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 Von Nokia-Handys, dem Green Deal und Stahl, der grün werden muss
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Von Nokia-Handys, dem Green Deal und Stahl, der grün werden muss

7. April 2026

Die Stahlindustrie – verantwortlich für sieben bis neun Prozent des globalen CO2-Ausstoßes – steht vor ihrer größten Transformation. Zwei Revolutionen spielen sich ab: die grüne und die digitale. „Twin Transition“ nennt sich das Phänomen, das gerade eine ganze Branche umkrempelt. „Ein Perfect Match“ nennen es Alexander Fleischanderl, CTO bei Primetals Technologies, und Head of Green Steel, und Kurt Herzog, der den Bereich Industrial Digitalization betreut. Wieso? Das erklären sie uns im Gespräch.

„Zum einen braucht es eine Technologie, die nicht auf fossile Energieträger setzt. Zum anderen erfordert die Gesetzgebung heute Energiemonitoring, Qualitätskontrolle, vernetzte Anlagenteile“, Alexander Fleischanderl nickt seinem Kollegen Kurt Herzog zu, „das geht alles nur über Digitalisierung.“ Aber was bedeutet „grüner Stahl“ eigentlich? „Oft verbindet man ihn es ausschließlich mit Dekarbonisierung“, erklärt der CTO. „Wir bei Primetals haben Green Steel weiter gefasst: Reduktion aller Emissionen, Minimierung von Abfällen und Nutzung der Nebenprodukte, Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz, Wasserverbrauch pro Tonne Stahl.“ Alles, was Stahl nachhaltiger macht.

Und die Digitalisierung? „Ein unterstützendes Medium, um diese Ziele zu erreichen“, ist Herzog überzeugt. An manchen Stellen wirkt sie direkt: Eine Optimierungssoftware am Hochofen analysiert in Echtzeit, wie viel Koks nötig ist, und drosselt den Verbrauch. Weniger Brennstoff, weniger CO₂. Wenn digitale Systeme Abweichungen früher erkennen, entsteht weniger Ausschuss – die Emissionen verteilen sich auf mehr verkaufbaren Stahl. Der CO₂-Fußabdruck pro Tonne sinkt automatisch. An anderen Stellen unterstützt Digitalisierung indirekt: Viele Stahlproduzenten stehen vor neuen Produktionsmethoden, deren Betrieb sie erst lernen müssen. „Auch hierbei unterstützen wir“, so Herzog. Mit Trainingssimulatoren, virtuellen Anlagen, Assistenzsystemen.

Es geht nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern darum, ihnen sinnvollere Aufgaben zu geben.
Alexander Fleischanderl
CTO & Head of Green Steel, Primetals Technologies

Wenn die Technologie gebremst wird …

Was Fleischanderl als größtes Hindernis nennt, überrascht: „Diesmal ist es gar nicht die Technologie.“ Die Richtung sei klar: weg von Kohle, Erdgas und Öl, hin zur Elektrifizierung mit erneuerbarer Energie. Die Technologien dafür gebe es längst. Das Problem: „Elektrische Energie steht nicht in dem Ausmaß zur Verfügung und ist global sehr unterschiedlich bepreist.“ Ein Kilo Kohle kostet überall beinahe gleich viel, eine Kilowattstunde Strom nicht.

Die Antwort heißt Flexibilität. Brückentechnologien helfen beim Übergang: raus aus der Kohle, vorerst noch mit Erdgas arbeiten bis Wasserstoff verfügbar ist. „Die Technologie ist so vorbereitet, dass sie jederzeit auf Wasserstoff umgestellt werden kann“, erklärt Fleischanderl. Parallel laufen Effizienzmaßnahmen, um den Strombedarf pro Tonne Stahl zu senken.

Stahlerzeugung mit Wasserstoff – made in Linz

Konkret wird es in Linz. Wer mit dem Bus durch das voest-alpine-Gelände fährt, wo Primetals seinen Sitz in der Turmstraße hat, sieht es durchs Fenster: Der Bau schreitet voran. Was hier entsteht, ist die Demonstrationsanlage für eine wasserstoffbasierte Stahlproduktion, das Pilotprojekt „Hy4Smelt“ mit voestalpine und Rio Tinto. Im letzten Quartal 2027 soll sie in Betrieb gehen. „Das größte Forschungsprojekt in Österreichs Geschichte.“ Den Stolz sieht man Fleischanderl an. Das Ziel: zum ersten Mal Net-Zero-Roheisen erzeugen. Das gleiche Produkt wie aus dem Hochofen, aber mit sehr geringem oder keinem CO₂-Fußabdruck. Statt Kohle werden Wasserstoff und erneuerbarer Strom eingesetzt. „Die Technologie wird seit über zehn Jahren entwickelt“, erklärt der CTO und Head of Green Steel. „Wenn wir beweisen können, dass die Technologie im Langzeitbetrieb funktioniert, eröffnen sich ganz viele Möglichkeiten.“

Auf die Getränkeablage kommt’s an

Doch Technologie allein reicht nicht. „Wenn wir die Anwender nicht auf die Reise mitnehmen, werden sie sich nicht auf die Reise begeben“, spricht Kurt Herzog aus Erfahrung. „Das kann so weit führen, dass Projekte gefährdet sind.“ Ein Beispiel aus Deutschland zeigt, wie es richtig geht: das Central Operation Cockpit für ein Walzwerk. Früher brauchte es drei Bediener, heute überwacht einer die gesamte Anlage. „Vor sechs Jahren hätten die Wohlgesonnenen milde gelächelt, die weniger Wohlgesonnenen hätten das als Spinnerei abgetan“, erzählt Herzog. Heute ist es Realität – und wird vom Bedienpersonal extrem gut angenommen.

