upperWORK 2026 startet mit Vollgas
Beim Keba InnoSpace in Linz präsentierte Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner heute gemeinsam mit den Partnern AMS OÖ und Sozialministeriumservice OÖ das Standortprogramm für Arbeit in Oberösterreich – upperWORK 2026. Das Gesamtfördervolumen steigt auf knapp 392 Millionen Euro, rund 117.000 Menschen sollen davon profitieren.
Der konjunkturelle Kontext ist alles andere als einfach: „Nach drei Jahren Rezession hatte sich für heuer endlich eine konjunkturelle Erholung abgezeichnet. Der Krieg im Nahen Osten hat jedoch nun nicht nur viel menschliches Leid gebracht, sondern auch das zarte Pflänzchen eines wirtschaftlichen Aufwindes wieder niedergedrückt”, erklärt Achleitner. WIFO und IHS haben ihre Prognosen bereits nach unten revidiert – das WIFO erwartet für 2026 nun ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, das IHS sogar nur noch 0,5 Prozent.
Trotzdem zeigt Oberösterreichs Arbeitsmarkt Resilienz: Ende März 2026 waren 686.000 Personen beschäftigt, die Arbeitslosenquote liegt bei 5,5 Prozent – deutlich unter dem österreichischen Schnitt von 7,5 Prozent und österreichweit auf Platz 3 hinter Salzburg und Tirol. Die Zahl der Arbeitssuchenden sank gegenüber dem Vormonat Februar um 6.156 auf 39.660 Personen.
„Erfreulicherweise zeigt sich in Oberösterreich entgegen dem Bundestrend ein Rückgang bei der Zahl der Arbeitssuchenden. Aber jede und jeder Arbeitslose ist eine bzw. einer zu viel”, so Achleitner. Zugleich warnt er: Wie sich der Iran-Krieg auf das Industrie- und Exportland Oberösterreich auswirkt, sei noch nicht abzuschätzen.
Das Budget: 392 Mio. Euro, drei Partner, 100 Programme
Das Gesamtbudget 2026 teilt sich wie folgt auf: Das AMS OÖ steuert rund 170 Mio. Euro bei, das Land OÖ ebenfalls rund 170 Mio. Euro, das Sozialministeriumservice OÖ rund 52 Mio. Euro. Insgesamt umfasst upperWORK 2026 rund 100 verschiedene Programme und Maßnahmen – von Qualifizierung über Beschäftigungsförderung bis hin zu innovativen Pilotprojekten. 63.193 der Begünstigten sind Frauen, 54.029 Männer.
Die drei Schwerpunkte:
- Vermeidung von Arbeitslosigkeit und Maßnahmen gegen Langzeitbeschäftigungslosigkeit
- Fachkräfteausbildung und Qualifizierung
- Innovative Vorhaben und Zukunftskompetenzen
Fachkräftemangel als Dauerthema
Der Fachkräftebedarf bleibt das strukturelle Megathema: Für 2030 werden in OÖ rund 83.500 fehlende Fachkräfte prognostiziert, bis 2040 soll der Bedarf auf rund 151.000 Personen ansteigen. „Wir wollen rechtzeitig und langfristig die erforderlichen Schritte setzen. Daher sind diese Prognosen auch in die Erarbeitung von upperWORK 2026 eingeflossen”, betont Achleitner. Qualifizierung in jenen Bereichen, die künftig gefragt sind, sei ein zentraler Baustein.
MET wird TAZ – Ausbildung im Wandel
Ab Mitte 2026 lösen Technische Ausbildungszentren (TAZ) die bisherigen Metallausbildungszentren (MET) ab. Metallbearbeitung bleibt Kern, wird aber um Elektrotechnik, Anlagen- und Betriebstechnik, moderne Schweißtechnologien sowie digitale und automatisierte Prozesse erweitert. Neu: Augmented Reality kommt bei der Maschinenbedienung zum Einsatz. TAZ-Standorte entstehen im Raum Steyr, Wels, Linz und im Innviertel.
Star Truck rollt durch OÖ
Seit 2. März ist der „Star Truck” unterwegs – ein rollender MINT-Erlebnisraum, der Kinder und Jugendliche direkt in den Regionen für Technikberufe begeistern soll. An fünf Stationen lösen sie reale Aufgaben, unterstützt von einem KI-Assistenten. Entstanden in Kooperation mit Voestalpine, Keba und TGW, getragen von AMS OÖ, Land OÖ, WKO, AK und IV OÖ.
„MINT-Kompetenzen sind der Innovationsmotor unserer Zeit. Wir können nicht früh genug damit anfangen, die Fachkräfte von morgen für diese Kompetenzen zu begeistern”, so Achleitner.
