Eine Startup-Szene für Oberösterreich

Eine Startup-Szene für Oberösterreich

Die oberösterreichische Startup-Szene ist lebendiger denn je. Mehr als 60 junge Startup-Unternehmer aus verschiedensten Bereichen trafen sich am Dienstag auf Einladung des neuen oberösterreichischen Prä-Inkubators akostart oö und des Gründernetzwerks iNNoiNi zum ersten oberösterreichischen Start-Up Mingle in der Sparkasse Oberösterreich an der Promenade in Linz.

„Unsere Idee war es, alle Start-Ups im Umkreis zusammen zu holen, damit sie sich austauschen und vernetzen können – also voneinander lernen und sich miteinander weiterentwickeln“, erklärte akostart oö-Vorstandsmitglied Gerold Weisz in seiner Eröffnungsrede. Auch Richard Ebner, CEO des Startups isiQiri und Sprecher der Initiative iNNoiNi, die als Interessengemeinschaft zahlreicher oberösterreichischer Startups an der Verbesserung der Rahmenbedingungen in Oberösterreich mitarbeitet, betonte, dass die Erfahrungen und Kontakte aus jedem einzelnen Projekt für andere Gründer erfolgsentscheidend sein können. Tatsächlich: Schon vor dem offiziellen Beginn tauschten sich Gründer von jungen Unternehmen wie etwa evntogram, tractive, Prologics oder Pro 3 Games über Neuigkeiten und Fort- oder Rückschritte aus (und plünderten währenddessen das Buffet).

Fort- und Rückschritte waren auch das zentrale Thema zweier Vorträge, die alle Anwesenden in ihren Bann zogen. Bernd Greifeneder, Gründer des Softwareunternehmens dynaTrace erzählte nicht nur die Erfolgsgeschichte seines Start-Ups, das 2005 gegründet und 2011 für etwa 179 Millionen Euro an den US-amerikanischen Konzern Compuware verkauft wurde, sondern berichtete auch über zwischenzeitlich verfehlte Ziele, Krisen und Probleme mit falschem Personal.

Konkurs wie Schnittlauch

„Konkurs ist wie Schnittlauch zwischen den Zähnen – jeder weiß es, jeder schaut hin, aber keiner sagt was“. So schilderte Fritz Eibensteiner anschließend die Erfahrungen mit seinem Start-Up Prelonics, das aufgrund von unvorhersehbaren Entscheidungen von Finanzierungspartnern, unglücklichen Zufällen und einigen Fehlentscheidungen Konkurs anmelden musste. Sein Rat an die anwesenden Gründer: „Gehen Sie nicht in Konkurs!“. Für den Ernstfall lieferte er wertvolle Tipps – und erntete für den mutigen Vortrag den lautesten Applaus des Abends.

Das ehrgeizige Ziel der Initiatoren: In Oberösterreich soll rund um akostart oö und iNNoiNi eine echte Gründer-Community etabliert werden, um aktuelle, ehemalige und zukünftige Start-Ups miteinander zu verbinden. Auch der oberösterreichische Inkubator tech2b ist mit an Bord. Deswegen wird das erste Start-Up Mingle wohl nicht das letzte gewesen sein: Weitere Veranstaltungen sind bereits geplant. „Im akostart Co-Working-Space in Linz haben wir bereits eine tolle Dynamik geschaffen, wir wollen aber eine gesamte, oberösterreichische Szene schaffen, auch unabhängig vom Co-Working-Space. Wobei die Türen in der Humboldstraße für alle innovativen Gründer natürlich jederzeit offenstehen. “, sagt Gerold Weisz.

Alle ziehen an einem Strang

Die Ziele, die von akostart oö, iNNoiNi und tech2b verfolgt werden, liegen offensichtlich auch im Interesse des neuen Wirtschaftslandesrats Michael Strugl. Bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit der Jungen Wirtschaft OÖ präsentierte er die Gründungsthematik als wichtigen Erfolgsfaktor der Zukunft für den Wirtschaftsstandort. Vor allem wachstumsorientierte Gründungen, die oft auch aus dem Hochschulbereich kommen, sollen forciert und die nötigen Rahmenbedingungen verbessert werden. "Oberösterreich liegt bei der Zahl der Unternehmensgründungen kontinuierlich nur im Mittelfeld. Wir wollen daher in der Wirtschaftspolitik gezielt auf die Bedürfnisse der Gründer und Jungunternehmer eingehen." sagt Strugl. Es scheint, als ob in der oberösterreichischen Gründerszene nun alle an einem Strang ziehen. Die Szene hat sich in jedem Fall bereits formiert.