INKOBA: OÖ als Vorreiter gemeindeübergreifender Betriebsansiedlung
Best-Practice-Beispiel INKOBA Kronstorf-Hargelsberg & Powerregion Enns-Steyr
Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus ACHLEITNER: Nachhaltige Standortentwicklung durch gemeindeübergreifende Kooperation bei Erschließung von Betriebsflächen
“Ein wesentliches Grundprinzip der nachhaltigen Raumordnungspolitik in Oberösterreich ist die überregionale Zusammenarbeit. Nicht jede Gemeinde kann jede Aufgabe erfüllen, daher ist der Blick über die Gemeindegrenzen hinaus ein Gebot der Stunde. Das gilt insbesondere auch bei Betriebsansiedlungen. Die ‚Interkommunale Betriebsansiedlung‘ (INKOBA) hat sich längst zu einem Erfolgsmodell in Oberösterreich entwickelt, das mittlerweile auch in anderen Bundesländern auf Interesse stößt“, so Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner.
➢ Mit Kärnten gibt es bereits eine intensive Zusammenarbeit zur Etablierung einer modernen interkommunalen Betriebsansiedlung.
➢ Mit Salzburg gibt es seit vergangenem Herbst ebenfalls bereits Gespräche.
- Aktuell bestehen in Oberösterreich 29 interkommunale Kooperationsgemeinschaften in Form von 24 INKOBAs und 5 Wirtschaftsparks.
- 2 Kooperationsgemeinschaften agieren länderübergreifend mit jeweils 2 Salzburger Gemeinden, die INKOBAs Lengau und Inneres Salzkammergut.
- In Summe sind 290 der 438 Gemeinden Oberösterreichs in einer oder sogar mehreren Kooperationsgemeinschaften vertreten.
- Damit haben sich bereits zwei Drittel der 438 oberösterreichischen Gemeinden zusammengeschlossen, um gemeinsam Betriebsbaugebiete zu entwickeln und von der Aufteilung der Kosten und Erträge zu profitieren.
- Sie setzen damit eine nachhaltige und zukunftsorientierte Standortentwicklung um und zeigen damit, was alles möglich ist, wenn Orte über Gemeindegrenzen hinausdenken.
Ein Best-Practice-Beispiel für erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit findet sich in
Oberösterreichs Zentralraum: die INKOBA Kronstorf-Hargelsberg und die Powerregion Enns-Steyr mit den Mitgliedern Kronstorf, Hargelsberg, Asten, Enns, Dietach, St. Florian, Steyr und Wolfern.
- Die Powerregion Enns-Steyr zeigt vor, dass die interkommunale Betriebsansiedlung auch zwischen Gemeinden und großen Städten wie Steyr und Enns funktioniert.
- Die INKOBA Kronstorf-Hargelsberg ist ein Erfolgsbeispiel für die Zusammenarbeit im Kleinen, die auch die Ansiedlung von Betriebsstandorten großer Konzerne ermöglicht: Das belegen die Projekte „Neues Verteilzentrum von dm” und „Rechenzentrum von Google”.
Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus ACHLEITNER::
Gemeindeübergreifende Betriebsansiedlung in OÖ als Erfolgsmodell über Landesgrenzen hinaus
„Boden schützen und Zukunft ermöglichen – diesem Grundsatz folgt die nachhaltige Raumordnungspolitik in Oberösterreich. Wir gehen mit unseren wertvollen Bodenressourcen sorgsam um, wollen aber trotzdem eine positive Weiterentwicklung unseres Landes ermöglichen. Das heißt, es soll auch in Zukunft Wohnraum für die Menschen in Oberösterreich geschaffen werden können und Betriebe sollen auch künftig erweitern oder sich ansiedeln können, damit Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden können“, bekräftigt Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner.
„Um diese Ziele zu erreichen, ist die überregionale Zusammenarbeit ein wesentliches Grundprinzip des Oö. Raumordnungsgesetzes und der Oö. Raumordnungsstrategie. Denn nicht jede Gemeinde kann jede Aufgabe erfüllen, daher ist der Blick über die Gemeindegrenzen hinaus ein Gebot der Stunde. Das gilt insbesondere auch bei Betriebsansiedlungen. Die ‚Interkommunale Betriebsansiedlung‘ (INKOBA) in Oberösterreich hat sich längst zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das auch über die Landesgrenzen hinweg für Interesse sorgt. Das Bundesland Kärnten arbeitet bereits intensiv daran, um unserem Modell entsprechend eine gemeindeübergreifende Betriebsansiedlung zu etablieren, und auch Salzburg führt bereits entsprechende Gespräche mit uns“, unterstreicht Landesrat Achleitner.
