Schon genial: Der Blick auf’s Positive
Klimawandel, geopolitische Spannungen, soziale Verwerfungen – die Probleme sind bekannt. Die Initiative #schongenial will nicht mehr nur beschreiben, sondern gestalten. Mit einer klaren Botschaft: Wertschätzung ist kein weicher Faktor, sondern messbar wirksam – für Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft.
„Nachhaltigkeit ist längst keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit”, sagt Dr. Alfred Fiedler, Gründer der Initiative #schongenial. „Doch wir dürfen nicht beim Beschreiben der Probleme stehen bleiben. Wir müssen ins Gestalten kommen.” Seine Metapher: „Das Leben ist wie Mountainbiken. Nicht das Hindernis entscheidet, sondern der Fokus darauf, wohin wir fahren wollen.” Genau hier setzt #schongenial an – als weltweit erste unternehmensübergreifende Initiative sozialer Verantwortung in elf Sprachen. Das Ziel: Positives sichtbar machen und ein neues Konsum-, Investitions- und Innovationsklima fördern, getragen von Sinn, Wertschätzung und Zuversicht.
Wertschätzung ist messbar
Was nach Softskill klingt, hat harte Fakten. Dr. Paul Kaufmann, Ärztlicher Direktor von pro mente Reha Österreich, unterstreicht die gesundheitliche Dimension: „Wertschätzung ist weit mehr als Höflichkeit. Sie ist ein zentrales menschliches Grundbedürfnis.” Die Wissenschaft gibt ihm recht. Menschen, die sich gesehen und anerkannt fühlen, sind psychisch stabiler, resilienter gegenüber Stress und weniger anfällig für Depressionen, Angstzustände oder Burnout. Auch körperlich lassen sich Effekte messen: niedrigere Stresshormonspiegel, bessere Herz-Kreislauf-Werte, ein stärkeres Immunsystem, erholsamerer Schlaf. Neurobiologisch aktiviert Wertschätzung jene Areale im Gehirn, die für Motivation, Vertrauen und soziale Bindung zuständig sind – unter Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin. „Nur was wir wirklich wahrnehmen, können wir wertschätzen”, betont Kaufmann. Das bewusste Sichtbarmachen positiver Entwicklungen wirke als Gegengewicht zur gesellschaftlichen Negativitätsorientierung.
Zuversicht als Wachstumsfaktor
Auch aus ökonomischer Sicht ist Zuversicht kein weicher Faktor. Dr. Stefan Fink, Chefökonom von KPMG Österreich, erklärt: „Kennzahlen wie Inflation oder BIP sind wichtig. Sie spiegeln immer auch Erwartungen wider. Studien zeigen, dass Wirtschafts- und Konsumklima eng mit Investitionen, Konsum und Beschäftigung verknüpft sind. Positive Erwartungen können Nachfrage und Investitionen anregen, während Unsicherheit Investitionsentscheidungen verzögert.
Für Österreich zeichne sich aktuell ein differenziertes Bild: Sinkende Inflation und steigende Reallöhne stützen die Kaufkraft, der Arbeitsmarkt bleibt robust. Gleichzeitig dämpfen Unsicherheit und Kostenbelastung die Investitionsneigung vieler Unternehmen. Entscheidend sei Transparenz und Verlässlichkeit in der Kommunikation. „Wer Chancen realistisch, nachvollziehbar und glaubwürdig vermittle, stärke Vertrauen und schaffe so eine zentrale Grundlage für wirtschaftliche Dynamik”, so Fink. Internationale Beispiele wie Dänemark zeigen, dass hohe institutionelle Vertrauenswerte Reformfähigkeit und Stabilität fördern.
Gelebte Praxis: ÖAMTC als Beispiel
Wie diese Haltung konkret gelebt werden kann, zeigt der ÖAMTC. Harald Großauer, Landesdirektor des ÖAMTC Oberösterreich, betont: „Mobilität ist ein Grundbedürfnis und Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Doch sie funktioniert nur mit Verlässlichkeit und gegenseitiger Unterstützung.” Mit über 2,6 Millionen Mitgliedern österreichweit – davon über 430.000 in Oberösterreich – basiert der Mobilitätsclub auf dem Prinzip solidarischer Unterstützung. Die Zahlen sprechen für sich: Allein 2025 wurde die mobile Pannenhilfe in Oberösterreich rund 110.000 Mal gerufen, 40.000 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, weitere 130.000 Pannen wurden direkt an 18 Standorten behoben.
Darüber hinaus engagiert sich der Club in der Flugrettung, im Konsumentenschutz, in unabhängigen Produkttests sowie in der Verkehrssicherheitsarbeit für jährlich rund 20.000 Kinder und Jugendliche in Oberösterreich. „Wertschätzung heißt für uns: rasch helfen, Menschen ernst nehmen und lösungsorientiert handeln. Gesellschaftliches Engagement ist kein Zusatzprojekt, sondern Ausdruck unserer Grundhaltung”, so Großauer.
Eine Einladung zum Mitgestalten
#schongenial versteht Nachhaltigkeit nicht als formale Pflichtübung, sondern als Haltungsfrage. Die Initiative lädt Unternehmen, Organisationen und Menschen ein, gemeinsam ein neues Kapitel aufzuschlagen: für ein verantwortungsbewusstes Konsumklima, ein zukunftsorientiertes Investitionsklima und ein offenes Innovationsklima. Denn Nachhaltigkeit beginnt im Denken, Fühlen und Handeln jedes einzelnen Menschen und entfaltet ihre Wirkung dort, wo Zuversicht, Wertschätzung und Verantwortung zusammentreffen.
Redaktion
- Zofia Wegrzecka
Fotos
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