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 „Die richtige Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist …“
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„Die richtige Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist …“

18. März 2026

Nur müssen wir auch den Mut besitzen, diese zu treffen. Leonhard Schitter wird sehr deutlich, wenn es um das Bewusstsein und das Tempo geht, die wir für eine sichere Energiezukunft brauchen. „Österreich und Europa sind Weltmeister im Analysieren. Aber jetzt geht es darum, die Dinge auch umzusetzen“, mahnt der CEO der Energie AG. Denn langsam zu sein bedeute, verwundbar zu sein. Und die Zukunft unserer Energie und kritischen Infrastruktur sei längst nicht mehr nur eine Frage der Technologie. Sondern eine Frage der Sicherheit.

“Sabotage und Spionage – Europa wirkt oft hilflos, und ist es leider auch“, „Hackerangriff auf Polens Stromnetz“ oder „Wie groß ist die Blackout-Gefahr?“. Schlagzeilen wie diese sollten uns zu denken geben. Denn sie häufen sich nicht grundlos. „Seit 2022 wurden in Europa mehr als 140 Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur geplant und verübt. Und zwar deshalb, weil diese ein strategisches Ziel ist“, beschreibt Energie-AG-CEO Leonhard Schitter den Ernst der Lage. Über 140-mal seit 2022. Sabotiert. Destabilisiert. Manchmal laut und sichtbar, öfter still und in der Grauzone. Cyberangriffe auf Kraftwerke, physische Eingriffe auf Leitungen, Destabilisierung durch Gerüchte und Desinformation. Das Ziel sei immer dasselbe: Verwundbarkeit schaffen. Misstrauen säen. Abhängigkeiten ausnutzen.

Für Schitter ist das eine jener Zahlen, die alles verändern. Die zeigen, dass wir uns nicht mehr in einer Zeit befinden, in der Energie „nur“ Ware ist, die man kauft und verkauft. „Energie ist Macht geworden. Ja, Energie ist zur Waffe geworden“, sagt Schitter. „Und wer Waffen hat, der setzt sie ein.“ Genau das sei selten sofort erkennbar. „Es geht nicht immer um offene Konflikte oder Zerstörung. Oft wird nur Reibung erzeugt. Und das nicht erst seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine 2022, sondern schon davor. Im Sommer 2021 kam sehr klar zutage, dass die Gaslieferungen aus Russland, die bis dahin nach Europa gekommen waren, bewusst billig gehalten waren, um Abhängigkeiten zu schaffen. Dann wurde der Gas- und Energiefluss dramatisch reduziert, mit dem Ziel, gesellschaftliche Verwerfungen und Marktverwerfungen zu provozieren, um Europa zu destabilisieren.“ Für Schitter ist diese Erkenntnis zur Richtschnur geworden. „Energiepolitik muss daher Sicherheitspolitik sein.“

Die Energiewende ist das größte Infrastrukturprojekt der Zweiten Republik.
Leonhard Schitter
CEO, Energie AG

Von der Energie- zur Zeitenwende

Spätestens da war klar: Die alte Doktrin funktioniert nicht mehr. „Russland ist ein verlässlicher Partner und liefert immer“ – diese Überzeugung, die Jahrzehnte gegolten hatte, „die gibt es nicht mehr“, sagt Schitter heute. „Diese Denkweise ist für immer erledigt.“ Was bleibt, ist die Erkenntnis: Wer Energie kontrolliert, der kann erpressen und verschafft sich Einfluss auf Politik, auf Wirtschaft, auf die öffentliche Kommunikation. „Das darf nie mehr passieren.“ Deshalb will die Energie AG mit gutem Beispiel vorangehen und investiert bis 2035 vier Milliarden Euro – davon rund zwei Milliarden in den Ausbau der erneuerbaren Energien und rund zwei Milliarden in Netze, Infrastruktur und Speicher. Das Ziel: Klimaneutralität und Unabhängigkeit. „Das ist kein Slogan. Das ist eine klare Ansage.“