Kosten und Erträge werden geteilt, alle profitieren
„Die Vorteile der Interkommunalen Betriebsansiedlung liegen auf der Hand“, erklärt Landesrat Achleitner. Gemeindekooperationen …
- nutzen Synergien,
- steigern die Wachstumschancen durch eine stärkere wirtschaftliche Basis,
- schaffen direkt oder indirekt neue Arbeitsplätze und
- eröffnen eine größere Auswahl an attraktiven Standorten.
- Weil die Kosten (z. B. für Infrastruktur) von den Gemeinden gemeinsam getragen werden, lassen sich Vorhaben leichter finanzieren.
- Gleichzeitig werden auch die Erträge aus der Kommunalsteuer unter den Mitgliedsgemeinden aufgeteilt.
„Die Aufteilung der Erträge verhindert einen Wettlauf um Kommunalsteuer-Erträge unter den Gemeinden. Damit wird sichergestellt, dass mit unseren Bodenressourcen sparsam umgegangen wird und Betriebe dort angesiedelt werden, wo es am sinnvollsten ist“, hebt Landesrat Achleitner hervor.
29 Kooperationen mit 290 Gemeinden in Oberösterreich
„Gerade für Oberösterreich als starkes Wirtschaftsbundesland sind Betriebsansiedlungen von besonderer Bedeutung. Im Rahmen der Interkommunalen Betriebsansiedlung haben sich mittlerweile bereits zwei Drittel der 438 oberösterreichischen Gemeinden zusammengeschlossen, entwickeln gemeinsam Betriebsbaugebiete und profitieren von der Aufteilung der Kosten und Erträge. Sie setzen damit eine nachhaltige und zukunftsorientierte Standortentwicklung um und zeigen, was alles möglich ist, wenn Orte über Gemeindegrenzen hinausdenken“, betont Landesrat Achleitner.
- Die erste INKOBA wurde 2001 gegründet.
- Aktuell gibt es in Oberösterreich 29 interkommunale Kooperationsgemeinschaften,
- die in unterschiedlichen Strukturen operieren:
- o 24 INKOBAs und
- o 5 Wirtschaftsparks,
- o größtenteils in Gemeindeverbänden, aber auch in Vereinen oder einer GmbH.
- 2 Kooperationsgemeinschaften agieren länderübergreifend mit jeweils 2 Salzburger Gemeinden: die INKOBAs Lengau und Inneres Salzkammergut.
- In Summe sind 290 der 438 Gemeinden Oberösterreichs in einer oder sogar mehreren Kooperationsgemeinschaften vertreten.
Übersicht über die 24 INKOBAs und 5 Wirtschaftsparks:
- INKOBA Altheim‑Geinberg
- INKOBA Bezirk Braunau
- INKOBA Braunau‑Neukirchen
- INKOBA Bezirk Ried i.I.
- INKOBA Bezirk Schärding
- INKOBA Donau‑Ameisberg
- INKOBA Eitzing–Mehrnbach
- INKOBA Grieskirchen, St. Georgen und Tollet
- INKOBA Hausruck Nord
- INKOBA Inneres Salzkammergut
- INKOBA Kronstorf‑Hargelsberg
- INKOBA Lengau
- INKOBA Mühlviertel‑Mitte
- INKOBA Oberes Innviertel
- INKOBA Oberes Mühlviertel
- INKOBA OÖ Ennstal
- INKOBA Pyhrn‑Priel
- INKOBA Region Freistadt
- INKOBA Region Gusental
- INKOBA Region Salzkammergut‑Nord
- INKOBA Region Schwanenstadt
- INKOBA Schärding
- INKOBA SternGartl
- INKOBA Zukunftsraum Eferding
- Wirtschaftspark Innviertel
- Wirtschaftspark Innviertel Reichersberg
- Wirtschaftspark Perg‑Machland
- Wirtschaftspark Powerregion Enns‑Steyr
- Wirtschaftspark voralpenbusinesspark
Best-Practice-Beispiel im oö. Zentralraum: INKOBA Kronstorf-Hargelsberg & Powerregion Enns-Steyr
Ein Best-Practice-Beispiel für die erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit findet sich in Oberösterreichs Zentralraum:
- Die INKOBA Kronstorf-Hargelsberg besteht aus den beiden Gemeinden Kronstorf und Hargelsberg.
