Neue Führung für Oberösterreichs Gesundheitssystem
Landeshauptmann Thomas Stelzer und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander haben nach einem umfangreichen Hearing-Prozess die Nachfolge an der Spitze der zwei größten Gesundheitseinrichtungen des Landes bekanntgegeben. Dr. Tilman Königswieser wird neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding GmbH (OÖG), Univ. Prof. Dr. Meinhard Lukas übernimmt die Geschäftsführung des Kepler Universitätsklinikums (KUK).
Die beiden Positionen wurden bisher in Personalunion geführt. Um die Verantwortungsbereiche optimal für künftige Herausforderungen aufzustellen, hat das Land die Führung nun bewusst aufgeteilt.
Königswieser: Fast 30 Jahre im oberösterreichischen Gesundheitswesen
Dr. Tilman Königswieser tritt seine neue Rolle bereits nach Ostern an. Er übernimmt gemeinsam mit seinen Co-Geschäftsführern Mag. Karl Lehner, MBA, und Dr. Harald Schöffl die Leitung des größten Spitalsträgers in Oberösterreich – mit mehr als 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, fünf Regionalkliniken an acht Standorten und zahlreichen Beteiligungen in Pflege, Ausbildung, Therapie und Rehabilitation.
Der 1968 in Bad Ischl geborene Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde bringt knapp 30 Jahre Erfahrung im österreichischen Gesundheitswesen mit, davon rund 20 Jahre in leitenden Funktionen. Seit 2014 ist er Ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums – dessen Konzeption und Gründung er als Projektleiter mitverantwortet hat. Während der Corona-Pandemie leitete er das oberösterreichische Expertengremium und war Teil der Krisenstabsleitung. Er ist zudem Sprecher der Ärztlichen Direktoren der OÖG.
„Ich bin seit vielen Jahren mit großer Begeisterung Teil der OÖG. Seit 1989 hat mich dieses Unternehmen begleitet und geprägt”, so Königswieser. Als Vorsitzender wolle er das Miteinander stärken, die Versorgungsqualität sichern und die OÖG aktiv durch die kommenden Veränderungen führen.
Lukas: Vom JKU-Rektor an die Spitze des zweitgrößten Krankenhauses Österreichs
Univ. Prof. Dr. Meinhard Lukas übernimmt die Geschäftsführung des Kepler Universitätsklinikums mit 1. Juni 2026. Das KUK ist das zweitgrößte Krankenhaus Österreichs mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zentraler Bedeutung für universitäre Medizin, Forschung und Lehre.
Der habilitierte Jurist und gebürtige Welser verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im universitären Umfeld und im öffentlichen Management. Er war von 2011 bis 2015 Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und von 2015 bis 2023 Rektor der Johannes-Kepler-Universität Linz. In dieser Zeit trug er die Letztverantwortung für rund 3.500 Mitarbeiterinnen, 25.000 Studierende und ein Jahresbudget von rund 280 Millionen Euro. Zudem war er maßgeblich an der strukturellen Zusammenführung mehrerer Krankenhäuser zum KUK sowie am wissenschaftlichen Konzept für das medizinische Personal beteiligt.
„Das KUK ist Ausbildungsstätte und Forschungszentrum für die Medizin der Zukunft. Ich durfte schon an seiner Gründung mitwirken. Jetzt darf ich dieses Haus weiterentwickeln. Das ist eine enorme Verantwortung und zugleich eine ganz große Freude”, so Lukas.
Sofortiger Start in die neuen Rollen
Laut LH-Stellvertreterin Christine Haberlander gab es für die beiden Positionen insgesamt 71 Bewerbungen. Entscheidend sei neben der Qualifikation gewesen, dass beide Führungskräfte sofort handlungsfähig sind: „Beide Manager brauchen keine Einarbeitungsphase. Beide können sofort nach Amtsantritt ihre neue Aufgabe wahrnehmen.”
Haberlander nennt als zentrale Aufgaben die Optimierung der Versorgung, Verbesserung der internen wie externen Kommunikation, Reduktion der OP-Wartezeiten sowie die Bewältigung der demografischen Herausforderungen.
Landeshauptmann Stelzer betonte die strategische Bedeutung der Personalentscheidung: „Heute werden zwei der wichtigsten Managementpositionen im Land Oberösterreich neu besetzt. Die Entscheidung ist auf zwei ausgewiesene Experten gefallen, an deren herausragender Kompetenz kein Zweifel besteht.”
Gesundheitsversorgung vor großen Herausforderungen
Die OÖG versorgt jährlich mehr als 180.000 Patientinnen und Patienten stationär und führt rund 1,9 Millionen ambulante Behandlungen durch. Als 100-prozentiges Tochterunternehmen des Landes Oberösterreich hält sie einen Marktanteil von 53,7 Prozent und ist damit die größte Krankenanstalten-Trägerin des Bundeslandes.
Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung und steigende Versorgungsbedarfe stehen auf der Agenda der neuen Führungsriege – mit dem erklärten Ziel, flächendeckende Versorgungssicherheit auch außerhalb des Zentralraums zu gewährleisten.
Redaktion
- MMH
Fotos
Land OÖ, Haag