Denn die Energiewende, so seine Überzeugung, sei das größte Infrastrukturprojekt der Zweiten Republik. Allein die österreichische Energiewirtschaft wird bis 2040 zwischen 140 und 150 Milliarden Euro investieren. „Damals haben wir Tunnel und Eisenbahnen gebaut. Das war immer ein Zeichen technologischen Fortschritts, ein Zeichen der Absicherung unseres Wohlstands. Heute sind es eben Kraftwerke, Netze und Speicher.“

Nicht nur wenden, sondern auch umdenken

Ökologie oder Ökonomie, grün oder wettbewerbsfähig – nicht selten verhärten sich die Fronten entlang dieser Frage. Dabei sei die Energiewende eine Win-win-win-Situation: Die CO₂-Emissionen sinken, wenn fossile Energie durch erneuerbare ersetzt wird. Das ist das offensichtliche Argument, das seit Jahren auf der Hand liegt. Für den Wirtschaftsstandort bringen Milliardeninvestitionen Aufträge für heimische Unternehmen und Jobs für die Region mit sich. „Für den einen ist die Energiewende Klimaschutz, für den anderen Wirtschaftsmotor.“ Beides sei richtig. „Und nicht zuletzt ist der Ausbau der Erneuerbaren und unserer Infrastruktur ein Akt der Selbstverteidigung, ein Akt wehrhafter Resilienz.“ Wer sich nicht diversifiziert, schaffe sich Abhängigkeiten und damit Verwundbarkeiten. „Diese drei Wege schließen einander nicht aus. Im Gegenteil, sie verbinden sich miteinander. So müssen wir es denken.“

Nach über fünfzehn Jahren in der Energiewirtschaft weiß er nur zu gut: Selbst die beste Technologie, die klügste Strategie und die größten Investitionen sind auf Akzeptanz in der Gesellschaft angewiesen. „Die Meinung der Bevölkerung ist entscheidend. Wenn wir kein Verständnis schaffen, erschweren wir die Energiewende.“ Klar, die Veränderung ist sichtbar. Kraftwerke und Netze sind nicht zu übersehen. Windräder stehen in Landschaften, Photovoltaikanlagen bedecken Felder, Stromleitungen durchziehen Täler. „Energiewende ist immer ein Eingriff.“ Daher brauche es ehrliche Kommunikation und Zusammenarbeit. „Wir müssen die Gesellschaft mitnehmen. Nicht von oben herab, nicht mit Zwang, sondern mit Überzeugung, Argumenten und Transparenz.“ Es sei ein gesellschaftlicher Pakt. Politik, Unternehmen, Bevölkerung – alle müssen an einem Strang ziehen. „Wir alle müssen verstehen, dass es wichtig ist.“

(Schach-) Züge, die alles verändern

Wie setzen Sie die Probleme in Ihrer Branche schachmatt?

„Durch einen Zug nach dem anderen.“

Was wäre umgekehrt ein unerwarteter „Spielzug“, der Ihre Ziele schachmatt setzen würde?

„Wenn die Energiewende plötzlich nicht mehr oberste Priorität hätte. Das würde vieles durcheinanderbringen.“

Welche „Figuren“, die zu „Spielbeginn“ eine untergeordnete Rolle gespielt haben, rücken vom Rand ins Zentrum?

„Die Frage nach Sicherheit, nach Unabhängigkeit und die Erkenntnis, dass die Energiewende eine Win-win-win-Situation für alle sein kann.“

Welche „Bauern“ werden künftig zu „Damen“, also welcher bisher kleine Trend ist morgen spielentscheidend?

