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„Herz und Seele“ …

… stecken in einem familiengeführten Betrieb wie dem Innviertler Bauunternehmen Waizenauer, sind sich Silvio Vitale und seine Frau Doris sicher. Sie leiten das Unternehmen seit 17 Jahren gemeinsam und planen bereits die Übergabe an die nächste Generation. Die beiden berichten uns, was den Erfolg und die Einzigartigkeit des Familienunternehmens ausmacht und wo die Zukunft hinführen wird.

Es ist Dienstagnachmittag und auf der Autobahn ist einiges los. Wo lotst uns das Navi denn jetzt hin? Durch kleine Ortschaften, dann wieder auf die Bundesstraße, einmal abbiegen nach Taufkirchen an der Pram und plötzlich stehen wir auch schon direkt davor. „Stylisch und so modern“, so der erste Gedanke – die Zentrale des Bauunternehmens Waizenauer. Ein Blick hinein und es scheint völlig klar: Dieses Gebäude ist so gut wie neu. Weit gefehlt, wie Doris Vitale, die sich die Geschäftsführung mit ihrem Mann Silvio teilt, aufklärt. Das Bürogebäude entstand bereits 2007. „Wir waren damals unserer Zeit voraus“, sagt Silvio Vitale und lacht. Durch die Fertigstellung des Gebäudekomplexes konnte das Familienunternehmen „endlich zeigen, was uns ausmacht“. Wir nehmen im Geschäftsführungsbüro Platz. Große Glasfronten und eine offene Tür zum restlichen Büro zeigen: Hier findet Arbeit auf Augenhöhe statt.

Als traditionelles Bauunternehmen führt Waizenauer alle typischen Baumeisterleistungen aus: vom Einzelgewerk bis zum Generalunternehmer, von der Planung bis hin zum Einfamilienhausbau, Neubau oder Sanierung im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich. Silvio und Doris Vitale sind sich einig: „Was uns ausmacht, ist unsere Authentizität. Das spüren auch unsere Mitarbeitenden, die fest in unser System eingebunden sind und sich sehr stark mit dem Unternehmen identifizieren.“ Die Geschäftsführung setzt dabei einerseits auf Eigenverantwortung, andererseits aber auch auf volle Unterstützung. „Es ist schon öfters vorgekommen, dass uns Mitarbeitende privat anrufen, wenn zum Beispiel das Baby nicht mehr aufhört zu schreien.“ In diesem Fall steht dann vor allem Doris Vitale mit Rat und Tat zur Seite, denn sie ist gelernte Kinderkrankenschwester. Dass sie in den 90er Jahren Krankenhaus gegen Büro getauscht hat, konnte sie sich anfangs nicht vorstellen, bereut aber rückblickend keine Sekunde. Durch ihre soziale Ader gestaltete sie die Mitarbeiterführung von Grund auf neu und setzte sich auch von Anfang an für die Lehrlingsausbildung, „für ihre Mädels und Burschen“, ein. Mit allen im Unternehmen pflegen sie und ihr Mann einen wertschätzenden Umgang. „Dabei sind wir völlig konträr – Silvio ist der freie und abenteuerlustige Geist, der den Mut hat, zu investieren; ich arbeite sehr zielorientiert und schaue, dass alles in geordneten Bahnen läuft.“

„Ich bin immer offen für Neues“, bestätigt Silvio Vitale, „als Unternehmer muss man investieren und sich immer wieder neu erfinden. Nur dann können wir auch unsere Handschlagqualität und Termintreue langfristig beibehalten.“ Sein Weg war von Anfang an ein klarer: Er übernahm Ende der 80er die Geschäftsführung von seinem Vater und wurde dabei ziemlich ins kalte Wasser geschmissen. Rückblickend ist er seinem Vater dafür aber dankbar. Die Übergabe an die nächste Generation, nämlich an seinen Sohn Luca, will er allerdings ein bisschen anders gestalten. „Ich möchte ihm schon viel Handlungsspielraum lassen, aber auch begleitend zur Seite stehen.“

Die nächste Generation

Luca kennt das Unternehmen bereits gut. Er arbeitet neben seinem Studium schon fleißig mit und möchte in zirka zwei Jahren Vollzeit ins Unternehmen einsteigen. Die Ausbildung, die die Mitarbeiter:innen in der Technik bei Waizenauer durchlaufen, steht dann auch ihm bevor. Er hat bereits klare Pläne für das Unternehmen: „Ich möchte die familiären Strukturen im Unternehmen beibehalten, da diese sicherlich auch maßgeblich zum Erfolg beitragen.“ Sein Ziel für die Zukunft ist es, das Unternehmen breiter aufzustellen, um die immer größer werdenden Herausforderungen noch besser zu bewältigen, ohne dabei die Wurzeln und die Identität von Waizenauer außer Acht zu lassen.

Unterstützen werden ihn dabei auch seine beiden Geschwister. Bruder Nicola hat neben seinem Studium im Fach Immobilienmanagement schon sein eigenes Immobilienunternehmen gegründet, durch das sich auch Synergien mit dem Bauunternehmen ergeben. Und Schwester Valentina, die gerade ein Studium der Wirtschaftspsychologie absolviert, wird eines Tages die kaufmännische Geschäftsführung von ihrer Mutter übernehmen. Die Eltern sind stolz: „Mit den Fachbereichen aller drei haben wir alles, was ein gesundes Bauunternehmen für die Zukunft braucht – schöner können wir es uns eigentlich nicht vorstellen.“_

Ich bin immer offen für Neues und vorne dabei.

Silvio Vitale Geschäftsführer, Waizenauer

Ohne unsere Mitarbeitenden wären wir nicht so erfolgreich – und das zeigen wir ihnen auch.

Doris Vitale Geschäftsführerin, Waizenauer

#Meilensteine

in der Geschichte von Waizenauer

1929: Baumeister Georg Waizenauer gründet mit seiner Frau das Unternehmen.

1943: Die Zentrale in Taufkirchen wird errichtet.

1946: Peter Schummer tritt ins Unternehmen ein und übernimmt zehn Jahre später die Leitung, nachdem Georg Waizenauer im Krieg gefallen ist.

1956: Die Firma wird in „Waizenauer und Ing. Schummer“ umbenannt.

1972: Die Geschäftsführung wird von Horst Vitale übernommen.

1987: Horst Vitale übergibt die Geschäftsführung an seinen Sohn Silvio Vitale, der das Unternehmen bis heute führt.

2006: Silvio Vitales Frau Doris steigt in die Geschäftsführung ein.

2006/2007: Das Bürogebäude wird neu gebaut und modernisiert.

2012: Gründung des Tochterunternehmens „residential-bau“ zur Bearbeitung des Wiener Raums.

2015: Das Bürogebäude wird erweitert.

2017: Der Firmenname wird wieder auf den ursprünglichen Namen Waizenauer reduziert.

Inspiriert durch den Bau des Lentos in Linz – ein Vorzeigeprojekt von Waizenauer – entstand 2006/2007 der neue Hauptsitz in Taufkirchen an der Pram. Massive Betonwände, hohe Glasfassaden und stylische Einrichtung lassen das Gebäude nach wie vor modern und futuristisch aussehen – und viele andere Unternehmen holen sich dort Inspirationen für ihre eigenen Firmengebäude.

persönliche Notiz zum Interview von Melanie Kashofer

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