Industrie im Dialog

Industrie im Dialog: Wer von Corona betroffen ist

Die Corona-Pandemie trifft die Wirtschaft in unterschiedlichem Ausmaß und in zeitlichen Wellen. Die Industriellenvereinigung (IV) fordert Unterstützung im ungeschützten Sektor.

Der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich Joachim Haindl-Grutsch

„In der Privatwirtschaft befinden sich momentan fast zwei Millionen Österreicher in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit“, sagt der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Joachim Haindl-Grutsch. Im öffentlichen Sektor sind nahezu keine Auswirkungen spürbar. „Hier muss die Politik Maßnahmen setzen, dass es zu einer zusätzlichen Unterstützung der Menschen im ungeschützten Sektor kommt“, so Haindl-Grutsch. Neben Steuer- und Abgabensenkungen für kurzfristige Anreize wird seitens der IV eine Digitalisierungs- und Deregulierungsoffensive im öffentlichen Sektor gefordert.

Die Krise trifft unterschiedliche Branchen in zeitlichen Wellen. Während die Automobilbranche bereits von den Folgen der Krise erfasst wurde, „werden projektorientierte Bereiche wie etwa die Bau- und Anlagenbau-Industrie erst in ein bis zwei Jahre die Auswirkungen spüren“, so der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung.

Das Epizentrum dieser Wirtschaftskrise wird laut IWF-Experten in der Eurozone liegen, wo der Rückgang der Wirtschaftsleistung mit 7,5 Prozent mehr als doppelt so stark ausfallen wird wie im globalen Durchschnitt. In Europa wird es am stärksten Italien, Griechenland, Spanien und Portugal treffen. Auch Österreich wird mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von sieben Prozent den Prognosen zufolge deutlich stärker getroffen als 2009.