„Die Akzeptanz in der Bevölkerung. Wenn wir diese nicht erreichen, wird auch die Energiewende scheitern.“

Aus der Vergangenheit lernen

Nicht zuletzt bleibt die Transformation aber auch eine Frage der Technologie. „Wasserstoff wird der Gamechanger sein, besonders im Bereich der Industrie.“ Auf dessen schwierige Preisfrage hält Schitter eine klare Antwort parat: „Wir haben derzeit noch einen Technologievorsprung beim Thema Wasserstoff in Europa. Den sollten wir nicht verspielen.“ Und man spürt, dass seine Warnung auf Erfahrung beruht. Bei der Photovoltaik etwa hat Europa den Anschluss an China verloren. „In zehn Jahren möchte ich nicht sagen müssen: Auch diese Technologie ist nicht in Europa geblieben.“ Es gehe um Technologiehoheit, um Wertschöpfung, die in der Region bleibt, und um Unabhängigkeit. „Wir sollten jene Themen, die wir gut beherrschen, auch bei uns belassen.“ Und Wasserstoff ist nur ein Teil des Puzzles. „Speicher und Speichertechnologien werden uns viel beschäftigen.“ Schließlich nütze es nichts, erneuerbare Energie zu produzieren, wenn sie nicht dann verfügbar ist, wenn sie benötigt wird. „Es geht darum, wie wir die Energie dorthin bringen, wo sie gebraucht wird.“ 

Die Technologien sind also da: Wasserstoff für die Industrie, Pumpspeicher für die Flexibilität, erneuerbare Energien für die Unabhängigkeit. „Wir sollten daher den Mut nicht verlieren. Im Gegenteil, wir sollten selbstbewusst weitergehen“, macht Schitter Hoffnung für die Zukunft. Sein Blick schweift aus dem Fenster. Draußen rauscht der Wind, der Windkraftanlagen betreiben wird. Die Sonne scheint auf Dächer, die zunehmend Photovoltaikanlagen tragen. Und in ganz Österreich werden Spatenstiche gesetzt. Für Kraftwerke, Netze, Leitungen – aber vor allem für eine Zukunft, die von Autonomie statt von Abhängigkeit geprägt ist._

Zukunft wagen. Zukunftsfragen

Welche etablierte Überzeugung Ihrer Branche wird in den nächsten zehn Jahren obsolet?

Leonhard Schitter | Dass Energie langweilig sei – schon heute ist sie eine Macht- und Sicherheitsfrage.

Angenommen, Sie könnten eine Regel abschaffen: welche würde als Erstes fallen?

Leonhard Schitter | Alles, was Projekte in die Länge zieht. Wenn wir Tempo verlieren, verlieren wir den Standort, die Preise und auch unsere Souveränität.

Was bereitet Ihnen Sorgen, wenn Sie an die Zukunft denken?

Leonhard Schitter | Die allgemeine Haltung, dass‚ ein bisschen‘ reiche.

Welches Werkzeug oder welche Methode, die heute Standard sind, werden Ihre Nachfolger eines Tages belächeln?

Leonhard Schitter | Analoge Prozesse und eine ,Passt schon‘-Kultur statt One-Stop-Shop-Verfahren.

Welche Ihrer Überzeugungen haben Sie in den letzten Jahren über Bord werfen müssen?

Leonhard Schitter | Die Doktrin, Russland sei ein verlässlicher Partner. Diese Denkweise ist für immer erledigt.

Wenn Sie Ihrer Branche einen Ratschlag ins Ohr flüstern könnten, den niemand hören will … welcher wäre das?

Leonhard Schitter | Hören wir auf, Technologieoffenheit als Werkzeug des Aufschiebens zu verwenden. Setzen wir stattdessen Priorität auf skalierbare Technologien, die sofort großen Nutzen bringen.

Wenn die nächste Generation Sie in 20 Jahren fragt: „Warum habt ihr damals ..?“ – welche Frage(n) fürchten Sie?

Leonhard Schitter | Warum habt ihr so lange diskutiert? Warum habt ihr nicht gebaut? Warum habt ihr nicht umgesetzt? Warum habt ihr Wohlstand
und Versorgung riskiert?

Was wissen Sie heute, das Sie gerne schon vor zehn Jahren gewusst hätten?

Leonhard Schitter | Dass Resilienz nicht angekündigt werden kann, sondern durch Investitionen in Erzeugung, in Netze und in Speicher gelebt
werden muss.

Redaktion

  • David Bauer

Fotos

Roland Wimmer

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