AMS OÖ: Qualifikation ist der Schlüssel
AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt sieht Qualifizierung als zentralen Hebel: „Mit upperWORK gestalten wir gemeinsam mit dem Land Oberösterreich, dem Sozialministeriumservice und den oberösterreichischen Sozialpartnern den Arbeitsmarkt aktiv. Unser Ziel ist es, Menschen zu stabilisieren, Fachkräfte auszubilden und nachhaltig in Beschäftigung zu integrieren.”
Ein ernüchterndes Faktum: Rund 47 Prozent der Arbeitssuchenden verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss. „Diese Zahl macht deutlich, wie zentral Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Integration ist”, betont Schmidt. Das AMS OÖ setzt auf vier Förderschwerpunkte: Digitalisierung und neue Technologien, Umwelt und Nachhaltigkeit, Pflege und Sozialberufe sowie unternehmensnahe Qualifizierungen. Für das Pflegestipendium sind 2026 rund 12,6 Mio. Euro vorgesehen, für Eingliederungsbeihilfen rund 20,6 Mio. Euro.
Zur Langzeitbeschäftigungslosigkeit: Rund die Hälfte der Betroffenen hat höchstens Pflichtschulabschluss, über ein Viertel leidet unter gesundheitlichen Einschränkungen, jede fünfte Person ist 55 Jahre oder älter. „Jede arbeitssuchend vorgemerkte Person ist eine zu viel. Gerade wenn Menschen länger ohne Beschäftigung sind, braucht es gezielte und wirksame Maßnahmen”, so Schmidt.
Sozialministeriumservice: Menschen mit Behinderung im Fokus
Brigitte Deu, Landesstellenleiterin des Sozialministeriumservice OÖ, betonte den Beitrag ihres Hauses: „Das Sozialministeriumservice Landesstelle OÖ beteiligt sich im Jahr 2026 mit einem Anteil von 52 Mio. Euro am Standortprogramm upperWORK. Dabei wird der eingeschlagene Weg mit Fokus auf innovative und nachhaltige Ansätze konsequent fortgeführt.”
2026 werden die Angebote des SMS rund 25.000 Personen erreichen – von Jugendcoaching (rund 11.000 Teilnahmen erwartet) über Berufsausbildungsassistenz für rund 3.500 Jugendliche mit Behinderung bis hin zu Arbeitsassistenzen für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Neu: Technische Assistenz bringt maßgeschneiderte Technologien auf Arbeitsplätze und macht diese für Menschen mit Besonderen Bedürfnissen bewältigbar.
Neue Projekte: Campus Logistik, Urban Gardening, Zero Waste Kitchen
Unter den innovativen Neuprojekten sticht der Campus Logistik und Mobilität hervor (Start: 4. Quartal 2026), der technisch-kaufmännisch qualifizierte Arbeitslose auf die Herausforderungen nachhaltiger Logistik und emissionsarmer Personenbeförderung vorbereiten soll.
Mit Urban Gardening (Start: 1. April 2026) und Zero Waste Kitchen entstehen zwei sozialökonomische Betriebe, die arbeitsmarktferne Menschen durch Qualifizierung im Bereich öffentlicher Begrünung bzw. nachhaltiger Gastronomie in Beschäftigung bringen sollen.
INFOBOX
Seit 1998 begleitet Netural Unternehmen bei der digitalen Transformation und entwickelt nachhaltige, digitale Services und Geschäftsmodelle.
„Seit damals begleitet uns ein Spruch: Das Schöne sehen, das Komplexe nicht spüren“, sagt Gründer Albert Ortig. Der Schwerpunkt der heute 80 Mitarbeiter:innen liegt auf den drei Kernbereichen Strategie | Beratung | Konzept, Userexperience | Customer Centricity sowie Design und Engineering. Ortig: „Wir haben den hohen Anspruch, technologisch exzellent und strategisch relevant zu sein.“ In den vergangenen Jahren entstanden immer wieder Technologien, die „außerhalb der Netural ein höheres Potential als innerhalb“ hätten – deswegen kam es über
das Schwesterunternehmen Netural X zu zahlreichen Ausgründungen: vom CMS-Anbieter Storyblok mit 250 Mitarbeiter:innen weltweit (47 Millionen Euro Investment bei einer Series-B-Fundingrunde), von der cloudbasierten Entwicklerplattform dcupl und dem 3D | AR-Raumplaner
Roomle, der 2021 großteils von der deutschen Homag Group übernommen wurde.
Wolverine, Mystique, Professor X oder Storm – den Fans des Marvel-Universums sind diese Figuren bestimmt ein Begriff. Wir staunten nicht schlecht, als wir entdeckt haben, dass im Büro von NTS Linz die Meetingräume nach ihnen benannt sind. Sie drücken die geteilte Begeisterung der Belegschaft für Marvel-Comics aus und bringen wahrscheinlich nicht nur uns zum Schmunzeln.
persönliche Notiz zum Interview von
Melanie Kashofer
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Redaktion
- MMH
Fotos
Land OÖ / Daniela Sternberger