- In der Powerregion Enns-Steyr erfolgt die Zusammenarbeit über Kronstorf und Hargelsberg hinaus auch noch mit Asten, Enns, Dietach, St. Florian, Steyr und Wolfern,
„Die Powerregion Enns-Steyr zeigt vor, dass die Interkommunale Betriebsansiedlung auch zwischen Gemeinden und großen Städten wie Steyr und Enns funktioniert. Die INKOBA Kronstorf-Hargelsberg ist ein Erfolgsbeispiel für die Zusammenarbeit im Kleinen, die auch die Ansiedlung von Betriebsstandorten großer Konzerne ermöglicht: Zum einen errichtet die renommierte Drogeriemarktkette dm mit 381 Märkten in Österreich in Kronstorf ein neues Verteilzentrum. Zum anderen hat sich der US-Internetkonzern Google Flächen zur Errichtung eines Rechenzentrums gesichert“, betont Landesrat Achleitner.
„Beide Ansiedlungen sind nicht nur eine Bestätigung der vorausschauenden Standortpolitik in Oberösterreich, die in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden dafür sorgen, dass Betriebsflächen in der erforderlichen Größe zur Verfügung stehen. Zugleich bringen die beiden Ansiedlungen auch wichtige Impulse für den Standort OÖ: Der Leitbetrieb dm baut mit seinem neuen Verteilzentrum sein Logistik-Netzwerk aus und Logistik ist der Blutkreislauf der Wirtschaft. Und der US-Internetgigant Google treibt den Ausbau der digitalen Infrastruktur in unserem Land voran“, unterstreicht Landesrat Achleitner. „Dass beide Projekte sehr nachhaltig umgesetzt werden sollen, belegt auch die Gestaltungsmöglichkeiten der Verantwortlichen der INKOBA“, so Landesrat Achleitner.
Oberösterreich teilt Erfolgskonzept INKOBA
„Es ist sehr erfreulich, dass Oberösterreich mit seinem INKOBA-Modell Vorreiter für interkommunale Zusammenarbeit und nachhaltige Standortentwicklung ist. Daher teilen wir sehr gerne unsere Erfahrungen auch mit anderen Bundesländern und begleiten über die Landesgrenzen hinweg Interessierte auf ihrem Weg zur gemeindeübergreifenden Betriebsansiedlungen. So unterstützt unsere Standortagentur Business Upper Austria bereits seit eineinhalb Jahren Kärnten intensiv bei der Etablierung einer modernen interkommunalen Betriebsansiedlung. Seit gestern ist eine hochrangige Delegation aus Kärnten für einen neuerlichen Austausch bei uns in Oberösterreich zu Gast“, betont Landesrat Achleitner.
„Interesse zeigt ebenfalls das Bundesland Salzburg. Bei den beiden INKOBAs Lengau und Inneres Salzkammergut gibt es ja bereits eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit jeweils 2 Salzburger Gemeinden. Seit vergangenen Herbst gibt es zwischen unserer Standortagentur Business Upper Austria und dem Land Salzburg Gespräche über eine Unterstützung bei der interkommunalen Zusammenarbeit im Nachbar-Bundesland“, erklärt Landesrat Achleitner.
Landeshauptmann-Stellvertreter Martin GRUBER: Kooperation als Schlüssel für Zukunftspotenziale
Erst vergangene Woche wurden in Kärnten die ersten vier von acht Regionalen Entwicklungsleitbildern präsentiert. „Diese RELBs sind ein strategisches Instrument, das nicht nur das ‚Was?‘, sondern auch das ‚Wo?‘ beantwortet. Sie zeigen die größten Entwicklungspotenziale und stärken Gemeinden und Regionen durch überregionale Zusammenarbeit“, sagt Martin Gruber, Landeshauptmann-Stellvertreter von Kärnten. „Das Ziel ist klar: Potenziale ausschöpfen, Kärnten als Wirtschafts- und Arbeitsstandort stärken, Zukunftsbetriebe ansiedeln und die heimische Wertschöpfung erhöhen.“
Strategische Kooperationen sind kein „Nice-to-have“, sondern eine Notwendigkeit – gerade in finanziell herausfordernden Zeiten für Bund, Länder und Gemeinden. „Wir rufen Gemeinden und regionale Stakeholder zum Miteinander auf, aber auch als Länder haben wir Vorbildfunktionen und tragen die Verantwortung, Kooperationen künftig größer zu denken“, betont LH-Stv. Gruber. Der Austausch mit Oberösterreich zeigt, wie das gelingt: „Hier herrscht kein Kirchturmdenken, sondern Weitblick. Gemeinsames Lernen verkürzt die Zeit, spart Ressourcen und schafft Effizienz.“ „Die Kärntner Landesregierung hat ein klares Bekenntnis abgegeben, an einem modernen Kärnten zu arbeiten:
➢ Deshalb haben wir einen umfassenden Reformprozess in der Verwaltung, bei Landesgesellschaften und Bezirkshauptmannschaften angestoßen.
