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EPO Dashboard 2025: Österreichs Patentwachstum überdurchschnittlich

25. März 2026
  • Die Zahl der Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt übersteigt erstmals 200 000 
  • Österreichische Unternehmen und Erfinder reichen im Jahr 2025 mehr als 2 250 europäische Patentanmeldungen ein (+5,0 %) – eine Rückkehr zu mehr Patentaktivität und Innovation 
  • Österreich liegt weltweit auf Platz 16, in der EU auf Platz 10 und bei den Anmeldungen pro Kopf auf Platz 8 
  • Elektrische Maschinen, Apparate und Energie bleiben Österreichs führender Technologiebereich 
  • Borealis führt erneut die Rangliste der österreichischen Anmelder an, Wien ist der führende Innovationsstandort in Österreich 
  • Österreichische Innovatoren beantragen für mehr als die Hälfte ihrer erteilten europäischen Patente den Schutz durch das Einheitspatent 

München, 24. März 2026 – Unternehmen und Erfinderinnen und Erfinder aus Österreich reichten im Jahr 2025 insgesamt 2.253 europäische Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) ein, wie das heute veröffentlichte EPO Technology Dashboard 2025 (ehemals Patent Index) zeigt. Das entspricht einem Anstieg von +5,0 % gegenüber 2024. Damit liegt Österreich deutlich über dem EU- und dem weltweiten Durchschnitt. Zugleich markiert dies eine Rückkehr zum Wachstum nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs. Diese Zahlen unterstreichen die weiterhin starke Innovationsleistung Österreichs im Verhältnis zu seiner Größe. 

Das Europäische Patentamt (EPA) hat im vergangenen Jahr laut dem heute veröffentlichten EPO Technology Dashboard 2025 (ehemals Patent Index) die Rekordzahl von 201 974 Patentanmeldungen erhalten. Sie stiegen im vergangenen Jahr um 1,4 % und kehrten damit zu einem stetigen Wachstum zurück. Die Anmeldungen aus Europa, einschließlich aller 39 EPA-Mitgliedstaaten stiegen um 0,4 % (EU27: +0,7 %), während die Anmeldungen aus Ländern außerhalb Europas um 2,1 % zunahmen. Patentanmeldungen sind ein Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung. 

Österreich rangiert im Jahr 2025 unter allen Herkunftsländern für europäische Patentanmeldungen auf Platz 16 und innerhalb der EU auf Platz 10. Pro Kopf liegt Österreich mit 245 Anmeldungen pro eine Million Einwohner weltweit auf Platz 8 und bestätigt damit seine hohe Innovationsleistung im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Innerhalb Europas ist Österreich neben Finnland (+44,0 %), Dänemark (+5,2 %) und Spanien (+2,9 %) eines der wenigen mittelgroßen oder größeren Patentländer, die 2025 ein Wachstum verzeichneten. Was das relative Wachstum betrifft, ist Österreich seit 2016 jedoch nur um +11,3 % gewachsen, was unter dem Durchschnitt des EPA (+13,9 %) und dem weltweiten Durchschnitt (+27,0 %) liegt. 

„Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt”, sagt EPA-Präsident António Campinos. “Das Technology Dashboard 2025 zeigt auf, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen. Es unterstützt politische Entscheidungsträger in Europa dabei, zentrale Themen zu identifizieren sowie gezielte Maßnahmen und Investitionen zu planen, um technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Einheitspatent beseitigt zwar Hindernisse und beschleunigt den Übergang zu einem stärker integrierten europäischen Innovationsmarkt. Dennoch bleibt ein besonderer Fokus auf strategische Sektoren wie KI, Halbleiter, Gesundheit und Quantentechnologien notwendig.“ 

Starke österreichische Innovationsbasis mit Wachstum in den Bereichen Spezialmaschinen und Hightech 

Österreichs führender Technologiebereich im Jahr 2025 war erneut Elektrische Maschinen, Apparate und Energie mit 223 Anmeldungen, gefolgt von Bauwesen (157), Sonstige Spezialmaschinen (155), Fördertechnik (145) und Transport (129). Elektrische Maschinen sind zwar nach wie vor Österreichs größter Bereich, doch gingen die Anmeldungen hier um 19,2 % zurück. 

Zu den Sektoren mit starkem Wachstum bei den Patentanmeldungen aus Österreich im Jahr 2025 gehören: Sonstige Spezialmaschinen (+37,2 %, darunter 3D-Druckmaschinen und verschiedene Produktionswerkzeuge), Messtechnologien (+34,2 %, darunter Sensortechnologien), Werkstoffe und Metallurgie (+32,1 %), Medizintechnik (+27,7 %) sowie Fördertechnik (+20,8 %, darunter Verpackungstechnologien). Diese Entwicklungen unterstreichen die Stärken Österreichs in den Bereichen industrielle Innovation, Advanced Manufacturing, Ingenieurwesen und nachhaltige Technologien. 

 

Wien bleibt Österreichs führender Innovationsstandort 

Die Patentaktivitäten in Österreich konzentrieren sich weiterhin auf eine begrenzte Anzahl von Regionen. Wien führt 2025 mit 550 europäischen Patentanmeldungen, was fast einem Viertel aller österreichischen Anmeldungen (24,4 %) entspricht und einen Anstieg von 3,6 % gegenüber 2024 darstellt. Oberösterreich folgt mit 449 Anmeldungen (+10,6 %) vor der Steiermark (352; +5,4 %) und Vorarlberg (302; +12,3 %). Zusammen entfallen auf diese vier Regionen fast drei Viertel (73 %) aller Anmeldungen aus Österreich. 

