, es ist ein Fels in der Brandung“, sagte er. Die aktuelle Nachfrage bestätigt diesen Kurs: „Unsere Urlaubsregionen sind durchgängig sehr gut gebucht – das gilt insbesondere für die Seenregionen und jene mit einem abwechslungsreichen Outdoor-Angebot.“ Entscheidend sei dabei die Kombination aus Natur, Kultur und Kulinarik. „Unsere Gäste verknüpfen ihre Aktivitäten in der Natur gerne auch mit dem erstklassigen Kulturangebot. Nach dem Wandern, Radfahren oder dem Tag am See geht es abends noch in ein Museum, in eine historische Altstadt oder zum Konzert.“ Genau dieses Zusammenspiel mache Oberösterreich unverwechselbar.
„Das Fundament des Tourismus ist das Angebot“, brachte es Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer von Oberösterreich Tourismus, auf den Punkt. „Die Buchungslage stimmt uns für den Sommer sehr optimistisch. Gleichzeitig wissen wir: Gäste müssen heute stärker denn je aktiv für einen Urlaub begeistert werden.“ Deshalb investiert Oberösterreich gezielt in internationale Märkte – heuer erstmals auch in Polen. Gemeinsam mit dem größten privaten Fernsehsender des Landes entsteht eine TV-Produktion, die Oberösterreichs Berg- und Seenwelt einem Millionenpublikum präsentiert. „In den osteuropäischen Märkten sehen wir auch in den kommenden Jahren sehr viel Potenzial. Deshalb setzen wir heuer neben Tschechien auch erstmals in Polen konkrete Marketingmaßnahmen, um noch mehr Gäste für einen Urlaub in Oberösterreich zu begeistern.“
Parallel dazu setzt Oberösterreich auf seine sogenannten „charmanten Superlative“, die Besonderheiten sichtbar machen, die oft direkt vor der Haustür liegen. „Unsere charmanten Superlative leben davon, Besonderheiten hervorzuheben, die oft direkt vor unserer Haustür liegen und dennoch überraschen.“ Ein Paradebeispiel dafür seien die Almen: „Almen sind Sehnsuchtsräume.“
Wandern sei schließlich weit mehr als Sport, erklärte Thomas Poltura vom Oberösterreichischen Alpenverein: „Wandern bedeutet Bewegung und Natur, aber auch Gemeinschaft.“ Hinter diesem Erlebnis stehen rund 2.000 Ehrenamtliche, die in Oberösterreich ein 3.500 Kilometer langes Wanderwegenetz betreuen und damit erst ermöglichen, dass Einheimische und Gäste die Bergwelt sicher erleben können.
Wie diese Philosophie in der Praxis aussieht, zeigte Hüttenwirtin Ingrid Lindlbauer von der Hofalm. „Wir bieten echte Begegnungen und Gespräche und eine ehrliche Küche. Wir machen alles selbst, keine Convenienceprodukte. Bei uns gibt’s sowohl Omas Ribiselkuchen als auch vegane Zimtschnecken, Schweinsbraten, aber auch Linsen Dhal mit Naanbrot.“ Genau diese Mischung aus Tradition und Offenheit mache den Reiz moderner Almhütten aus.
Besonders eindrucksvoll brachte Lindlbauer zum Schluss auf den Punkt, warum ihr Beruf heute viele Menschen fasziniert: „Früher war ich Biomedizinische Analytikerin. Wenn ich damals meinen Beruf gesagt habe, war die Antwort: Aha. Wenn ich heute sage, dass ich Hüttenwirtin bin, dann ist die Antwort: OHAAA!“ Vielleicht beschreibt genau dieser Satz am besten, worum es im oberösterreichischen Tourismus 2026 geht: um echte Geschichten, echte Menschen – und Erlebnisse, die lange in Erinnerung bleiben.
Land OÖ/ Lina Spenlingwimmer
Hochkomplexe Materialien, Quantentechnologien, smarte Systeme und mittendrin: Menschen mit Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen, ehrenamtlichen Verpflichtungen und einem Leben jenseits des Labors.
Das sagt Markus Auer mit Rückblick auf 2025. Und doch weiß auch er: Für Unternehmen war das kein einfaches Jahr.
Er war definitiv nicht unser typischer Interviewpartner. Kein Händeschütteln, kein Small Talk, kein Kaffee vorher. Und trotzdem ein ziemlich gesprächiger