➢ Deshalb wurde eine neue große Standortabteilung, die Abteilung 7 Wirtschaftsstandort, gegründet. Das legt einen wesentlichen Grundstein, um eine sinnvolle, moderne Betriebsansiedlung anzustoßen, die auch mit den Entwicklungszielen der Raumordnung einhergeht.
➢ Und deshalb wollen wir in vielen Bereichen eine klarere Aufgabenkonzentration und Schwerpunktsetzung erreichen.
Um diese Ziele konsequent weiter zu verfolgen, freue ich mich, diesen kooperativen Dialog auch in Zukunft mit dem Land Oberösterreich und der Standortagentur Business Upper Austria weiterzuführen“, so LH-Stv. Gruber. „In Zeiten knapper Budgets haben wir alle die Verpflichtung, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Gemeinsame Exzellenz steht daher bei diesem Austausch über die Landesgrenzen im Mittelpunkt und trägt dazu bei, dass wir langfristig durch ein intensives Miteinander nicht nur an resilienten Zukunftsstandorten arbeiten, sondern an einem modernen, leistungsstarken, erfolgreichen Österreich.“
Bürgermeister Christian KOLARIK:
Der Erfolg und die Zukunft liegen im Wir Erfahrungen aus der INKOBA Kronstorf-Hargelsberg B309 und der Powerregion Enns-Steyr
„Der Erfolg der gemeindeübergreifenden Regionalentwicklung liegt nicht im ‚Ich‘ sondern im ‚Wir‘“, ist der Kronstorfer Bürgermeister Christian Kolarik überzeugt. Im „Wir“ der Gemeinden und Städte, der Vernetzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bestimmten Themen, aber auch der wesentlichen Akteure in Oberösterreich – die OÖ. Standortagentur Business Upper Austria, das Regionalmanagement OÖ, das Technologiezentrum Steyr und die Abteilung Raumordnung des Landes OÖ – sowie die Abstimmung mit den Stadt-Umland-Kooperationen oder den Leader-Regionen.
Die B309, die neue Verbindung zwischen Enns und Steyr, hat nicht nur die Lebensqualität in den Gemeinden verbessert, sondern ist auch eine wichtige Zukunftsachse. Die Gemeinden entlang der B309 wollen diese Zukunftsachse verantwortungsbewusst gestalten. „Uns geht es um eine nachhaltige geordnete Entwicklung entlang der B309, bei der die einzelnen Gemeinden ihre hochwertigen Natur-, Landwirtschafts-, Wirtschafts-, Wohn- und Freizeitflächen, somit ihre Stärken aufeinander abstimmen. Wir wollen aber auch gemeinsam auftreten, um Betriebsstandorte und damit Arbeitsplätze in der Region zu sichern und weiter auszubauen“, erklärt Bgm. Kolarik.
In der Vergangenheit agierten Gemeinden einer Region in Sachen Raumentwicklung und Standortpolitik vielfach nebeneinander – und aus Gründen der Konkurrenz – manchmal sogar gegeneinander. Kolarik: „Die INKOBA Kronstorf-Hargelsberg wie auch die Powerregion Enns- Steyr gibt darauf konkrete Antworten: Ein gutes voneinander ‚Wissen, Lernen, Entwickeln und Abstimmen‘, wie auch die Aufteilung der Kommunalsteuern der Unternehmen, die sich in der Region ansiedeln, nach einem vereinbarten Schlüssel. Damit fällt ein Konkurrenzdenken weg, das für die Region insgesamt nicht wünschenswert ist. Gleichzeitig erfolgt durch die regionale Kooperation ein regelmäßiger Austausch und eine gemeinsame Entwicklung von Instrumenten der Regionalentwicklung, beispielsweise unter dem Titel ‚wenn die Region wüsste, was sie weiß‘ im Sinne eines voneinander Lernens und der beständigen Weiterentwicklung in dynamischen Zeiten.“
Redaktion
- DIE MACHER
Fotos
Land OÖ/Daniel Kauder

