Die Plattform für Digitale Gesundheit (PDG), ein Netzwerkpartner des FEEI, lud vergangenen Mittwoch Expert:innen aus Wirtschaft, Gesundheitswesen und Politik zum eHealth‑Frühstück. Im Mittelpunkt standen Branchenperspektiven 2026/27 – darunter aktuelle Entwicklungen sowie Anforderungen an die Koordination, Priorisierung und strategische Steuerung des heimischen Gesundheitswesens.
Rund 100 Millionen elektronische Verordnungen und über 6 Millionen e-Rezepte pro Jahr verdeutlichen die zentrale Rolle digitaler Anwendungen im österreichischen Gesundheitssystem. Initiativen wie der eEltern‑Kind‑Pass, das eHealth‑Codierservice und neue Formen der plattformgestützten Kommunikation unterstreichen diese Entwicklung. Damit systemübergreifende Lösungen in Ordinationen, Apotheken, Pflege und Krankenhäusern ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es ein abgestimmtes und einheitliches Vorgehen für eine effiziente, patient:innenorientierte Versorgung.
eHealth-Roadmap schafft Orientierung
Vor diesem Hintergrund hat die Plattform für Digitale Gesundheit die eHealth‑Roadmap ins Leben gerufen. Sie bietet einen Online-Überblick über zentrale eHealth-Projekte, den Status der Umsetzung und dient als belastbare Grundlage für die koordinierte Weiterentwicklung von Digital Health in Österreich. „Um die Projekte erfolgreich und im vorgesehenen Zeitrahmen umzusetzen, sind eine verlässliche Planung, klare Zuständigkeiten und ein eng abgestimmtes Zusammenspiel aller Akteure wesentlich“, betont Gerhard Stimac, Sprecher der Plattform für Digitale Gesundheit. „Die Softwareindustrie nimmt als Umsetzungspartner hierfür eine zentrale Rolle ein.“
Bundesweite Koordination dringend nötig
Angesichts der zunehmenden Zahl paralleler eHealth-Projekte sieht die PDG akuten Handlungsbedarf in der bundesweiten Gesamtsteuerung. „Was aktuell fehlt, ist eine zentrale Stelle, die die Vielzahl an eHealth-Projekten zusammenführt, koordiniert und strategisch begleitet“, erklärt Florian Schnurer, Leiter der Plattform für Digitale Gesundheit. „Eine österreichweite eHealth-Koordination könnte die dringend nötigen Prioritäten festlegen, Abhängigkeiten sichtbar machen und digitalen Fortschritt steuern.“ Patient:innendaten stehen damit systemübergreifend zur Verfügung – eine zentrale Voraussetzung für effizientere Abläufe und eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung.
Krankenhaus-Zukunftsgesetz als zentraler Hebel
Wie wichtig diese abgestimmte Steuerung ist, zeigt sich besonders im stationären Bereich. Derzeit schreitet die Digitalisierung in Krankenhäusern auf Länderebene unterschiedlich schnell voran.
Ein mögliches Krankenhaus‑Zukunftsgesetz, wie es aktuell zwischen Bund und Ländern diskutiert wird, könnte hier ansetzen: Klare Zielvorgaben, gebündelte Investitionen und verbindliche Standards würden die digitale Entwicklung vereinheitlichen und beschleunigen. Dadurch werden Prozesse effizienter, das medizinische Fachpersonal administrativ entlastet und die Versorgung für Patient:innen spürbar verbessert.
Softwareindustrie als Teil der Lösung
Das eHealth-Frühstück 2026 verdeutlichte, wie entscheidend die Zusammenarbeit aller Stakeholder im Gesundheitswesen sind. Nur so gelingt es langfristig, aus vielen Initiativen einen gemeinsamen Weg zu formen und konsequent zu gehen. Als Stimme der Medizinsoftwarehersteller steht die Plattform für Digitale Gesundheit jederzeit zur Verfügung, um die digitale Transformation gemeinsam zum Wohl der Patient:innen voranzutreiben.