Knapp ein Drittel der Kinder in Österreich ist übergewichtig – bei Erwachsenen ist es bereits die Hälfte. Gleichzeitig wird mentale Gesundheit an den Schulen zum immer drängenderen Thema. Beides hängt zusammen, und beides lässt sich durch Ernährungsbildung beeinflussen. Nur: Sie ist kein Unterrichtsfach. Noch nicht. Zum Glück gibt es Menschen, die das ändern wollen. Einer dieser Menschen ist Maria Fanninger.
Sie hat einen der meistgehörten österreichischen Foodpodcasts aufgebaut: „Wer nichts weiß, muss alles essen“. Darin spricht sie nicht über Rezepte, sondern fragt ganz genau nach: Warum ist fast ein Drittel unserer Kinder übergewichtig? Warum ist Ernährungsbildung kein Pflichtfach an Schulen? Was hat das Mittagessen in der Kantine mit mentaler Gesundheit zu tun? Maria Fanninger betreibt mit ihrem Verein „Land schafft Leben“ Bewusstseinsbildung rund um das Thema Essen und macht seit Jahren sichtbar, was im Hintergrund des österreichischen Lebensmittelsystems passiert. Dass Wissen über Ernährung an den Schulen Platz haben sollte, ist für sie klar. Und dass hier noch Luft nach oben ist, ebenso. Deshalb hat sie 2021 den „Lebensmittelschwerpunkt“ initiiert, Österreichs größte Bildungsinitiative rund um Lebensmittel. „In der Schule gibt es zwei riesige Hebel: einerseits die regionale und saisonale Verpflegung, andererseits die Ernährungsbildung im Unterricht. Hier beruht momentan viel auf freiwilligem Engagement – das reicht nicht.“ Es wird also Zeit, unbequeme Fragen zu stellen …
An Schulen findet das Thema mentale Gesundheit immer mehr Einzug, wie Fanninger berichtet. Dass Ernährung dabei eine Schlüsselrolle spielt, wird erst langsam anerkannt. Vielleicht auch, weil Essen vermeintlich privat ist – obwohl es gesellschaftlich geprägt wird. „Du bist, was du isst“ klingt vielleicht wie ein Kalenderspruch, ist aber vielmehr medizinische Realität. Das wird in Fanningers Gespräch mit Medizinerin Leal Garcia über die Darm-Hirn-Achse deutlich. Essen wirkt in beide Richtungen. Stress kann Heißhunger auslösen, Traurigkeit den Appetit dämpfen. Gleichzeitig beeinflussen Nährstoffe unsere Stimmung, unsere Leistungsfähigkeit, unsere Resilienz. Was ein Kind isst, ist also entscheidend für Stimmung, Konzentration und Wohlbefinden.
„Land schafft Leben“ bringt Ernährungswissen in die Schulen.
Im Rahmen ihres Lebensmittelschwerpunktprogramms begleitet die Organisation Pilotschulen, um Ernährungsbildung fest im Schulalltag zu verankern und Lehrkräfte dafür weiterzubilden. Kostenlose Materialien für Lehrpersonen und Eltern gibt es unter landschafftleben.at/bildung.
Wenn Ernährung unsere Gesundheit, unsere Konzentration und sogar unsere psychische Stabilität beeinflusst, warum lernen Kinder so wenig darüber? Wie muss das Bildungssystem reformiert werden, um Kinder fit für eine komplexe Zukunft zu machen? Diese Fragen stellt Fanninger Bildungsminister Christoph Wiederkehr im Podcast. Wer versteht, was auf dem Teller liegt, wo es herkommt und was es bewirkt, versteht mehr als nur Ernährung – er versteht Zusammenhänge. Und genau dort beginnt Bildung.
Österreichs Großküchen produzieren Schätzungen zufolge rund 2,2 Millionen Mahlzeiten pro Tag. Einen erheblichen Teil davon für Kinder und Jugendliche. Für manche Kinder ist das Schulessen die wichtigste Mahlzeit des Tages. Doch woher kommen die Zutaten? Wie wurden sie produziert? Und wie gesund sind sie wirklich? In ihrem Podcast analysiert Fanninger mit Expertin für Schulverpflegung Anna Strobach, woran gutes Schulessen scheitert. Außerdem geben Gerhard Beer, Bürgermeister der Vorarlberger Gemeinde Hittisau und Maria Fanninger Tipps, wie Schulbuffets gesünder gestaltet werden können._
Gettyimages / LightFieldStudios;
Land schafft Leben; Gettyimages / KatarzynaBialasiewicz
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