Auch andere Regionen verzeichneten deutliche Zuwächse, darunter Salzburg (+22,6 %), Tirol (+14,1 %) und Burgenland (+233,3 %), während die Zahlen in Kärnten um 44,8 % zurückgingen. 

Auf Stadtebene rangiert Wien auf Platz 17 unter den EPA-Regionen und auf Platz 49 weltweit und ist damit die einzige österreichische Stadt in den globalen Top 50. Andere Zentren wie Linz, Graz, Dornbirn, Höchst und Innsbruck spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der österreichischen Patentlandschaft, insbesondere in den Bereichen Industrie, Ingenieurwesen und Automobiltechnologie. 

Borealis erneut an der Spitze der österreichischen Patentanmelder 

Unter den österreichischen Anmeldern beim EPA liegt Borealis 2025 mit 173 Anmeldungen erneut an der Spitze. Es folgen Voestalpine (85), Julius Blum (73), Tridonic (62) und AMS-Osram (43). Voestalpine rückt auf den zweiten Platz vor, während AMS-Osram und AT&S in die Top 10 aufgestiegen sind. Viele der führenden österreichischen Anmelder sind in den Bereichen Advanced Manufacturing, Industriemaschinen, Energielösungen und Elektronik tätig. 

Globale Technologietrends: Innovationen in den Bereichen Digitales und saubere Energien treiben das Wachstum beim EPA 

Die Computertechnik bleibt auch 2025 das Top-Segment (+6,1 % gegenüber 2024) bei europäischen Patentanmeldungen, getrieben durch einen Anstieg KI-bezogener Technologien (+9,5 %) und dem stark wachsenden Bereich der Quantentechnologien (+37,9 %). Während die USA insgesamt den größten Gesamtanteil an Anmeldungen im Bereich Computertechnik verzeichnen, führen europäische Innovatoren in den Teilbereichen KI und Quanten. 

Digitale Kommunikation, einschließlich der Mobilfunknetze, liegt auf Rang zwei und verzeichnet das schnellste Wachstum (+11,4 %) der führenden Bereiche, was zum Teil auf den globalen Wettlauf, um die Entwicklung von 6G-Technologien zurückzuführen ist. Elektrische Maschinen, Geräte und Energie belegen den dritten Platz (+5,3 %) und profitieren von starkem Wachstum bei Batterieinnovationen (+14,6 %), angeführt von Vorreitern aus der Republik Korea, China und Japan. 

Die Halbleitertechnologie setzt ihr Wachstum fort (+7,6 %). Insgesamt führen europäische Innovatoren in acht der zehn wichtigsten Technologiebereiche. 

Starke Akzeptanz des Einheitspatents durch österreichische Innovatoren 

Das 2023 eingeführte Einheitspatent, das einen vereinfachten Weg zum Schutz in 18 EU-Staaten bietet, gewinnt weiter an Dynamik. Patentinhaber aus Österreich beantragten für 52,5 % ihrer im Jahr 2025 erteilten europäischen Patente einheitlichen Schutz, gegenüber 46,6 % im Jahr 2024. Das entspricht 755 Anträgen auf ein Einheitspatent . Dieser Wert liegt deutlich über der durchschnittlichen Akzeptanzrate von 40,7 % in der EU und dem weltweiten Durchschnitt von 28,7 %. Die Zahlen unterstreichen das starke Interesse österreichischer Innovatoren an einem kostengünstigen, vereinfachten Patentschutz in der gesamten EU. 

Weitere Informationen 

  • EPO Technology Dashboard 2025 
  • Zentralbereich für Statistiken und Trends 
  • Statistiken zum Einheitspatent 
  • Statistikseite zum Herunterladen vollständiger Datensätze (Excel) 
  • Mobile App “EPO Data Hub” 
  • Beobachtungsstelle für Patente und Technologie 
  • Ressourcen für Start-ups und KMU 

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INFOBOX

Über das EPA 

Mit 6 300 Mitarbeitern ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten öffentlichen Einrichtungen in Europa. Das EPA mit Sitz in München und Außenstellen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit im Patentwesen in Europa zu stärken. Durch das zentralisierte Patenterteilungsverfahren des EPA können Erfinder in bis zu 46 Ländern, die einen Markt von rund 700 Millionen Menschen abdecken, einen hochwertigen Patentschutz erhalten. Das EPA ist auch die weltweit führende Behörde für Patentinformationen und Patentrecherchen. 

Über das EPO Technology Dashboard 

Das EPO Technology Dashboard (der neue Name für den früheren jährlichen Patent Index) ist ein Instrument zur Verfolgung globaler Innovationstrends und bietet Einblicke in die europäische Patentanmeldeaktivität in verschiedenen Branchen und Regionen. Durch die Analyse von Patentdaten dient das Dashboard als Barometer für den technologischen Fortschritt, F&E-Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit und hilft Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und Forschern, die sich wandelnde Dynamik der aktuellen Innovationslandschaft zu verstehen. 

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