Wie Primetals das geschafft hat? Die Bediener wurden von Anfang an eingebunden. „Wann ist welche Information für euch relevant? Wo soll sie angezeigt werden? Wir haben ihnen ein Umfeld geschaffen, in dem sie sich wohlfühlen“, erklärt Herzog. Das geht bis zur Getränkeablage im Cockpit. „Ich kann nicht sagen, ob es optimal ist, aber es ist so, wie die Benutzer es haben wollten.“ Nur so kann Transformation erfolgreich sein.

Dahinter steckt ein radikaler Wandel der Arbeitswelt. Früher traf der Bediener Entscheidungen – schaute auf die Anlage, analysierte und reagierte. Heute definiert der Mensch, wie das digitale System Entscheidungen trifft. Videobilder werden vollautomatisch mit KI analysiert, das System leitet Gegenaktionen ein. Die Entscheidung wird automatisch getroffen, im Nachgang analysiert. „Das ist eine weit höherwertige Aufgabe“, sagt Herzog, „zu definieren, wie Entscheidungen getroffen werden, statt sie immer wieder selbst zu treffen.“ „Wir glauben nicht, dass es darum geht, Menschen zu ersetzen“, betont Fleischanderl, „sondern darum, ihnen sinnvollere Aufgaben zu geben.“ Prioritäten setzen, KI-Analysen machen, strategische Ausrichtungen vorbereiten. „Was immer von Mensch zu Mensch bleiben wird, ist die Interaktion mit unseren Kunden.“

Wenn wir die Anwender nicht auf die Reise mitnehmen, dann kommen sie auch nicht mit.
Kurt Herzog
Head of Industrial Digitalization, Primetals Technologies

Der Transformations-Zug fährt in die richtige Richtung

Global läuft die Transformation in unterschiedlichen Tempos. „Vor sechs Jahren war der Green-Deal-Ausruf durch Ursula von der Leyen“, erinnert sich der CTO. Europa sei rasch losgaloppiert, Primetals richtete den Fokus der Forschung darauf aus. Sechs Jahre später habe sich die Geschwindigkeit reduziert, aber andere Regionen seien aufgesprungen. China zum Beispiel. „Es gibt viel China-Bashing“, sagt Fleischanderl, „aber bei Solarenergie und Windenergie macht China enormen Fortschritt.“ Und das Land habe wenig Berührungsängste mit neuen Technologien. Für Primetals bedeutet das: „Ein guter Anteil unserer Innovationen läuft erfolgreich in China und wird von dort rasch in die Welt ausgerollt.“ Was anderswo als zu riskant gilt, wird in China ausprobiert.

Der große Unterschied zu Europa? Der Umgang mit Daten. Europa behandle sie als Eigentum, schütze sie, halte sie unter Verschluss. In China fließen Daten in zentrale Datenbanken aller Produzenten. „Daten sind weitgehend öffentliches Gut“, erklärt Herzog. „Sie werden zwischen den Stahlproduzenten geteilt – Tag und Nacht über WeChat.“ Das habe Schattenseiten: Patentrechte werden dadurch verletzt, Technologien kopiert. „Aber der Fortschritt geht ungleich schneller, wenn alle voneinander lernen können.“ Auch Indien, der größte Wachstumsmarkt für Stahl, macht erste Schritte. Die Regierung unterstütze Pilotprojekte mit Wasserstoff, „aber nicht in der Geschwindigkeit wie China oder Europa“.

Wichtig sei, dass die Produktion nicht dorthin abwandert, wo Strom billiger ist, es aber keine Klimaauflagen gibt. „Für das Klima ist irrelevant, wo emittiert wird“, so Fleischanderl. Wenn Europa strengere Regeln einführt und die Produktion verlagert wird, ist dem Klima wenig geholfen. „Darum ist es wichtig, dass alle mitmachen.“ Sein Fazit? „Der Zug fährt in die richtige Richtung. Die Geschwindigkeit ist unterschiedlich, aber grundsätzlich ist die Welt hier abgestimmt.“

Wohin geht die Reise?

Wie weit sind wir mit der Twin Transition? „Gute Frage“, sagt Fleischanderl. „Als ich mein erstes Nokia-Mobiltelefon in der Hand hatte, dachte ich: Das ist die Zukunft. Heute lacht jeder darüber. Und das ist keine 25 Jahre her.“ Die Welt dreht sich weiter, wahrscheinlich immer rascher. „Man könnte eine Fiktion aufstellen: Ein Stahlwerk, wo humanoide Roboter die Wartung machen, die Maschinen betreiben. Alles KI-basiert. Dahinter Menschen, die sich damit beschäftigen, wie man noch effizienter wird, bessere Stahlgüter erzeugt.“ Ob das 20 oder 50 Jahre dauert? „Schwierig zu beantworten.“

Was bei Primetals gleich bleibt, ist der Anspruch. „Wir wollen Innovationsführer sein. Wir wollen die Twin Transition so rasch wie möglich weitertreiben.“ Vom Standort Linz aus, wo Personen aus 38 Nationen arbeiten. Hier erfolgt  der Großteil der Forschung und Entwicklung – erhebliche Wertschöpfung für das Bundesland und eine Signalwirkung: „Wir können in Österreich immer noch bahnbrechende Innovation machen.“_

Redaktion

  • Zofia Wegrzecka

Fotos

Primetals Technologies

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