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 Oberösterreich greift nach EU-Milliarden: Sicherheit wird zum Standortfaktor
Brigadier Dieter Muhr, Militärkommandant OÖ, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Generalleutnant Harald Vodosek, Rüstungsdirektor des Verteidigungsministeriums, und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.
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Oberösterreich greift nach EU-Milliarden: Sicherheit wird zum Standortfaktor

17. März 2026

Beim Symposium Verteidigungsindustrie 2026 auf dem Fliegerhorst Vogler in Hörsching präsentierten Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner die Sicherheits-Allianz Oberösterreich. Die Initiative vernetzt Wirtschaft, Forschung und Einsatzorganisationen – und will Oberösterreich als führenden Standort für Sicherheitstechnologien positionieren.

Die geopolitischen Entwicklungen zwingen Europa, seine Sicherheitsarchitektur neu zu gestalten. Landeshauptmann Thomas Stelzer betont: „Die geopolitischen Entwicklungen zeigen, dass Europa seine Sicherheit neu gestalten muss. Für Österreich und Oberösterreich als Industriebundesland Nr. 1 bedeutet das, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv in eine neue europäische Sicherheitsarchitektur einzubringen – im Einklang mit unserer Verfassung und unserer Neutralität. Gerade ein neutrales Land muss sicherheitsfähig sein und seine Fähigkeiten konsequent weiterentwickeln.“ Österreichs Neutralität schafft dabei rechtliche und politische Hürden, die das Land aktiv adressiert.

Sicherheits-Allianz vernetzt zentrale Akteure

Das Land Oberösterreich hat die Sicherheits-Allianz OÖ als strategische Initiative aufgebaut. Sie bringt Wirtschaft, Forschung und Blaulichtorganisationen zusammen und richtet den Blick auf den Schutz kritischer Infrastrukturen, Versorgungssicherheit sowie die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Stelzer erklärt: „Mit der Sicherheits-Allianz Oberösterreich bringen wir Wirtschaft, Forschung und Einsatzorganisationen an einen Tisch. Unser Ziel ist es, Kompetenzen zu bündeln, Innovation zu fördern und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die unsere kritischen Infrastrukturen, unsere Versorgung und unsere Gesellschaft widerstandsfähiger machen.“ Die Standortagentur Business Upper Austria setzt die Initiative um.

Wirtschaftliche Chancen aktiv nutzen

Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner sieht in der neuen europäischen Sicherheitspolitik einen zentralen Wirtschaftsfaktor: „Die neue europäische Sicherheitspolitik ist ein Wirtschaftsfaktor, der Unternehmen, Arbeitsplätze und die Technologieentwicklung auch in Oberösterreich stärkt.“ Viele Betriebe stoßen dabei auf Informationslücken – etwa bei Marktmechanismen, Regulierungen oder Zertifizierungen. Die Sicherheits-Allianz OÖ schließt diese Lücken durch Veranstaltungen und gezielte Information. Ein Webinar zum europäischen Verteidigungsmarkt im Oktober 2025 verzeichnete mehr als 280 Teilnehmer; das Symposium war innerhalb kurzer Zeit ausgebucht.

Fördercall erzielt starke Resonanz

Mit dem Fördercall „Security Technologies & Solutions“ setzt das Land gezielte Impulse für Forschung und Entwicklung. Das Budget von vier Millionen Euro richtet sich an kooperative Projekte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Resonanz übertraf die Erwartungen: 32 Projekte wurden eingereicht, mit Gesamtkosten von 22,5 Millionen Euro und beantragten Förderungen von 16,8 Millionen Euro. Die Vorhaben reichen von IT-Sicherheit und Satellitenkommunikation über Robotik und Sensorik bis hin zu Katastrophenvorsorge. Achleitner betont: „Oberösterreich soll Technologien nicht nur entwickeln, sondern rasch in die Anwendung bringen.“

Roadmap2Defence begleitet Betriebe in den Markt

Ab 2026 startet die Reihe „Roadmap2Defence – Ihr Einstieg in den Defence-Markt“ im Rahmen der Sicherheits-Allianz OÖ. Sie begleitet Betriebe strukturiert von Strategie und Compliance bis zu Cyber-Security und ESG – kombiniert als Präsenztermine in Oberösterreich mit Online-Modulen. Achleitner erklärt: „Wir wollen Betriebe befähigen, neue Märkte zu erreichen, Anforderungen sicher zu erfüllen und in internationalen Lieferketten sichtbar zu werden.“ Parallel vereinfacht die geplante Novelle des Sicherheitsexportgesetzes auf Bundesebene den Export von Dual-Use-Gütern und Verteidigungsgütern, ohne Abstriche bei Kontrolle oder Sicherheit.

Bundesheer stärkt den Schulterschluss

Generalleutnant Harald Vodosek, Rüstungsdirektor des Österreichischen Bundesheeres, unterstreicht die Bedeutung einer stabilen industriellen Basis: „Wesentlich dafür ist eine homogene und stabile industrielle und technologische Basis in Österreich und Europa. Dies ist auch der wesentliche Faktor für die Gewährleistung der Liefersicherheit und der Versorgungssicherheit der österreichischen Streitkräfte.“ Brigadier Dieter Muhr, Militärkommandant OÖ, ergänzt: Das Militärkommando nimmt an der Sicherheits-Allianz OÖ teil – „damit ergibt sich ein Schulterschluss von Land, Wirtschaft, Industrie, Forschung und Bundesheer im Sinne der Sicherheit und Verteidigung des Bundeslandes.“

Redaktion

  • MMH

Fotos

Land OÖ / Peter Mayr
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