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 Österreichs unterschätzter Wachstumstreiber: Warum viele Unternehmen Förderpotenziale ungenutzt lassen
Schon gewusst

Österreichs unterschätzter Wachstumstreiber: Warum viele Unternehmen Förderpotenziale ungenutzt lassen

15. April 2026

Forschungsförderung klingt für viele Unternehmen nach kompliziertem Antrag, viel Aufwand und wenig Nutzen. Genau diese Annahmen führen aber oft dazu, dass wertvolle Potenziale ungenutzt bleiben. Im ersten Espresso Insight zeigen die Expertinnen von LeitnerLeitner, welche Fördermythen sich hartnäckig halten – und was in der Praxis tatsächlich möglich ist.

F&E-Förderungen sind ein zentraler Hebel für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch lassen viele Unternehmen in Österreich vorhandene Förderpotenziale ungenutzt. Mit der Forschungsprämie und direkten F&E-Förderungen stehen Unternehmen Instrumente zur Verfügung, die finanzielle Spielräume für Investitionen schaffen können. 

Trotzdem bleiben viele Potenziale ungenutzt. Nicht, weil es an Ideen mangelt – sondern weil Unsicherheit, fehlende Transparenz und hartnäckige Annahmen Unternehmen davon abhalten, Förderungen überhaupt in Betracht zu ziehen „Viele Unternehmen unterschätzen, wie breit der F&E-Begriff tatsächlich ist“, sagt Dr. Sonja Schitter-Sollner, Chemikerin und Expertin für F&E und Förderberatung bei LeitnerLeitner.

Forschungsprämie als Liquiditätshebel

Mit der Forschungsprämie bietet Österreich einen attraktiven steuerlichen Anreiz: 14 Prozent der F&E-Aufwendungen können als Cash-Back rückerstattet werden – unabhängig von der Ertragssituation. Das schafft finanzielle Spielräume für Investitionen und stärkt die Innovationskraft von Unternehmen. Zusätzlich kann die Forschungsprämie rückwirkend genutzt und mit weiteren Förderungen kombiniert werden. Das eröffnet vor allem für Unternehmen mit laufenden Entwicklungsprojekten zusätzliche Möglichkeiten. Förderfähig sind dabei nicht nur klassische Forschungsprojekte im Labor. Auch die experimentelle Entwicklung – also die Entwicklung neuer oder wesentlich verbesserter Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen – fällt darunter. In vielen Fällen reicht die Förderfähigkeit bis hin zur Demonstration eines Prototyps in der Einsatzumgebung.

Die größten Hürden sitzen oft im Kopf

In der Praxis zeigt sich: Die größte Hürde ist oft nicht das Projekt selbst, sondern der Umgang mit dem Förderinstrument. Viele Unternehmen gehen etwa davon aus, dass:

  • Förderungen nur für Grundlagenforschung gedacht sind,
  • der Aufwand zu groß ist,
  • Förderprojekte zu unflexibel machen,
  • Kundenprojekte nicht förderfähig sind,
  • sensible Daten offengelegt werden müssen.

Diese Annahmen führen häufig dazu, dass sich Unternehmen frühzeitig aus dem Prozess ausschließen – obwohl ihre Projekte grundsätzlich förderfähig wären.

Förderfähigkeit beginnt oft früher als gedacht

Gerade in KMU finden viele Entwicklungsleistungen statt, die nicht als F&E wahrgenommen werden – obwohl sie förderfähig wären. Dazu zählen etwa technische Verbesserungen, neue Verfahren oder Weiterentwicklungen bestehender Produkte. Entscheidend ist, dass die Projekte neuartig sind, über Routineänderungen hinausgehen und auf wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen basieren. Auch organisatorisch gibt es Spielräume: Förderprojekte können strukturiert aufgesetzt, Themen gebündelt und externe Unterstützung gezielt eingebunden werden. Anpassungen im Projektverlauf sind möglich, solange das übergeordnete Entwicklungsziel bestehen bleibt.

Worauf es in der Praxis ankommt

Am Ende entscheidet nicht nur die grundsätzliche Förderfähigkeit, sondern vor allem die Umsetzung. Eine saubere Dokumentation ab Projektbeginn, die klare Abgrenzung von F&E-Tätigkeiten und eine nachvollziehbare Ermittlung der Bemessungsgrundlage sind zentrale Erfolgsfaktoren. In der Praxis liegen die größten Herausforderungen in der klaren Abgrenzung von F&E-Tätigkeiten, der korrekten Ermittlung der Bemessungsgrundlage und einer nachvollziehbaren Dokumentation. Mit neuen Richtlinien und wachsender Prüfungstiefe steigen die Anforderungen weiter. Förderungen sollten daher frühzeitig in die Finanzierungs- und Innovationsplanung einbezogen werden.

Über LeitnerLeitner

LeitnerLeitner steht für exzellente Beratung in Steuer-, Wirtschafts- und Rechtsfragen und gehört zu den führenden Kanzleien im Bereich Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Financial Advisory Services in Zentral- und Süd-Osteuropa. Mit einem internationalen Team von fast 1000 Mitarbeiter:innen an 17 Standorten in 9 Ländern hat sich die Kanzlei zu einem der führenden Beratungsunternehmen in Europa entwickelt. LeitnerLeitner berät grenzübergreifend Unternehmen, Familienunternehmen, Privatpersonen, Körperschaften öffentlichen Rechts sowie andere NPOs, Konzerne, Stiftungen und Freiberufler. Die interdisziplinäre, grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner LeitnerLaw Rechtsanwälte ist täglich gelebte Praxis. LeitnerLeitner ist Mitglied von Taxand, dem weltweit größten Zusammenschluss von unabhängigen Steuerberatungsgesellschaften.

www.leitnerleitner.com

Über LeitnerLaw Rechtsanwälte | Edthaler Leitner-Bommer Schmieder & Partner Rechtsanwälte GmbH

LeitnerLaw Rechtsanwälte ist eine dynamische Rechtsanwaltskanzlei in Österreich mit Fokus auf Wirtschaftsrecht. Die Kanzlei hat 78 Mitarbeiter:innen in Linz, Graz, Wien und Dornbirn. Mit ihren Auslandsstandorten in Ungarn, Slowenien und Tschechien, ihrem großen internationalen Netzwerk und in Partnerschaft mit der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei LeitnerLeitner berät die Kanzlei umfassend und interdisziplinär. Zu ihren Mandant:innen zählen nationale und internationale Konzerne, Familienunternehmen, Private Clients, Banken und Stiftungen ebenso wie Klein- und Mittelbetriebe.

www.leitnerlaw.eu

Redaktion

  • MMH

Fotos

Studio Matphoto, Königshofer Michael

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